Iron Man

OT: Iron Man - 118 Minuten - SciFi / Comic / Action
Iron Man
Kinostart: 01.05.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Iron Man

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Marvel ist speziell in den letzten Jahren zu einer gigantischen Größe im Showbusiness herangewachsen. Zwar konnte sich der Comicgigant schon immer über große Beliebtheit erfreuen, aber spätestens als begonnen wurde die Comics systematisch für das Kino umzuwandeln, begann das Geld zu fließen. Bisher waren es aber vor allem die Filmstudios die mit den Figuren Marvels das Geld machten, und nun scheint man auch beim Comichersteller daraufgekommen zu sein, dass es einen besseren Weg gibt: 2008 tritt Marvel das erste Mal selbst als Studio in Erscheinung und bringt uns die Filme Iron Man und Der Unglaubliche Hulk. Captain America, Thor und Ant-Man sind bereits für 2009 angekündigt.

Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist ein brillanter Erfinder, Industrieller und Waffenhersteller, der es zu einem beachtlichen Reichtum und viel Ruhm gebracht hat. Doch plötzlich wird er während eines Waffentests von Terroristen entführt und durch Granatsplitter schwer verletzt. Raza (Faran Tahir), der Anführer der Terrorgruppe will von Tony, dass er ihm eine zerstörerische Waffe baut, doch in Wirklichkeit arbeitet Tony an etwas anderem: An einer eisernen Rüstung, die ihm schützt und übermenschliche Kräfte verleiht. Von nun an kämpft Tony für die Guten...

Die drei zugkräftigsten Lizenzen von Marvel wurden leider schon vergeben: Spider-Man, X-Men und Fantastic Four. Diese drei Comicserien können sich über die wohl meisten Fans freuen, wenngleich nur die ersten beiden eine standesgemäße Umsetzung bekamen. Spider-Man führt, wie man es auch erwarten konnte, die Rangliste aller Comicverfilmungen an und die Trilogie spülte Milliarden in die Kassen. Da Iron Man nur in den USA wirklich berühmt ist, und in unseren Breitengraden kaum Beachtung findet, kann bezweifelt werden, dass dieser Film ein ähnlich genialer finanzieller Coup wird.

Hinzu kommt auch, dass man an manchen Stellen noch deutlich spührt, dass Marvel schlicht noch die Erfahrung im Filmbusiness fehlt. Positiv ist allerdings, dass man ein gigantisches finanzielles Risiko eingegangen ist, als man Robert Downey Jr. als Hauptdarsteller gecastet hat, anstatt auf einen zugkräftigeren Namen zu setzen, der das Mainstreampublikum anlocken würde.

Vorab das Gute: Robert Downey Jr. rockt wirklich. Zwar wäre es sehr übertrieben zu sagen, dass er hier die Rolle seines Lebens spielen würde, denn er war einfach schon deutlich besser, aber man kann ihm den Spaß an dieser Figur in jeder Sekunde anmerken. Kurz gesagt spielt er ein brillantes Arschloch, das aus seinem Talent Unmengen an Geld herauspresst und dabei selbst als er im Jeep durchs Kriegsgebiet fährt noch ein Glas mit frischem Cognac in der Hand schwenkt.

Auch macht es wirklich viel Spaß dem Milliardär Tony Stark auf seiner Spielwiese zu beobachten und zu sehen wie er sich seinen Anzug zusammenbastelt. Doch das führt uns auch schon zum ersten Problem des Films: Tony Stark ist ein typischer Gewinnertyp, der kaum ernstzunehmende Probleme hat. Er hat genügend Geld, bekommt alle Frauen und ist immer in guter Laune. Das einzige was ihn noch verletzlich macht, ist seine körperliche Hülle. Doch eben diese beschützt er mit dem Iron Man Anzug der ihn eigentlich unbesiegbar macht.

Man kann also schon erkennen was die grundlegende Prämisse der Figur ist: Er wird als Übermensch skizziert, der sich in bester MacGywer manier selbst in einer Höhle einen unzerstörbaren Schutzanzug baut. Als kleine "Schwäche" bleibt lediglich sein Playboytum, auf das allerdings nur oberflächlich eingegangen wird, sodass es nur erheiternd wirkt. Mancher mag hier zwar sagen, dass alles eben eine Comicverfilmung ist, und man sich um solche Dinge nicht kümmern soll, aber in Zeiten eines Batman Begins, der deutlich die Vorzüge eines düsteren Helden zeigt, und auch ansonsten sehr auf Realismus setzt, bleibt es nicht aus zu sagen, dass die sehr übertriebene Show in Iron Man etwas komisch wirkt. Aber es muss ja auch nicht jeder Film düster sein, sodass Iron Man zumindest als Blockbusterunterhaltung durchaus funktioniert.

Etwas enttäuschend ist jedoch die leicht misslungene Dramaturgie des Films. Alles wirkt etwas abgehastet und ohne erkennbares Konzept aneinandergereiht. Ausserdem fühlt sich der Film spürbar zu träge an, und die meisten Gags bewegen sich wirklich auf sehr seichtem Niveau, sodass man sich nur bei Robert Downey Jr. bedanken kann, dass sie großteils doch funktionieren. Und wie bereits erwähnt hat weder die Figur Tony Stark, noch der Superheld Iron Man wesentliche Schwächen, sodass man nie wirklich um sie bangen muss.

Weiters wirkt sich das Fehlen eines starken Bösewichts desaströs auf die Handlung aus. Der Beginn ist schon einmal katastrophal, als uns Iron Man tatsächlich eine Ansammlung klischeeüberladener Terroristen als Gegenspieler präsentiert. Und wer im Folgenden nicht erkennt, dass Tonys rechte Hand Obadiah Stane (Jeff Briges) schlimme Absichten hat, der muss sich schon beide Augen zuhalten (Merke: Glatze und langer Bart bedeutet Böse). Wenn es dann am Ende zum Kampf der beiden Iron Man geht, wirkt das Szenario mehr schlecht als recht von Transformers geklaut, fühlt sich aber im Endeffekt nur wie das Finale einer Trash-Serie an. Lediglich der Umstand, dass sich der Film ohnehin nie allzu ernst genommen hat rettet ihn hier noch.

Fazit:
Summa summarum kann Iron Man durchaus unterhalten, was vor allem am sympathischen Robert Downey Jr. liegt, aber der erhoffte Knaller, der eine grandiose Blockbustersaison einläutet ist es definitiv nicht geworden. Die Gründe sind, dass der Film eine gelungene Dramaturgie schmerzlich vermissen lässt, und auch die Bösewichte nur farblose Abziehbilder sind. Auch werden Freunde von Christopher Nolans Batman Begins, die auf kantige Charaktere mit Profil wertlegen und ein geerdetes Realismuskonzept (was selbst in einer Comicverfilmung möglich ist) schätzen, am liebsten weinen. Denn Iron Man ist eine knallbunte, knallige und glatte Unterhaltungsspritze, deren Wirkung leider nicht lange anhält. Aber man muss dem Film schon zugestehen, dass er als zerstreuende Unterhaltung, auch dank einem prächtig gelaunten Robert Downey Jr., durchaus funktioniert.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015