Rocky

OT: -  119 Minuten -  Boxer / Drama
Rocky
Kinostart: 01.04.1977
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Rocky

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Sylveser Stallone. Dieser Name dürfte wohl jedem Filmfan ein Begriff sein. Die ersten Gedanke schweifen natürlich zu stupiden Actionfilmen, mit großen Sprüchen, aber kleinem Intellekt, doch wenn man seinen Gedankenstrom etwas weiter in Richtung Karrierebeginn des Superstars bewegt, dann kommt man zu diesem Film: Rocky. Das dreifach Oscarprämierte Meisterwerk stellte den Karrierbeginn des späteren Superstars dar und überzeugt vor allem durch sein brillantes Drehbuch. Der Film hat so ziemlich alles was ein Filmhöhepunkt braucht, und was die nächsten 4 Sequels, mit teilweiser Ausnahme von Teil 2, schmerzlich vermissen lassen.

 

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist ein sehr talentierter, aber leider etwas undisziplinierter Boxer, der sich durch Boxkämpfe sein Gehalt aufbessert. Seinen normalen Lebensunterhalt verdient er sich als Geldeintreiber für den Kredithai Gazzo (Joe Spinell), doch der gutmütige Rocky kann sich nicht durchringen das Geld mit voller Brutalität einzufordern, sondern appeliert mehr an den Charakter der Klienten. Sein Freund Paulie (Burt Young) stellt dem Boxer seine Schwester Adrian (Talia Shire) vor, die sehr unter dem impulsiven Charakter ihres Bruders leidet. Rocky verliebt sich in die schüchterne Adrian und versucht sie für sich zu gewinnen. Während Rocky mehr schlecht, als recht versucht sein Leben in den Griff zu bekommen, offenbart sich ihm die Chance seines Lebens: Der Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) sucht einen Ersatzgegner für den Titelkampf und da keiner sich traut gegen den fast unbesiegbaren Apollo mit nur 5 Wochen Vorbereitungszeit anzutreten wählt dieser einen unbekannten Boxer aus: The Italian Stallion: Rocky Balboa...

 

Sylvester Stallone wurde für das Drehbuch zu Rocky, durch das Leben des Boxers Chuck Wepner inspiriert, der 1975 in einem Titelkampf gegen Muhammed Ali alle 15 Runden überstand und als einer der wenigen Boxer den Champion sogar auf die Bretter schickte. Stallone, der damals unter sehr großen finanziellen Problemen leidete bot dem Studio das Drehbuch nur unter der Bedingung an dass er die Hauptrolle spielen dürfte. Das Studio wollte allerdings einen berühmten Darsteller für die Rolle des Rocky und so pokertern sie bis auf einen 150 000 Dollar Preis für das Drehbuch rauf, wenn Stallone auf die Hauptrolle verzichten würde. Doch dieser blieb hart und setzte sich am Ende durch, was der Startschuss für seine Weltkarriere bedeutete und ihn über Nacht zum Star machte.

 

Der überwältigende Erfolg des Films, der aus Produktionskosten von 1,1 Millionen Dollar ein sensationelles Einspielergebnis von 225 Millionen Dollar machte, inspirierte die Produzenten dazu eine Reihe von Sequells zu drehen, die aber allesamt die Qualität von Teil 1 nicht erreichten. Das besondere an Rocky ist dass der Film, den Schwerpunkt nicht auf die Actionsequenzen legt, sondern sich sehr viel Zeit für seine wohldurchdachten Charaktere legt und den Spannungsbogen geschickt auf den finalen Endkampf hin spannt. 

 

Die Darsteller spielen alle samt perfekt und Sylvester Stallone liefert mit Rocky einen  der wenigen Glanzpunkte seiner Karriere. Die Rolle ist ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Leib geschrieben und Rocky ist und bliebt der Film seines Lebens. Doch das wundervoll geschriebene Drehbuch von Sylvester Stallone beschränkt sich nicht nur auf die Psyche seiner Figur, sondern gewährt auch den Nebendarstellern viel Raum um sich im Film zu profilieren. Allen voran sind hier Talia Shire, Burt Young und Burgess Meredith zu nennen, die alle ihre Arbeit wundervoll machen.

 

Obwohl der Film das Hauptaugenmerk eindeutig auf die Charaktere legt, brauchen sich die Actionsequenzen, die hauptsächlich im Finalkampf auftreten, nicht verstecken. Der Schnitt, der Ton und die Inszenierung dieses Kampfes sind Dramaturgisch perfekt und überzeugen auf ganzer Linie. Die gesamte Musikuntermalung des Films ist ebenfalls überzeugend und alleine die Tatsache das der Rocky Score noch heute in vielen Fitnessstudios zu hören ist, belegt schon die Vorbildwirkung der Trainingssequenzen in diesem Film.

 

 

Rocky setzt nicht wie seine Sequells auf jede Form von Kitsch, sondern erzählt seine inspirierende Geschichte, ohne den aufdringlichen Pathos der nachfolgenden Werke, sehr Nahe an der Realität und beleuchtet vor allem sehr genau die Psyche und die Hintergründe seiner Hauptfigur. Vor allem ist es löblich zu erwähnen dass Sylvester Stallone in seiner Geschichte viel Mut beweist und sie nicht realitätsfremd enden lässt. Zum Dank wurde er mit zwei Oscarnominierungen bedacht: Bester Hauptdarsteller und Bestes Drehbuch. Vor allem letztere Nominierung hat er sich zweifellos verdient.

 

Fazit:

Rocky ist ein wunderbares Charakterdrama mit Unterhaltungswert und inspirierender Geschichte. Eine der schönsten Underdog Storys die je im Kino erzählt wurden.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 36
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