Das Erbe der Bergler

OT: -  97 Minuten -  Dokumentation
Das Erbe der Bergler
Kinostart: 09.05.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
3240
Bewerten:

Filmkritik zu Das Erbe der Bergler

Von am

Je weiter die Technik voranschreitet und je mehr Hilfsmittel uns zur Verfügung gestellt werden, umso mehr verlieren wir die traditionelle Art zu leben aus den Augen. Der schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr nahm es sich zur Aufgabe uns zu zeigen welche Schönheit in der Natur steckt, und dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die auf die technischen Hilfsmittel verzichten und entsprechend den alten Werten zu Werke gehen. Dabei erreich sein Film Das Erbe der Bergler eine beinahe hypnotische Wirkung, die sich aber im Laufe des Films leider verliert.

Jedes Jahr am 1. August, dem schweizer Nationalfeiertag, ist es soweit: Im Muotatal, Kanton Schwyz beginnen die "letzten Bergler" den steilen Aufstieg auf den "Hinteren Heubrig" um dort ihren Arbeiten als Wildheurer nachzugehen. Ausgerüstet sind sie nur mit von Hand gefertigten Holzschuhen, traditionellen Sensen und sonstigen Werkzeugen die schon ihre Väter und Großväter benutzt hatten. Nun beginnen sie die Gebiete aufzuteilen und die Arbeit kann beginnen...

Erich Langjahr macht bereits von Anfang an klar in welche Richtung sich Das Erbe der Bergler entwickeln wird. Da erzählt ein alter Mann aus der Vergangenheit, als man noch keinen Fernseher hatte, der das Wetter für die nächsten Tage voraussagte. Damals mussten die Kinder noch zu den nahegelegenen Ameisenhaufen laufen und sehen was die Tiere machen. Wenn sie fleissig am arbeiten sind, dann kann man davon ausgehen, dass das Wetter schön bleibt, aber wenn sie einen ruhigen Tag einlegen, sollte man auf schlechtes Wetter gefasst sein.

Danach beginnen die Vorbereitungen für den kommenden Aufstieg: Einer der Wildheurer steht Maß, damit ihm handgefertigte Spezialschuhe angefertigt werden, mit denen er für die kommenden Arbeiten gerüstet ist. Im Folgenden sieht man in langen Einstellungen wie zuerst die Holzgrundlage für die Schuhe gefertig wird, und danach auch noch die Metalunterseiten, ähnlich wie Hufeisen befestigt werden, die dank ihren langen "Spikes" für den nötigen Halt im Hang sorgen.

Von Anfang an legt Das Erber der Bergler dabei eine sehr ruhige Gangart an den Tag und sorgt somit quasi dafür, dass man sich als Zuseher auf eine kleine Zeitreise versetzt fühlt. Wie in längst vergangenen Tagen ist nichts vom hektischen Großstadtleben zu spüren, und der Höhepunkt der technologischen Entwicklung ist ein Seilzug, der das Werkzeug auf den Berg rauf bringt, und die fertigen Heuballen schließlich mit hohem Tempo wieder ins Tal befördert.

Dabei schafft es Erich Langjahr das Publikum mit auf den Berg zu nehmen und in eine observierende Position zu bringen, sodass man sich einfach zurücklehnen kann und den Wildheurern bei der Arbeit zusehen kann. Dabei setzt der Film vor allem auf sehr monotone Aufnahmen die eine äußerst beruhigende Wirkung erreichen, sodass man als Zuseher die Schönheit der Natur, die Selbstverständlichkeit der Arbeit und Rückkehr in eine vergangene Zeit genießen kann, und dabei fast meint das Heu zu riechen und den Wind zu spüren.

Dabei muss allerdings jedem klar sein, dass ein normaler Mainstreamkinogänger absolut keinen Spaß an diesem durchaus imponierenden Film haben wird, sondern Interesse und Sitzfleisch eine Grundvorraussetzung sind. Und auch für das interessierte Publikum werden einige Steine in den Weg gelegt. Denn so interessant und entspannend der Film zu Beginn noch ist, so langweilig und monoton wird er nach einer gewissen Zeit, und spätestens wenn Das Erber der Bergler dann in den Winter vorspringt, geht die Bindung zum Publikum leider verloren.

Fazit:
Das Erbe der Bergler besticht durch seine sehr ruhige Art den Zuseher in die Welt der letzten Wildheurer zu führen. Man fühlt sich wie in einer sehr entspannenden Zeitreise, und an manchen Stellen meint man beinahe die Natur riechen zu können. Doch im Laufe des Films beginnt diese ruhige Erzählweise für ungeduldige Zuseher sehr anstrengend zu werden, und spätestens wenn die Wildheurer ihren Berg verlassen und der Film in den Winter vorspringt, verliert man als Zuseher die Bindung zum Geschehen. Für Mainstreamkinogänger ist Das Erbe der Bergler ohnehin nicht zu empfehlen, aber auch für alle anderen könnte der Film beinahe schon zu unspektakulär sein.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
100%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!