Speed Racer

OT: -  135 Minuten -  Action
Speed Racer
Kinostart: 09.05.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Speed Racer

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Im Jahr 1999 ließen die damals noch relativ unbekannten Filmemacher Larry und Andy Wachowski durch einen gewaltigen Paukenschlag auf sich aufmerksam machen: Ihr Film Matrix eroberte die Kinos und die Herzen vieler Filmfans und wirft folgedessen auch seinen riesigen Schatten über alles was die Brüder anfassen. Doch ihre ausgezeichnetes Meisterstück konnten sie leider nie wieder erreichen. Zunächst folgten die beiden Matrix-Fortsetzungen, die in der Filmwelt relativ kontrovers aufgenommen wurden, dann kam der von ihnen lediglich geschrieben und produzierte V wie Vendetta, und nun geht es an den nächsten Streich, Speed Racer. Ihren bisherigen Karrieretiefpunkt.

Speed Racer (Emile Hirsch) ist der geborene Rennfahrer und hat nichts anderes als Autos und den Sieg im Kopf. Diese Fähigkeit liegt der Racer Familie im Blut: Vater Pops Racer (John Goodman) konstruiert Rennwagen und Speeds älterer Bruder Rex Racer war einer der besten bevor er bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Auch bei den Sponsoren sorgt der talentierte Speed für Furore, doch als er einen cholerischen Firmenchef verärgert, beginnt für Speed eine harte Zeit. Doch wer ist der mysteriöse Racer X (Matthew Fox), der ihm immer wieder zur Hilfe eilt?

Seit je her waren die Wachowski Brüder große Anhänger von Comics. So ließens sie sich zum Beispiel vom Anime Ghost in the Shell zu ihrem Meisterwerk Matrix inspirieren und ihr Drehbuch zu V wie Vendetta basiert ebenfalls auf einem Comic. Mit Speed Racer lassen sie allerdings die gewohnte Gefilde und die ausgetretenen Pfade etwas hinter sich und versuchen so gut wie es geht eine japanische Animeserie als Realfilm auf die Leinwand zu bringen. Das Original war bunt, kitschig und rasend schnell und die Kinoadaption steht dem in nichts nach.

Dabei tritt einer der seltenen Fälle ein, dass man sich als Zuseher unbedingt den Trailer zum Film ansehen und den Kinobesuch daran entscheiden sollte. Denn wer bereits beim Trailer das Gefühlt hat, dass alles viel zu bunt, überladen und flach ist, der kann sich den Film gleich sparen, da das fertige Resultat noch um einiges schlimmer ist, als es der Trailer suggeriert. Wer am Trailer allerdings seine Freude hat, vielleicht auch nocht ein großer Fan der Vorlage ist und alle seine alten Lieblingsfiguren detailgetreu wiedergegeben sieht, der sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen.

Man sollte sich aber nicht dem Fehler hingeben und den Film ansehen weil er von den Matrix Machern stammt, denn diese sind eigentlich nicht wiederzuerkennen. Es war ihnen eine Herzensangelegenheit die TV-Serie so gut es geht fürs Kino zu adaptieren und dabei kann man ihnen mit Sicherheit viel vorwerfen, aber dem eingeschlagenen Stil bleiben sie bis zum bitteren Ende treu. Speed Racer ist eben ein Film der auf ein junges Publikum zugeschnitten ist und ganz auf deren Vorlieben abzielt. Für die erwachsenen Zuseher kann das alles aber ziemlich anstrengend werden.

Denn Speed Racers größte Stärke ist auch sein größte Schwäche: Die visuelle Gestaltung. Wenn der Film beginnt und man als Zuseher von Anfang an in diese strahlend bunte Welt geworfen wird, fühlt man sich zunächst sehr überlastet, danach beginnt man um sein Augenlicht zu bangen und dann folgt die Furcht vor epileptischen Anfällen (gefährdete sollten den Film bitte unbedingt meiden. Und das ist kein Scherz.). Denn es ist wirklich sehr schwer dieser reisserischen visuellen Welle auch nur das geringste entgegen zu halten.

Es hängt wohl stark vom individuellen Geschmack ab, wie man zur Gestaltung des Films steht und daher ist es am besten sich den Trailer anzusehen, der wirklich einen guten Eindruck erlaubt wie der Film aussieht. Denn so mancher mag sich schnell an diese grelle Optik anpassen und seine helle Freude am quitschbunten, überdrehten Stil des Films haben, aber mein Tipp ist, dass die meisten erwachsenen Zuseher kaum in diese zuckersüße, überstilisierte Welt eintauchen werden können.

Doch jeder der dies kann, der kann sich auf eine absolut einmalige Achterbahnfahrt voll mit rasant geschnittenen und interessant durchkomponierten Autorennen freuen, die ihm sicher die Sinne gehörig verdreht werden. Doch abgesehen davon hat Speed Racer kaum etwas zu bieten. Dies beginnt bereits wenn der Film zu Beginn die eklatanten Schwächen in seiner Struktur preisgibt, in dem er deutlich zeigt, dass eine ausgewogene Narration mit dem höllischen Tempo des Films nicht kompatibel ist und somit die ineinander übergreifende Paralellmontage zwischen einem Rennen von Speed, dessen Schulzeit und der gemeinsamen Zeit mit seinem Bruder am genervten Zuseher verpufft.

Wirklich peinlich sind allerdings die unausgegorenen Dialoge, der platte Aufbau, die uninteressante Story und die Klischeefallen, von denen keine einzige ausgelassen wurde (was durchaus in das Konzept des Films passt). Die schlimmste aller Todsünden erlauben sich die Wachowskis allerdings mit Speeds jüngerem Bruder Sprite (Paulie Litt), der gemeinsam mit seinem Affen durch die Szenen hüpft und keinen einzigen nervtötenden Witz auslässt. Ganz kleine Kinder könnten das tatsächlich lustig finden, aber jeder der sein fünftes Lebensjahr hinter sich hat, wird wohl nur entnervt mit den Augen rollen. Lediglich sein Affe kann mit seinem Charme punkten, der den seines menschlichen Kollegens um Lichtjahre übertrifft.

Fazit:
Speed Racer ist genau das was man nach dem Trailer befürchten musste: Ein vollkommen auf Kinder ausgelegtes, zuckersüßes, knallbuntes und kitschiges Actionmärchen, das wohl nur für die wenigsten Erwachsenen interessant sein dürfte. Zugegeben, die Optik ist einzigartig und jeder der diese bereits im Trailer großartig fand, soll dem Film eine Chance geben, aber alle anderen sollten lieber ihre Ohren und Nerven schonen und sich diesen weichgespühlten Film sparen.

Wertung:
4/10 Punkte

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