Der rote Baron

OT: -  129 Minuten -  Drama
Der rote Baron
Kinostart: 11.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der rote Baron

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Die Geschichte von Manfred Freiherr von Richthofen hat zweifellos das Potential auf der großen Leinwand für einen gelungenen Kinoabend zu sorgen. Die Legenden um den berüchtigten "roten Baron", der über 80 feindliche Flieger vom Himmel holte, und selbst bei seinen Gegnern hoch angesehen war, ranken sich bis in die heutige Zeit, und sind nicht nur im deutschsprachigen Raum bekannt. Dessen waren sich wohl auch die Produzenten bewusst, haben den Film in englisch gedreht und mit internationalen Stars besetzt. Helfen tut dies dem Film allerdings nicht.

Manfred von Richthofen (Matthias Schweighöfer) fliegt während des ersten Weltkriegs gemeinsam mit zwei seiner Kameraden über feindliches Gebiet um einen gefallenen Piloten der Gegner zu ehren. Danach folgt eine Luftschlacht, in der von Richthofen einen Flieger vom Himmel holt. Als der Abschuss später bestätigt werden soll, entdeckt man, dass der Pilot Roy Brown (Joseph Fiennes) noch am Leben ist, und von Richthofen rettet ihn aus dem Wrack. Krankenschwester Käte (Lena Headey), auf die von Richthofen ein Auge geworfen hat, kümmert sich um den Verletzten und während dessen sprechen sich die bemerkenswerten Fähigkeiten des mittlerweile als "Der rote Baron" bezeichneten von Richthofen überall herum, und er leitet schließlich seine eigene Fliegerstaffel. Auch zu Käte entwickelt sich langsam eine Beziehung, doch wie lange kann man Kriegseinsätze fliegen ohne einmal selbst abgeschossen zu werden?

Regisseur und Drehbuchautor
Niki Müllerschön war es scheinbar eine Herzensangelegenheit einen Film über den berühtmen Kriegshelden von Richthofen zu drehen, denn immerhin hat er sechs Jahres seines Lebens in das Projekt gesteckt und obwohl er direkt vor den Toren Hollywoods lebt, wollte er den Film als deutsche Produktion realisieren, damit er möglichst viel Kontrolle über das Projekt behält. Doch leider hat er sich trotz dieser Kontrolle nicht über das verklärte Kitschlevel eines durchschittlichen Hollywoodfilms hinausbewegt und zusätzlich hat man die Geschichte völlig überladen, sodass im Endeffekt keinem geholfen ist.

Das allerschlimmste an Der rote Baron ist, dass man in jeder Einstellung spürt, dass sich die Filmemacher reichlich Mühe gegeben haben den Heldenmythos rund um Manfred Freiherr von Richthofen einen neuen Anstrich zu verpassen, sodass auch die heutigen Generationen wissen, dass er ein strahlender Held war. Zusätzlich vermeidet man es großteils die Schrecken des Krieges zu zeigen, denn sonst könnte ja die Heldenfassade Risse bekommen, und die Zuseher könnten seine Taten hinterfragen.

Kurz gesagt wird der Krieg sehr romantisiert dargestellt, was durch die von Pathos triefenden Dialoge noch unterstützt wird. Die wichtigste Aufgabe aller Darsteller ist es möglichst heroisch vor der Kamera zu posieren und mit möglichst bedeutungsschweren Blick über sie hinweg zu starren. Natürlich dürfen klassisch-dämliche One-Liner wie "Möge Gott uns allen beistehen" auch nicht fehlen, und so wird Der rote Baron auf Dauer leider zum weltfremden Kitschfilm, der uns einen Krieg voll Tapferkeit und Heldenmut vorgaukelt.

Ausserdem kann man leider zu keiner Figur, mit Ausnahme des Hauptcharakters, eine besondere Bindung aufbauen, was leider dazu führt, dass man die Tode der verschiedenen Mitglieder aus Richthofens Fliegerstaffel zwar zur Kenntnis nimmt, aber kaum davon betroffen ist. Zwar gibt sich Matthias Schweighöfer wirklich viel Mühe seiner Figur Profil zu verleihen, und er bleibt dabei auch zugegeben charismatisch, aber das Drehbuch geht leider viel zu undifferenziert vor um dem Charakter wirklich Tiefe zu verleihen. Weiters erwähnenswert bleibt eine bemühte Lena Headey, ein routinierter Joseph Fiennes und ein gelangweilter Til Schweiger.

Den krönenden Abschluss bildet schließlich das hölprige Drehbuch, das leider keine Schwerpunkte setzt, und so versucht möglichst viel Film in eine möglichst knappe Laufzeit zu pressen, was so natürlich nicht funktionieren kann. Übrig bleiben wirklich bemerkenswerte visuelle Effekte, die auf europäischer Ebene wirklich großartig sind, und auch den Vergleich mit Hollywood nicht scheuen müssen, und ein großteils Kurzweiliger Filmverlauf. Über die zahlreichen Schwächen kann dies allerdings nicht hinwegtrösten.

Fazit:
Der rote Baron bietet auf der einen Seite großartig aussehende Luftschlachten und einen kurzweiligen FIlmverlauf, leidet aber an einem überfrachteten Drehbuch, das den Krieg romantisiert und kaum einer Figur wirklich Profil verleiht. Die Flieger werden als strahlende Helden gezeichnet die sich alle an den Ehrenkodex halten, und die Schrecken des Krieges werden wenn möglich vor dem Publikum versteckt gehalten, sodass die glatte Oberfläche des Films nur keine Kratzer bekommt. So wird das nichts.

Wertung:
4/10 Punkte

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