The Fountain

OT: - 96 Minuten - SciFi / Romanze
The Fountain
Kinostart: 30.03.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Fountain

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Nach Pi und Requiem for a Dream warteten die Cineasten des Planeten sehnsüchtig auf das neuste Werk von Regisseur Darren Aronofsky. Seit 2001 arbeitete der Filmkünstler an seinem ambitionierten Projekt The Fountain und zunächst sah es gar nicht vielversprechend aus: Die beiden Hauptdarsteller des Films, Brad Pitt und Cate Blanchett sprangen ab und in Folge wurde das Budget von 75 Millionen Dollar auf 35 Millionen Dollar reduziert. Doch diese Einschränkung erweist sich als Glücksgriff: Durch das geringere Budget wurden die Hauptrollen an Hugh Jackman und Rachel Weisz vergeben. Vor allem aber musste man sich alternative Methoden für die Effekte einfallen lassen, die dem Film eine besondere visuelle Note verleihen.

 

Eine mysteriöse Kapsel mit einem Baum und einem glatzköpfigen Menschen (Hugh Jackman) darin, schwebt durch das Weltall. Ihr Ziel ist ein geheimnissvoller, sterbender Stern, der kurz vor seiner Explosion steht. Wenn der Stern stirbt, werden aus ihm 1000 neue Sterne entstehen. Der Mann in der Kapsel will in diese Explosion geraten, da er glaubt dass er und seine Frau, die in Gestalt des Baumes in der Kapsel schwebt dadurch wiedergeboren werden...

 

Der Mann in der Kapsel heisst Tom und vor langer Zeit hat er mit seiner Frau Izzi (Rachel Weisz) auf der Erde gelebt. Seine Frau war an Krebs erkrankt und Tom war Forscher, der seine ganze Kraft darauf lenkte eine Heilung für seine Frau zu finden. Tom experimentierte mit Affen, an denen er seine Medikamente ausprobierte. Eines Tages machte er überraschende Fortschritte, als er einen erkrankten Affen mit einem neuartigen Mittel behandelte: Dieses Mittel basierte auf einem mysteriösen südamerikanischen Baum...

 

Toms Frau Izzi arbeitete lange Zeit an einem Manuskript mit dem Titel The Fountain. Als sie es, bis auf das letzte Kapitel, fertig gestellt hatte, hat sie es Tom übergeben und bat ihn das Werk zu vollenden. Tom las sich darauf hin in das Manuskript ein und scheint in die Welt des Buchs gezogen zu werden: Im Spanien des 16. Jahrhunderts wird das Leben der Königin (Rachel Weisz) vom Großinquisitor des Landes bedroht. Daraufhin schickt sie ihren Konquistador Verde (Jackman) auf eine geheimnissvolle Mission nach Südamerika. Er soll dort den Baum des Lebens aufspüren, der das Geheimnis zum ewigen Leben in sich trägt...

 

Als Darren Aronofskys spirituelles Filmhighlight The Fountain in Venedig Premiere feierte, bedankten sich die anwesenden Journalisten damit, dass sie den Film ausbuhten. Ähnlich ging es auch schon Stanley Kubrick mit seinem Science Fiction Meisterwerk 2001 - A Space Odyssey, der auch erst nach einigen Jahren auf positive Expertenresonanz stieß. Doch diese anfängliche Kritikerablehnung ist bei weitem nicht der einzige Punkt in dem sich die beiden Filme ähnlich sind. Zwar ist The Fountain nicht auf dem intellektuellen Niveau von 2001, aber warum man diesen unkonventionellen, spirituellen und vor allem inspirierenden und zum Nachdenken anregenden Film an mancher Stelle verrissen hat, ist mir ein Rätsel.

 

The Fountain erzählt drei paralell vorgetragene Handlungsstränge, die in ihrer Gesamtheit eine Zeitdauer von 1000 Jahren abdecken. Dabei bedienen sie sich drei verschiedener Genres, haben aber immer den selben Gedanken zu Grunde liegend. Die chronologisch erste Episode bedient sich der Charakteristika des Historienfilms, die Hauptepisode ist ein Liebesdrama und am Ende wird der Film zum SciFi Erlebnis. Dabei handeln alle drei Epsioden von einem Mann, der für seine Liebe eine Gefahr auf sich nimmt, um sich das ewige Leben zu sichern und somit seine Liebe für immer zu konservieren.

 

Es sei an dieser Stelle aber deutlich darauf hingewiesen, dass The Fountain nichts für ein Durchschnittspublikum ist. Die Zielgruppe sind hier ausnahmslos anspruchsvolle Cineasten, die einen komplexen Film, der zum Interpretieren einlädt nicht scheuen. Die drei Handlungsebenen werden chronologisch durcheinandergewürfelt und der "Sinn" des Films muss erst erarbeitet werden. Vor allem aber bewegt sich The Fountain auf einer metaphysischen Ebene, sodass er eigentlich nicht "verstanden" werden kann, sondern jeder sich seine eigenen Gedanken machen muss.

 

Warum ist The Fountain allerdings trotz des Lobs kein uneingeschränktes Meisterwerk? Dazu muss gesagt werde, dass der Film sich auf einem sehr schmalen Grat bewegt und an manchen Stellen die Balance nicht ganz halten kann. So verlangt es sehr viel Fingerspitzengefühl um die esoterische Handlung seriös vorzutragen, ohne sich selbst der Lächerlichkeit Preis zu geben. Doch leider gelingt dieser Balanceakt nicht immer. Speziell am Ende wird The Fountain etwas unfreiwillig komisch und der Drahtseilakt, der zuvor so gut gelungen ist, scheint etwas zu kippen.

 

Dennoch kann man den Film trotz dieser Schwächen als hervorragend bezeichnen. Als besonderer Glücksgriff erweist sich die großartige visuelle Umsetzung die, da zu wenig Geld vorhanden war, nicht am Computer, sondern mit echten Mikroskopaufnahmen entstanden sind. Hinzu kommt eine sehr gelungene Inszenierung durch Aronofsky, der es sehr gut versteht die traumhaften Bilder in die Geschichte einzubetten und so einige einprägsame Aufnahmen entstehen lässt. Die Komposition aus Schnitt, Score und Kamera ist ausgezeichnet gelungen und somit entsteht ein ästhetischer, angenehm durchkomponierter Film, dessen Bilder sicher in Erinnerung bleiben.

 

Fazit:

The Fountain ist ein visuell wunderschöner Film, für das anspruchsvolle Publikum. Aronofsky schafft es den Film ausgezeichnet durchzukomponieren. Die Geschichte wird auf einer esoterischen und metaphysischen Ebene erzählt und regt zum Nachdenken an. Leider hat The Fountain an manchen Stellen den Balanceakt nicht ganz geschafft und wirkt deshalb speziell am Ende etwas unfreiwillig komisch. Insgesamt gesehen ist The Fountain allerdings ein großartiger Film, auch wenn er nicht der beste von Aronofsky ist.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 24
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