Babel (2006)

OT: Babel - 142 Minuten - Drama
Babel (2006)
Kinostart: 21.12.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Babel

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Alejandro Gonzalez Inaritu bewies mit 21 Gramm und Amores Perres, wie gut er verschiedene Handlungsstränge gelungen zusammen führt. Babel bildet den Abschluss seiner persönlichen Trilogie. Nach diesem Film legt er eine Pause ein, um sich der Erziehung seiner Kinder zu widmen.

 

Der Film enthält 4 Handlungsstränge, die sich mit dem Thema der Sprachen, Kulturen und Kommunikation auseinander setzen. Einer spielt in Tokyo, wo sich ein stummer Teenager durch sexuelle Belustigung, ihre Außenseite Rolle versucht zu entfliehen. Des Weiteren gibt es einen Plot um eine mexikanische Haushälterin, die Kinder in Amerika umsorgt, doch zu der Hochzeit ihres Sohnes nach Mexico fahren möchte. Da die Eltern in Marokko feststecken, weil die Frau angeschossen wurde, fährt sie mit den beiden Kindern zur Hochzeit über die Grenze. Die angeschossene Frau (dargestellt von Cate Blanchet) wird von ihrem bemühten Mann (Brad Pitt) umsorgt und dieser versucht sie in ein Krankenhaus zu bringen, doch die Sprachschwierigkeiten führen zu Problemen und daraus folgt ein großer Medienskandal, der durch die Politik geführt wird. Angeschossen wird die Frau von einem Jugendlichen, der die Schafe hüten sollte und sich Spaß mit seinem Bruder erlaubt hat. All diese Geschichten laufen gegen Ende zu einem Höhepunkt auf und lassen Kollateral Schaden hinter.

 

Dafür, dass in dem Film solche Stars wie Brad Pitt (Sieben, Fight Club) und Cate Blanchet (Avaitor) mit spielen, bekommen sie überraschend wenig Screentime und keine Sonderrolle als andere Protagonisten. Die meist unbekannten Darsteller spielen ihre Rolle grandios emotional. Doch dieser Film legt den Fokus viel mehr auf das Visuelle. Es gibt Augenblicke, wo kein einziges Wort gesprochen wird, jedoch das Visuelle dem Zuschauer durch Gesten und Symbolik näher bringt. Ein Höhepunkt ist eine Sequenz, wo der Teenager unter Drogen feiernd die Tokyo Innenstadt unsicher macht. Selten sah der Zuschauer solche ausdrucksstarken Bilder in einem Film. Selten hat man dadurch mit den Protagonisten so mitgelitten. Die Musik weiss ebenfalls zu überzeugen, ob orientalische Musik oder japanischer J – Pop, die Bilder werden nochmals hervorragend unterstrichen.

 

Keiner der Handlungsstränge hebt sich hervor oder fällt negativ auf. Das Zusammenspiel funktioniert hervorragend und die Entflechtung ebenfalls. Die Anspielung mancher Protagonisten zwischen einander ist sehr natürlich dargestellt, es wirkt keinesfalls konstruiert. Die Aktualität und die authentische Atmosphäre  führt zu geschocktem Bangen der Geschichte.

 

Fazit:

Insgesamt ist es Alejandro Gonzalez Inaritu gelungen, den besten Film seiner Karriere zu drehen. Er weiß gekonnt, Handlungsstränge zu verbinden und zu platzieren. Der komplette Cast weiß zu erfreuen und zu überraschen. Die Bildersprache ist unglaublich intensiv. Die volle Punktzahl bekommt dieser Film nicht, da in der Mitte kleinere Längen aufweist, diese hätten kürzer ausfallen können. Der Film ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch jeder, der sich für politische Themen, Tiefsinn und Komplexität in Filmen interessiert, wird hier garanteirt auf seine Kosten kommen. Der Film ist jedenfalls keine leichte Kost, doch einer der Filme von 2006, die einem im Kopf haften bleiben.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 54
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Liste von Steffi89
Erstellt: 05.01.2013