Ein Verlockendes Spiel (2008)

OT: Leatherheads - 114 Minuten - Sport / Komödie
Ein Verlockendes Spiel (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Ein Verlockendes Spiel

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Es gibt Eintagsfliegen, die einmal einen großen Hit landen und dann wieder völlig von der Bildfläche verschwinden, es gibt Hollywoodstars, und dann gibt es noch George Clooney. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, diesen Kerl nicht sympathisch zu finden? Er nutzt den Ruhm, den er durch seine Unterhaltungsfilme aufbaut, für politisch engagierte Projekte, ist ein umwerfend sympathischer und charismatischer Kerl, dabei auch noch ein ausgezeichneter Darsteller und engagiert sich für soziale Zwecke. Zwischen all dem findet er auch noch Zeit, mal selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Sein neuester Film Ein verlockendes Spiel schwächelt zwar ein wenig, doch dies ist eher dem Drehbuch zu verdanken, denn George Clooney selbst beweist aufs Neue, dass er es einfach kann.

Jimmy "Dodge" Connelly (George Clooney) ist der Captain der Bulldogs, einem Profi-Footballteam im Jahr 1925. Die gesamte Liga leidet unter großen finanziellen Schwierigkeiten, und auch die Bulldogs stehen kurz vor dem Ruin. Doch Jimmy hat eine Idee: Er verpflichtet den College-Football-Star Carter Rutherford (John Krasinski), der gleichzeitig ein bekannter Kriegsheld ist und nun die Fans ins Stadium locken soll. Doch die Situation verkompliziert sich etwas, als die Journalistin Lexie Littleton (Renee Zellweger) einen Bericht über Carter schreiben soll und sich sowohl Jimmy als auch Carter in sie verlieben...

Ein verlockendes Spiel (im Original mit Leatherheads betitelt) ist die mittlerweile dritte Regiearbeit von Alleskönner George Clooney. Dabei geht der Film jedoch einen völlig anderen Weg als seine beiden Filme Confessions of a Dangerous Mind und Good Night, and Good Luck. Während sich seine ersten Projekte vorwiegend mit dem Thema Medien beschäftigten und dabei eher ernstere Filme waren, versucht sich George Clooney mit Ein verlockendes Spiel zum ersten Mal an komödiantischem Material.

Es ist ja nicht so, als hätte er nicht zwei der größten Lehrmeister der Branche gehabt. Denn an manchen Stellen erinnert Ein verlockendes Spiel sehr an O Brother, Where Art Thou?, den Clooney ja gemeinsam mit den Coen-Brüdern gedreht hat. Auch von seiner kürzlichen Zusammenarbeit mit Steven Soderbergh im Retro-Thriller The Good German scheint einiges hängen geblieben zu sein, bezieht Ein verlockendes Spiel doch einen Großteil seines Reizes aus der Retroebene, die er anspricht.

George Clooney schafft es hervorragend ,den Zeitgeist der der 20er Jahre auferstehen zu lassen und orientiert seine Film stilistisch sehr an den Slapstickfilmen der 30er und 40er Jahre. Deshalb lässt er seine Darsteller auch mit reichlich überzogener Mimik durch die Szenerie hopsen und passt auch den Bewegungsrhythmus der Darsteller an den Stil dieser Filme an. Das Ergebnis ist ein äußerst erheiterndes und frisches Setting, das bei einem Publikum, das sich für diese Art Film begeistern lässt, sicher für gute Laune sorgt.

Weiters darf George Clooney erneut beweisen, dass er einfach ein wirklich ausgezeichneter Regisseur ist. Bereits mit seinem für sechs Oscars nominierten Mediendrama Good Night, and Good Luck konnte er ja seine Stilsicherheit eindrucksvoll unter Beweis stellen, doch überraschend ist, dass er sich auch in der Komödie sehr wohl zu fühlen scheint. Ein eindrucksvoller Beweis dafür ist schon die wundervolle Eingangsszene, in der er mit einer Kuh, einem Football, einigen Spielern und einer statischen Kamera zeigt, was mit einfachen Mitteln alles möglich ist.

Doch leider hat Ein verlockendes Spiel auch ein großes Problem, das weder die Regiekünste von George Clooney noch die gut aufgelegten Darsteller kaschieren können. Denn das Drehbuch gewinnt leider keinen Blumentopf und drückt den Unterhaltungslevel enorm. Es stellt also quasi der interessanten Inszenierung eine banale Story entgegen, und somit kann Ein verlockendes Spiel seine Vorzüge nie ausnützen. Fans von George Clooney sollten sich den Film allerdings dennoch nicht entgehen lassen.

Fazit:
George Clooney zeigt mit Ein verlockendes Spiel erneut, dass er einfach ein ausgezeichneter Regisseur ist. Sein Timing stimmt, er schafft es herausragend, den Zeitgeist der 20er Jahre auferstehen zu lassen und inszeniert seinen Film als Hommage an die Slapstickfilme der 30er und 40er Jahre. Doch all diesen guten Eigenschaften wird ein äußerst durchschnittliches Drehbuch entgegengestellt, weswegen der Film seine Vorzüge leider nicht ausspielen kann.

Wertung:
6/10 Punkte








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