Shine a Light

OT: -  120 Minuten -  Dokumentation
Shine a Light
Kinostart: 04.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Shine a Light

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Martin Scorsese hat es allerspätestens seit seinem Oscargewinn mit The Departed absolut nicht mehr notwendig irgendjemandem etwas zu beweisen. Filmfans in aller Welt vergöttern ihn, er zeigt sich für Klassiker wie z.B. Taxi Driver oder Wie ein wilder Stier verantwortlich, hat dem Gangstergenre mit seinen Meisterwerken GoodFellas und Casino seinen Stempel aufgedrückt, bescherte Paul Newman und Robert de Niro ihre ersten Hauptdarstelleroscars mit Die Farbe des Geldes und Wie ein wilder Stier, sorfte dafür dass man Leonardo di Caprio wieder als ernsten Schauspieler sah, und schlussendlich bekam er auch den längst überfälligen Oscar.

Die Rolling Stones haben auch niemandem mehr etwas zu beweisen. Seit sie 1962 gegründet wurde, eroberte die Band die Welt und gilt als eine der erfolgreichsten, besten und beliebtesten Rockbands aller Zeiten. Da ist es doch eine Ehrensache, dass man für den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton zu seinem sechzigsten Geburtstag im Beacon Theatre in New York einen kleinen Gig gibt. Normalerweise sind sie gefüllte Stadien gewohnt, also ist es durchaus etwas aussergewöhnliches wenn man diese Truppe in einer solchen heimeligen Atmosphäre sieht.

Doch gerade weil das Beacon Theatre so winzig ist für Stones-Verhältnisse kann natürlich nicht jeder mit dabei sein. Das dachte sich wohl auch Starregisseur Martin Scorsese, der seit Jahren ein begeisterter Fan der Band ist und alleine den Song Gimme Shelter in drei seiner Filme verwendete (GoodFellas, Casino und The Departed). Also stellte er kurzerhand eine Anfrage an die Stones, ob es denn nicht möglich wäre, dass er dieses Konzert filmt und einen Film daraus macht. Die Antwort lautete ja, und das Ergebnis ist nun endlich fertig: Shine a Light.

Dabei scheint es so, als wollte man von Anfang an einen Mitschnitt produzieren, der dieser Band würdig ist, und nicht nur, dass man das Konzert mit 14 Kameras aufnahm, man engagierte ausschließlich die ganz großen Kameramänner der Branche, sodass das Ergebnis nur umwerfend werden konnte. Beinahe alle wurden zumindest für einen Oscar nominiert und auch Robert Elswit (There Will Be Blood), Oscarpreisträger von diesem Jahr, war mit von der Partie. Da kann doch nicht mehr viel schief gehen.

Und in der Tat hält das fetige Ergebnis tatsächlich was diese grandiosen Vorzeichen versprechen. Martin Scorsese legt sehr viel Wert darauf das Konzert standesgemäß wiederzugeben, und hält sich mit sonstigen Spielereien ziemlich zurück. Lediglich zu Beginn steht eine ca. 10 minütige Einführung, welche die Vorbereitungen für das Konzert zeigt, und es dem Publikum ermöglich sowohl etwas über die Schulter des Filmteams, als auch über die Schulter der Stones zu sehen. Abgesehen von dieser Sequenz ist Shine a Light pures Konzertvergnügen, angereichert mit einigen Interviewfetzen aus vergangenen Zeiten, die etwas Stones-Geschichte mit einbringen.

Wirklich schön ist ausserdem, dass man nicht nur auf dem Papier die Superlative sprechen lässt, sondern auch der Film deutlich zeigt, dass hier ausschließlich Meister am Werk waren. Die Technik ist ganz einfach perfekt, und es ist außerordentlich bemerkenswert was hier auf die Leinwand gezaubert wurde. Man könnte fast meinen live mit dabei zu sein, wären da nicht die vielen Details, die von den grandiosen Kameraleuten herausgezaubert wurden, und die man bei einem echten Konzert nie entdecken könnte.

Der Schnitt geht harmonisch mit der Musik der Stones Hand in Hand und der Zauber dieser Band ist in jedem Augenblick spürbar. Wirklich schön ist auch das Sounddesign, das den Zuseher quasi an das Instrument, das gerade im Bild ist heranholt, und es aus nächster nähe spüren lässt. Man hat es tatsächlich geschafft ein Konzert der Rolling Stones so abzufilmen, dass man selbst im Kinosesseln noch die Energie verspührt, als wäre man gerade mitten in der Menge. Eine Legende verfilmt also das künstlerische Schaffen von anderen Legenden. Und das Ergebnis hält was diese Konstellation verspricht. Bemerkenswert!

Fazit:
Martin Scorsese konnte ja bereits mit The Last Waltz und No Direction Home: Bob Dylan beweisen das er ein Händchen für Musik-Dokus hat. Shine a Light steht diesen Filmen in nichts nach, und liefert einen ultimativen Mitschnitt eines Stoneskonzert, sodass man selbst im gemütlichen Kinosessel noch die enfesselte Energie der Band spüren kann. Das einzige was man bei diesem pefekten Konzertfilm noch bemängeln kann, ist dass es eben nur ein Konzertfilm ist, und man von Scorsese vielleicht mehr erwartet hätte. Doch angesichts einer solch umwerfenden technischen Perfektion kann man sich solche Kommentare auch verkneifen.

Wertung:
8/10 Punkte

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