Close to Home

OT: -  98 Minuten -  Drama
Close to Home
Kinostart: 01.05.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Close to Home

Von am

In Österreich kann man es sich kaum vorstellen wie das Leben in einer aktiv vom Terror bedrohten Gegend sein muss. Bei jeder Busfahrt, bei jedem Treffen in einem Café, oder wenn man nur einmal kurz das Haus verlässt muss man einen Anschlag fürchten. Terrorismus ist wohl die stärkste Waffe gegen eine zivilisierte Welt und Jerusalem ist mit seinen berühmten Kulturstätten ein beliebtes Ziel. Close to Home nutzt nun diesen Hintergrund um eine sehr persönliche Geschichte vom Erwachsenwerden in dieser Gegend zu erzählen.

Smadar und Mirit müssen beide ihren Militärdienst in den Straßen von Jerusalem ableisten. Ihre Aufgabe ist es vorbeigehende Palästinenser anzuhalten, zu kontrollieren und ihre Daten aufzunehmen. Dabei vergessen sie aber öfters mal die Dringlichkeit ihrer Aufgabe und geben sich ihren persönlichen Problemen hin, die sich hauptsächlich um Schwärmereien und andere Liebesgeschichten drehen. Bis sich eines Tages die Realität des Konfilktalltags in ihr Leben drängt...

Die Mehrheit der männlichen Österreicher werden wohl selbst ihre Erfahrungen mit dem Militäralltag gemacht haben. In Israel ist es allerdings so, dass auch die Frauen herangezogen werden um in den Straßen zu patroulieren. Doch nicht nur das westliche Militär, sondern auch die gesamte Filmbranche beschränkte sich wenn es um militärische Erfahrungen geht, nahezu ausschließlich auf die männliche Seite. So gesehen bringt Close to Home durchaus etwas Frische mit, aber leider gibt es einige andere Schwächen.

Denn im Wesentlichen passt der Film sehr schön in die Schublade der alltagsbeobachtenden Dramen, die kaum über nennenswerte Hochs und Tiefs verfügen, sondern einfach so vor sich hinplätschern. Jeder der selbst in den "Genuss" der monotonen Erfahrung der Grenzraumüberwachung im Zuge des Militärdienstes gekommen ist, wird kaum das Interesse haben etwas vergleichbares auf der Leinwand zu erleben. Close to Home zeigt uns allerdings genau das, und reichert es mit einer uninteressanten persönlichen Ebene an.

Zugegeben wäre die Idee einen Film zu drehen, der vom Erwachsenwerden vor einem solch brisanten politischen Hintergrund erzählt durchaus reizvoll, aber leider hat man es nicht geschafft die Bedrohung durch den Terrorismus greifbar zu machen. Daraus resultiert, dass die ständigen Streifengänge vollkommen ohne Suspense auskommen müssen und sich außerordentlich langatmig anfühlen. Da kann es durchaus vorkommen, dass man sich als Zuseher sehr im monotonen Trott des Films verliert.

Da diese Terrorebene also reichlich misslungen ist, bleibt noch der Einblick in den Militärdienst aus der Sicht der Frauen. Hier ergeben sich zwar einige interessante Erkenntnisse, wie z.B. die extrem hohen Bestrafungen, aber wirklich umwerfend ist auch das nicht. Schlussendlich klammert sich Close to Home am letzten Strohhalm fest, der noch übrig bleibt: Der persönlichen Ebene der Figuren. Schade nur, dass sich diese nicht maßgeblich über ein gutes Seifenopernniveau hinausbewegt, und den Film schließlich mit sich zu Grabe trägt.

Fazit:
Wer sich für das Thema interessiert kann durchaus einen Blick riskieren, aber für alle anderen wird Close to Home ein reichlich langatmiges Vergnügen werden. Die Terrorbedrohung wird nie glaubhaft übermittelt, das Figurendesign ist reichlich gewöhnlich und die persönliche Ebene, auf die sich der Film konzentriert, kann leider ebenfalls nicht wirklich überzeugen.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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