Run, Fatboy, Run

OT: -  95 Minuten -  Komödie
Run, Fatboy, Run
Kinostart: 04.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Run, Fatboy, Run

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Irgendwie ist es schön, mal wieder etwas von David Schwimmer zu hören, der als Ross im TV-Megaerfolg Friends immerhin 10 Jahre lang für prächtige Unterhaltung gesorgt hat. Doch für Run, Fatboy, Run kehrt er nicht etwa vor die Kamera zurück, sondern positioniert sich hinter dieser und liefert sein Kino-Regiedebüt ab. Da er allerdings bereits bei einigen Friends-Episoden Regie führen durfte, muss er nicht ganz ins kalte Wasser springen. Herausgekommen ist ein durchaus witziges Erlebnis, das alledings auch an einigen Schwächen leidet, und dem gegen Ende hin spürbar die Luft ausgeht.

Libby (Thandie Newton) ist wunderschön, hochschwanger und wird am Tag ihrer Hochzeit von Dennis (Simon Pegg) am Altar sitzengelassen. Fünf Jahre später arbeitet Dennis als Wächter in einem Damenbekleidungsgeschäft und auch ansonsten hat sein Leben nichts herausragendes zu bieten. Das soll sich allerdings ändern, als Libby plötzlich mit Whit (Hank Azaria) einen rundum perfekten neuen Freund hat. Dennis will Libby zurückerobern und als Beweis, dass er nicht mehr wie früher sofort aufgibt, will er einen Marathon laufen...


Simon Pegg kennen die meisten aufmerksamen Filmfans bereits aus den zum Brüllen komischen Komödien Shaun of the Dead und Hot Fuzz, doch nun darf der gnadenlos komische Mime sein Nischendasein verlassen und sich einmal als Star in einer mainstreamigen Hollywoodkomödie versuchen. Schön ist allerdings, dass man gar nicht versucht hat Peggs Ecken und Kanten auszubügeln, sondern er sich weiterhin als Loser vom Dienst präsentieren kann, der kettenrauchend und fluchend duch die Szenen eilt.


Auch David Schwimmer darf zeigen, dass er sich bei der Arbeit an Friends durchaus ein Händchen für die tragisch-komischen Alltagsmomente angeeignet hat, aber leider funktioniert sein Gespür für die Gags nicht immer zu 100 Prozent. Zwar sitzen ein Großteil der Witze sehr gut, aber manchmal fällt doch auf, dass sein Timing noch nicht voll und ganz ausgereift ist, sodass sich die Pointen im Nichts verirren. Auch hätte es der Film gar nicht notwendig gehabt noch zusätzlich einige abgestandende Slapstick Einlagen einzuflechten.


Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, dass man scheinbar nicht wirklich wusste auf was man bei Run, Fatboy, Run überhaupt hinaus will. Über weite Strecken funktioniert der Film prächtig als Spaßgranate, jedoch musste man zusätzlich zu den gelungen komödiantischen Ansätzen auch noch unbedingt einen romantischen Aspekt mit einbringen, der den Genuss doch deutlich schmälert, da in diesen Szenen alles nur nach Schema F abläuft, und keine wirklich kreativen Impulse miteinfließen.


Auch erweist sich die offensichtlich sehr großzügige Beteiligung von Nike am Produktionsbudget als sehr nervig. Denn während man es noch verschmerzen kann, dass die Hauptfigur natürlich Nike Laufschuhe geschenkt bekommt, ohne die es quasi unmöglich wäre den Marathon zu beenden, erweist es sich als sehr störend, dass selbst das Finale des Films während des Nike River Runs stattfindet und man beinahe in jeder Einstellung ein Nikelogo unter die Nase gehalten bekommt. Etwas Feingefühlt wäre hier angebracht, denn diese nervige Vogehensweise bringt keinem etwas.


Doch trotz dieser Kritikpunkte ist Run, Fatboy, Run eine schwungvoll Komödie, die vor allem dank des grandiosen Simon Pegg funktioniert. Zwar zünden nicht alle Gags gleich gut, und im Finale geht dem Film spürbar die Luft aus, was schließlich dazu führt, dass man einen einzigen Gag bis zum Gehtnichtmehr ausschlachtet, aber trotzdem sorgt der Film mit Sicherheit für einige Lacher, und alle die sich nicht sehr an romantischem Einheitsbrei und nervigem Product Placement stören, werden mit Sicherheit einen schönen Kinoabend verbringen.


Fazit:
Der wahrscheinlich stärkste Pluspunkt von Run, Fatboy, Run ist Simon Pegg, der durch seine Loser-Ausstrahlung und seinen trockenen britischen Humor mit Sicherheit die Lacher auf seiner Seite hat. Schade ist allerdings, dass der Film sehr zwischen Komödie und Romanze pendelt, und auch das Timing von Regisseur David Schwimmer noch nicht perfekt (aber mit Sicherheit ausbaufähig) ist. Gegen Ende hin geht dem Film ausserdem spürbar die Luft aus, aber dennoch kann Run, Fatboy, Run dank einiger sehr gelungener Gags dennoch unterhalten.


Wertung:
6/10 Punkte

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