Zodiac - Die Spur des Killers (2007)

OT: - 158 Minuten - Thriller
Zodiac - Die Spur des Killers (2007)
Kinostart: 31.05.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
344
Bewerten:

Filmkritik zu Zodiac - Die Spur des Killers

Von am

David Fincher hat nach 5 Jahren Pause, sein letzter Film war Panic Room,  wieder einen Film fertiggestellt. Dieses Mal hat er erneut sein Lieblingsthema über Serienkiller aufgegriffen. Doch nachdem er mit Se7en das Serienkillergenre neu belebte und einen der wohl besten Filme der 90er schuf, konzentrierte er sich nun auf eine andere Sichtweise des erschreckenden Phänomens.  Er wollte hinter die Fassade blicken und zeigen wie es denn Menschen ergeht, die einen Serienkiller jagen. Dazu hat er einen echten Fall hinzugezogen. Es ist sogar der Berühmste in den USA. Es geht um den Zodiac Killer, der laut seinen eigenen Briefen um die 40 Menschen getötet hat. Dieser Killer schickte Briefe an die Zeitung und Polizei um auf sich aufmerksam zu machen und um neue Hinweise zu liefern, indem er einen chiffrierten Code beilegte, der neue Geheimnisse an das Tageslicht beförderte. Er kündigte Angriffe auf Schulkinder an Bushaltestellen an. David Fincher selbst lebte zu dieser Zeit als 7-jähriger Junge im Raum San Francisco und bekam die Angst zu spüren. Als Quelle dienten ihm 12 000 Seiten Dokumente (sprich Polizeiakten, Zeugenaussagen und Beweise) und Zeugen, die noch zum Großteil lebten. Das Fundament des Filmes waren die 2 Bücher von Robert Graysmith, der alle Informationen versuchte zu komprimieren und in Büchern veröffentlichte.

 

"This is the Zodiac speaking [...] I like killing people, because it is so much fun . It is more fun than killing wild game in the forrest." 

 

Der Film besitzt 3 Hauptpersonen: Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal ), Paul Avery (Robert Downey Jr.) und Inspektor David Toschi (Mark Ruffalo). Paul Avery ist Zeitungsreporter des San Francisco Chronicle, dort tauchen die Briefe erstmals auf. Paul besitzt Kontakte zu Inspektor Toschi und sammelt Informationen durch ihn. Robert arbeitet auch in der gleichen Redaktion, jedoch als Cartoonist, und interessiert sich erst für die Puzzles. Inspektor Toschi kämpft sich durch die verschiedenen Behörden, stößt jedoch nicht auf Erfolg und verzweifelt. Sogar von Kollegen wird er belächelt. Als Avery und Toschi schon aufgegeben haben, ist Graysmith fest entschlossen den Mörder zu fassen, indem er alle Informationen zusammen sucht.

 

David Fincher hat mit diesem Film sein ganzes Können als Darstellerführer gezeigt. Die schauspielerische Leistung ist wohl die Beste in einem Fincherfilm über den ganzen Cast verteilt. Besonders brillant spielt Robert Downey Jr. als tuntiger, drogensüchtiger  und zynischer Reporter. Die Leistung sticht heraus, da er den Film auflockert. Ironischerweise spielt er in der Rolle des Paul Avery einen Drogensüchtigen überzeugend. Makaber ist hierbei, dass er selbst vor einigen Jahren mit seiner Drogensucht zu kämpfen hatte. Bemerkenswert spielt auch Mark Ruffalo als Inspector Toschi. Toschi möchte um jeden Preis diesen Fall aufdecken und wirkt als besessener Inspektor grandios. Enttäuschend hierbei wirkt die Leistung von Jake Gyllenhaal, er wird von beiden an die Wand gespielt und wirkt blass. Nur gegen Ende schimmert das Talent durch. An dieser Stelle hätte Fincher auf jemand Ausdrucksstärkeren setzen sollen. Der Rest der Darstellerriege setzt ebenfalls Akzente und wirkt einfach sensationell homogen.

 

Da Zodiac besonders durch eine hohe Dichte an Dialogen auffällt, tut es dem Film nur gut, dass er einen bitterbösen, ironischen Humor hat, der einmalig wirkt. Jeder Spruch von Robert Downey Jr. passt wie die Faust auf das Auge. Vor allem wirkt dieser Humor in der ernsten Grundatmosphäre absolut natürlich und keinesfalls aufgesetzt, da hat Fincher einen schmalen Grat erfolgreich betreten. Die Musik des Filmes wirkt nicht in allen Szenen überzeugend, in einigen Szenen wirkt sie sogar atmosphärisch etwas lau. Teilweise hört man Musik aus den 70er Jahren oder auch einen Soundtrack von David Shire, der allerdings äußerst gelungen wirkt. Bei atmosphärischen Höhepunkten des Filmes wirkt der Score genau richtig platziert. Die Atmosphäre wirkt zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig, ob panisch, humorvoll oder spannend. Die Mischung bringt den Film weiter. Besonders erwähnenswert sind die Zeitsprünge und deren visuelle Eindrücke ein Augenschmaus. Der Zuschauer bekommt einen hervorragenden, authentischen Eindruck der Mode und der Lebensverhältnisse zu den jeweiligen Epochen (Ende der 60-ziger bis 90-ziger Jahren) .

                                                         

Die Highlights des Filmes sind die Mordszenen des Zodiac Killers. Die  Atmosphäre ist furchterregend, düster dargestellt. Packend und fesselnden inszeniert. Vor Spannung bleibt dem Zuschauer kaum Luft zum atmen. Selten gab es im Kino solch intensive Sequenzen zu bewundern. Dort läuft Fincher zur Hochform auf. Durch die HD – Technik wirkt die Optik unglaublich und die Kameraführung ist brilliant.

 

Die immer wieder auftauchenden Hoffnungsschimmer und dessen Platzen der Suche nach dem Killer, wird nicht jedem Zuschauer gefallen  und das Ende ist sicherlich auch nicht jedem Recht. Der Darsteller leidet mit den 3 Protagonisten, da der Zuschauer die Frustration gut nachvollziehen kann.  Doch Fincher wollte die Obsession der 3 Protagonisten zeigen und das macht er, indem er sich an die Wahrheit hält und dem Zuschauer zeigt, wie verzweifelt die Suche nach einem Serienkiller sein kann. Der Zuschauer leidet und hofft mit den Personen.

 

Fazit:

Im Ganzen schafft es Fincher einen authentischen Film zu kreieren, der schon fast an eine Dokumentation herankommt. Die Schauspieler wissen auf voller Linie zu überzeugen. Die Atmosphäre ist einmalig und der Film beweist das Potenzial zum Klassiker aufzusteigen. Lediglich die Darstellung von Gyllenhaal wirkt nicht überzeugend, doch glücklicherweise fängt er sich gegen Ende. Der Film hat einen epischen Rahmen, der immer weiter innerhalb der vergangenen Zeit steigt. Mit Zodiac ist Fincher ein gelungenes Comeback nach 5-jähriger Abstinenz geglückt. Im nächsten Jahr darf man auf Benjamin Button gespannt sein, denn dort wird er wieder mit seiner Muse Brad Pitt zusammen arbeiten.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 56
10 /10
7%
9 /10
21%
8 /10
36%
7 /10
14%
6 /10
13%
5 /10
5%
4 /10
2%
3 /10
2%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Fight Club (1999)
Miami Vice
Shutter Island (2010)
Verblendung (2011)
Sin City
The Departed (2006)
Prisoners (2013)
Batman: The Dark Knight (2008)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Steffi89
Erstellt: 05.01.2013
Alle Listen anzeigen