Superhero Movie

OT: -  85 Minuten -  Komödie
Superhero Movie
Kinostart: 24.07.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Superhero Movie

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Schon der Titel lässt schlimmes vermuten: Erinnerungen an (Un-)Filme wie Date Movie oder ähnlich brillant betitelte Parodien a la Epic Movie oder Meet the Spartans werden unwillkürlich aus den Untiefen des Filmgedächtnisses abgerufen und ein gewisses Grauen stellt sich automatisch anstatt von Vorfreude ein. Doch anders als die bemitleidenswerte Nachäffung von 300, der gerechterweise eine noch entsetzlichere deutsche Übersetzung (Meine Frau, die Spartaner und Ich) verpasst wurde, kann Superhero Movie sogar in geringen Maßen amüsant sein und überzeugen, sofern die Erwartungshaltung grundsätzlich nicht zu groß ist.


Regisseur Craig Mazin, bisher eher unauffällig geblieben durch Drehbücher zu Scary Movie 3 und 4, wagt sich an eine längst überfällige Persiflage diverser Comicverfilmungen, die momentan in Hollywood Hochkonjunktur haben: Von kommerziellen Schwergewichten wie dem jüngst angelaufenen Iron Man über The Dark Knight, The Incredible Hulk oder Hellboy 2 - kaum eine Jahreshälfte vergeht ohne einen weiteren Superhelden oder ein Sequel. Der gesteigerte Trend zur Verfilmung von Comics kann rückblickend dem enormen Erfolg des Marvel-Blockbusters Spiderman aus dem Jahr 2002 angerechnet werden. Ein nicht abzusprechender Hype rund um jeden starbesetzten Film dieser Machart wurde durch die X-Men Trilogie und die Neuauflagen altgedienter, aber beim Kinopublikum in Ungnade gefallener Helden - Batman(Begins) und Superman(Returns) - aufgebaut und vorangetrieben.


Was kann also leichter sein als all diese Filme und ihre zumeist vordergründig neue Ernsthaftigkeit aufs Korn zu nehmen und die Erfolgswelle anderer Werke zu eigenen, humoristischen Zwecken zu nutzen? Tatsächlich wirkt Superhero Movie wie eine satirische Blaupause von Spiderman: angefangen bei der Einleitung, die in einer Montagesequenz das Kostüm des Helden bzw. dessen Anlegen zeigt, bis hin zur Rahmenhandlung rund um einen jugendlichen Erwachsenen, der von einem genetisch veränderten Tier gebissen wird und übernatürliche Kräfte entwickelt.


Genau diese Story wird auch konsequent weiterverfolgt: der ungeschickte Rick Riker (Drake Bell), der von seiner Tante Lucille (Marion Ross) und seinem Onkel Albert (Leslie Nielsen) aufgezogen wird, nimmt an einem Klassenausflug teil und wird dort von einer radioaktiv verstrahlten Libelle (engl.: Dragonfly) gestochen. Als Folge dessen erhält er, mit Ausnahme der Flugfähigkeit, deren übermenschliche Eigenschaften. Zur gleichen Zeit verwandelt sich der todkranke Großindustrielle Lou Landers (Christopher Macdonald) durch ein fehlgeschlagenen Experiments zum Superbösewicht The Hourglass, der durch eine einfache Berührung die menschliche Energie zur 24-stündigen Verlängerung des eigenen Lebens absaugen kann. Rick wird durch Zufall zum Helden und muss von nun an nicht nur um seine heimliche Nachbarschaftsliebe Jill Johnson (Sara Paxton) kämpfen, sondern auch in Form des Superhelden Dragonfly das personifizierte Böse zur Strecke bringen.


Kurze Versatzstücke aus Fantastic Four, X-Men und Batman erweitern die bekannte Story der mittlerweile schon 6 Jahre alten Vorlage, stellen aber kaum mehr als bloße Lückenfüller mit mäßig mitreißendem Humorpotential dar: Charles Xavier ist schwarz, Johnny Storm will als Human Torch gelöscht werden, Wolverine rasiert sich mit seinen Klingen die Beine und das Invisible Girl (in ihrem knapp 60 sekündigen Auftritt vom alternden Baywatch-Babe Pam Anderson verkörpert) hat ein folgenschwere Affäre mit Xavier - ein harmlose Auflistung verschiedener Charaktere mit Wiedererkennungswert. Dies trifft auch auf Leslie Nielsen zu, der seine schauspielerische Karriere schon vor langer Zeit hätte beenden sollen angesichts infantiler, teils primitiver Textzeilen wie „with great power come great bitches". Naja.


Das einer der Produzenten David Zucker ist, der mit Nielsen zusammen schon großartige Komödien wie Die nackte Kanone oder Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug fabriziert hat, sieht man Superhero Movie in den spärlich eingestreuten, aber immerhin doch vorhandenen gelungenen Szenen an - ein „Nordberg-Salto" aus dem Rollstuhl und eine Massenschlägerei bei einer Benefizveranstaltung (inklusive Papst und Dalai Lama) werden quasi als kleine Hinweise auf sein Mitwirken in den Film eingewoben.


Fazit:

Mit seinen knapp mehr als 70 bzw. 85 Minuten - wenn man die zahlreichen nicht verwendeten Szenen mitzählt, die im Abspann aufscheinen - bleibt Superhero Movie sicherlich eine schnelle und vor allem schnell vergessene Parodie, die trotz der vorherrschenden Witzlosigkeit einen Funken Anstand bewahrt und auf den allzu derben (Fäkal-)Humor a lá Meet the Spartans verzichtet. Knapp über High School High Niveau.


Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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