Once

OT: -  85 Minuten -  Musical / Romanze
Once
Kinostart: 25.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Once

Von am

Das klassische Musical besteht vorwiegend aus einer Hochglanzoptik, gepaart mit aufwendigen Tanzeinlagen und einer möglichst kitschigen Geschichte. John Carney ist ein großer Fans dieser Art des Musikfilms, aber sein eigener Film Once sollte in eine andere Richtung gehen, da er der Meinung ist, dass die Zeit der klassischen Musicals vorbei ist. Weiters geht Once auch eher in die Richtung des Arthousekinos, was man vor allem an der ernsthaften Geschichte und der reifen Erzählweise erkennen kann. Und dank diesem Ansatz ist der Film auch ein voller Erfolg.

In den Straßen Dublins spielt ein talentierter Straßenmusiker (Glen Hansard) Nacht für Nacht die Musikstücke, die er selbst komponiert hat, um seinem Traum zu folgen einmal den großen Durchbruch zu schaffen. Am Tag arbeitet er im Geschäft seines Vaters und repariert Staubsauger. Eines Abends taucht plötzlich eine junge Pianistin (Markéta Irglová) auf, die ihr Geld mit Gelegenheitsjobs verdient, und die beiden kommen ins Gespräch. Da ahnen sie jedoch noch nicht, dass sie scheinbar füreinander geschaffen sind. Doch meint es das Glück gut mit ihnen?

Wer sich von Once ein gewöhnliches Musical erwartet, wird sehr bald erkennen, dass er sich im Film getäuscht hat. Von einer aufpolierten Optik, pompöser Ausstattung und schrillen Kostümen ist hier nämlich nichts zu erkennen. Da man gerade einmal 180.000 Euro zur Verfügung hatte um den Film zu drehen, war natürlich auch gar kein Geld für solche Spielereien vorhanden. Statt groß angelegten Kamerafahrten gibt es in Once also wackelige Handkameraaufnahmen und statt riesigen Tanznummern persönliche Songs.

Doch gerade diese Besinnung auf das Wesentliche und der bewusste Schritt zurück ist das, was aus Once einen ganz besonderen Film macht. Denn wie gesagt hat man die optische Ebene sehr zurückgeschraubt, und sogar an der Beleuchtung musste gespart werden, was besonders in den Innenaufnahmen für einige unterbelichtete Szenen sorgt. Doch dies gibt dem Film gerade erst seinen rustikalen Charme und drückt ihn noch weiter von der glattgebügelten Hollywoodform weg.

Doch nicht nur formal ist Once etwas besonderes. Man kann hier förmlich in jeder Einstellung spüren wieviel Herzblut alle Beteiligten in das Projekt gesteckt haben. Besonders im Figurendesign beweist Once viel Reife und entfernt sich sehr von den üblichen Klischees. Hier gibt es kein Treffen der beiden Hauptfiguren nachdem sie sich sofort in die Arme fallen und für immer zusammenbleiben. Stattdessen gibt es zaghafte Annäherung und die Gewissheit, dass diese beiden Menschen füreinander geschaffen sind. Als Zuseher sehnt man sich ein befriedigendes Happy End herbei, wenngleich man immer das ungute Gefühl behält, dass die beiden doch nicht zueinander finden werden.

Neben den Figuren ist es vor allem die Musik, die sich ins Gedächtnis brennt. Schön ist vor allem, dass man darauf verzichtet hat die Songs möglichst glatt zu gestalten, sodass sie sich auch wunderbar am Mainstreammarkt verkaufen lassen. Stattdessen erzählt jedes Lied eine Geschichte und verstärkt die Wirkung der Bilder ungemein. Wenn dann schließich der, völlig zurecht mit dem Oscar ausgezeichnete, Song Falling Slowly im Duett ertönt, dann sollte jeder wissen, dass Once ein außergewöhnlicher Film ist, den man sich auf keinenfall entgehen lassen sollte.

Fazit:
Once ist ein Musikfilm der besonderen Art, der ganz ohne die schrillen Kostüme, pompöse Ausstattung und großen Tanzeinlagen der typischen Hollywoodmusicals auskommt und sich stattdessen ganz auf seine Figuren konzentriert. Verbunden werden die emotionalen Spots der Geschichte durch die großartigen Songs, die sich vollends in den Film einfügen und die Wirkung der Bilder enorm verstärken. Kurz gesagt ist Once Balsam für die Seele eines Cineasten, der Erholung vom lauten Hollywoodkrach braucht.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 9
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