Sommer

OT: -  xx Minuten -  Romantikomödie
Sommer
Kinostart: 17.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Sommer

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Findige Manager hatten immer schon ihre Freude daran die Manipulierbarkeit der jungen Genereationen auszunutzen. Natürlich ist es deshalb den Produzenten der durchaus erfolgreichen Die Wilden Kerle Reihe nicht entgangen, dass spezielle ein Schauspieler bei den jüngeren Mädchen gut ankommt: Jimi Blue Ochsenknecht. Man muss auch kein Genie sein um dies zu erkennen, denn die Kreischkonzerte bei seinen Auftritten dürften schwer zu überhören sein. Sommer ist nun die logische Reaktion auf diese Tatsache. Ein Starvehikel rein auf den Jungschauspieler zugeschnitten, und das Ergebnis ist genau was man von diesem Werk erwartet.

Der 15-jährige Tim (Jimi Blue Ochsenknecht) ist der Sohn eines Piloten und folgedessen schon viel in der Welt herumgekommen. Diesesmal ziehen sie aus Berlin weg, doch Tim kann nicht mit seinem Vater mitkommen, da dieser nach Afrika versetzt wird. Also heißt es für den Jugendlichen ab auf eine Nordseeinsel zu seiner Oma. Kaum angekommen gerät er auch schon mit Lars (Jannis Niewöhner), dem Anführer der örtlichen Surf-Clique, aneinander, weil sich Tim für den Aussenseiter Eric (Julian Krüger) stark macht. Doch dies soll erst der Anfang der vielen Probleme werden, die beginnen als sich Tim in die bildschöne Vic (Sonja Gerhardt) verliebt, die Freundin von Lars...

An welche Zielgruppe sich Sommer wendet ist nicht besonders schwer zu erraten. Denn abgesehenen von den Stammlesern der Bravo und den großen Fans von Jimi Blue Ochsenknecht wird wohl kaum jemand eine Freude an dieser abgefilmten Foto-Love-Story haben. Das ist allerdings nicht die Schuld des Drehbuchs, das zwar vorhersehbar und nicht wirklich originell ist, was aber für das Genre egal ist, sondern lässt sich viel mehr dadurch erklären, dass man in jeder Sekunde spürt, dass Sommer nur dazu da ist um die Kassen aufzubessern.

Natürlich soll jeder Film Geld einspielen, aber so wie es bei Sommer gelöst wurde funktioniert es einfach nicht. Man hat den Star Jimi Blue Ochsenknecht, der ein Garant dafür ist, dass das junge Publikum erreicht wird (und viele Mädchen wohl auch eine männliche Begleitung mitnehmen werden) und zusätzlich will man noch mit einer gewissen Sommerferienatmosphäre punkten (obwohl der Film unter der Schulzeit spielt!), die vor allem durch den Inselflair und die typischen Teenagerelemente entsteht.

Doch scheinbar sind diese Einzelkomponenten alles auf was es die Produzenten abgesehen haben. Denn wie die Story umgesetzt wurde grenzt in vielen Punkten schon an Verhöhnung des Publikums. Dies betrifft speziell den ersten Teil des Films, der sich sehr gekünstelt anfühlt. Ob dies jedoch im Laufe des Films besser wird, oder ob man sich als Zuseher nur dem Niveau anpasst ist eine andere Geschichte. Danach kann Sommer zwar auf einer sehr simplen Ebene unterhalten, aber retten tut dies den Film noch lange nicht.

Der Grund warum sich Sommer teilweise außerordentlich seltsam anfühlt, ist die uninspirierte Regie von Mike Marzuk, dem nicht wirklich mehr einfällt als seine Schauspieler ohne erkennbares Konzept auf der Leinwand zu positionieren und sie dort die Szenen durcharbeiten zu lassen. Die gesamte junge Darstellerriege wirkt äußerst unsicher und kein Darsteller scheint wirklich aus sich heraus zu gehen. In den meisten Szenen stammeln alle nur ihre Sätze heraus ohne dabei den Inhalt wirklich herüberzubringen. Egal um was es sich gerade dreht, jeder Dialog hört sich motivations- und gefühllos an, was natürlich dazu führt, dass man den Film kaum ernst nehmen kann.

Hinzu kommen noch einige peinliche Drehbuchkonstrukte, die am besten anhand eines Beispiels erläutert werden: Im Laufe des Films zeigt man immer wieder Flashbacks von Tim, die deutlich machen sollen, dass er in der Vergangenheit etwas erlebt hat, was nun dazu führt, dass er nicht mehr ins Wasser geht. Gleichzeitig gibt es auf der Insel einen traditionellen Wettkampf, bei dem zwei Kontrahenten im Meer bis zu einer roten Boje schwimmen müssen und derjenige der zuerst umkehrt verliert. Lars ist in diesem Wettkampf der ungeschlagene Champion. Na, kann man schon erraten wie wohl das finale Duell zwischen Lars und Tim aussehen wird?

Doch wie gesagt könnte man diese Drehbuchschwächen durchaus verschmerzen, da sie auch nicht wirklich unüblich im Genre sind. Denn die Inselstimmung und auch die Romanze würde für ein junges Publikum durchaus empfehlenswert sein, wäre da nicht diese peinliche filmische Umsetzung, die abgesehen von den bereits erwähnten Unzulänglichkeiten auch noch Anschlussfehler en mass aneinanderreiht und somit den Unterhaltungslevel für ein halbwegs filminteressiertes Publikum, dessen Horizont über die Bravo hinausgeht, leider in den Keller drückt.

Fazit:
Sommer wäre eigentlich ein durchaus kurzweiliger Film für ein junges Publikum, der zwar stereotype Figuren und Standardsituationen des Genres aneinanderreiht, aber dennoch irgendwie funktionieren würde. Er "würde" funktionieren, wäre da nicht eine katastrophale, ideenlose Inszenierung, die ohne jedes Konzept vorgeht und die Schauspieler ihrer Unsicherheit überlässt. Diese können einem förmlich leid tun wenn sie völlig alleingelassen ihre Texte herunterstammeln und dabei leider immer sehr weit am Publikum vorbeireden. Dies bewirkt natürlich, dass man sich kaum für das Geschehen interessiert und dass einem auch die Figuren reichlich egal sind. An manchen Stellen blitzen zwar dennoch die gelungenen Seiten des Films hervor, aber ausser den jungen Jimi Blue Ochsenknecht Fans, wird dieser Film wohl kaum jemandem gefallen.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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