Back to Africa

OT: -  97 Minuten -  Dokumentation
Back to Africa
Kinostart: 25.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
3134
Bewerten:

Filmkritik zu Back to Africa

Von am

Jeder Wiener wird die zahlreichen Plakate kennen, die auf den afrikanischen Zirkus Afrika! Afrika! hinweisen, der auf ständiger Tour durch Europa ist, und natürlich auch in der österreichischen Hauptstadt halt macht. Doch viel mehr als die Show bekommt man dort nicht zu sehen, und so widmet der österreichische Dokumentarfilmer Othmar Schmiderer seinen Film Back to Africa den Menschen hinter der glitzernden Fassade der Zirkusshow. Das Ergebnis ist ein interessantes Portrait das es schafft zu faszinieren.

Mingue Sonko lebt für ihre Kunst. Sie ist Tänzerin und musste sich ihr Leben in Afrika hart erarbeiten. Mittlerweile hat sie es zu einem angesehenen Highlight in der Show Afrika! Afrika! gebracht und muss folgedessen einen Großteil ihrer Zeit in Europa verbringen. Ihr Herz ist allerdings immer bei ihrer Familie im Senegal, zu der sie so oft wie möglich zurückkehrt. Ebraima Tata Dindin stammt aus Gambia und hat es dank seinem viruosen Spiel mit der Kora ebenfalls in die Show geschafft. Ihm fallen vor allem die gravierenden Unterschiede auf, wie verschieden man doch die Musik in Europa und Afrika behandelt. Während die Afrikaner die Musik als tiefe kulturelle Erfahrung sehen, geht es in Europa nur ums Geld.

Makaya Dimbelolo aus dem Kongo ist ein Spinnenmann, der seine Glieder unglaublich agil verbiegen kann, und seinen gesamten Körper so zusammenklappen kann, dass es aussieht als wäre er eine riesige Spinne. Das Publikum liebt ihn dafür, aber auch er sieht Europa nicht als seine Heimat, sondern fühlt sich stets wie ein Fremder. Dickso Oppong aus Ghana ist der sogenannte "Waterman", der mit seiner rundlichen Körperform und durch sein breites Grinsen die Herzen des Publikums erobert. Durch sein Talent unzählige Schüsseln rotieren zu lassen und sie dann zu balancieren, und gleichzeitig meterhohe Wasserfontänen aus seinem Mund zu schießen, hat er viel Geld verdient, doch seine Familie wartet in Afrika auf ihn. Schlussendlich bleibt noch Georges Momboye von der Elfenbeinküste, der die Tänze der Show choreographiert und neue Künstler in Afrika sucht....

Back to Africa versucht den Leuten, die uns in der Zirkusshow einen netten Abend bereiten und uns mit ihren Talenten erfreuen, ein Gesicht zu geben. Man zeigt uns eine Gruppe Künstler, die alles dafür opfern um ihre Profession auszuüben und dafür selbst ihre Freunde und Familien zurücklassen. Viele leiden an dem ungewohnten Lebensstil in Europa und der Einsamkeit, aber dafür bekommen sie genügend Geld um ihren Liebsten das Leben zu finanzieren und gleichzeitig können sie ihre Leidenschaft ausleben.

Wirklich zufrieden sind sie allerdings nur wenn sie die gläsernen und stählernen Bauten Europas hinter sich lassen und zurück in ihre Heimat können. In den staubigen und heißen Landschaften Afrikas können sie ihr Leben genießen und sich so verhalten wie sie es gerne möchten. Back to Africa vermeidet es dabei gekonnt in die üblichen Klischeefallen zu treten, welche die Afrikaner als möglichst primitive Leute skizzieren. Statdessen nimmt man das Thema ernst und gibt sich viel Mühe den Artisten gerecht zu werden.

Wirklich interessant ist hier der kulturelle Einblick in das Leben der Afrikaner und man bekommt eine ungefähre Vorstellung darüber, was das Leben für diese Menschen bedeutet. Dabei gibt sich Back to Africa allerdings nicht als Reisevideoersatz, der die Zuseher auf eine Safari mitnimmt, sondern versucht sich ernsthaft mit den Menschen des Kontinents zu beschäftigen. Zwar bleibt es nicht aus zu sagen, dass Back to Africa wohl nicht jeden gefallen wird, aber alle die sich auf dieses persönliche Dokument einlassen werden einen interessanten Kinoabend verbringen.

Fazit:
Back to Africa widmet sich dem Leben von fünf Artisten aus dem berühmten Zirkus Afrika! Afrika! und versucht ihnen ein Gesicht zu verpassen. Dabei hat man besonders viel Wert darauf gelegt die kulturellen Gepflogenheiten von Afrika zu beleuchten, aber man versucht auch die persönlichen Schicksale der Künstler, um die sich der Film dreht, zu erläutern. Die breite Masse wird wohl keinen Gefallen an diesem Film finden, aber für das interessierte Publikum wird es sicher ein informativer Kinobesuch.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
100%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!