Wolf Creek

OT: - 99 Minuten -  Thriller
Wolf Creek
Kinostart: 13.10.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Wolf Creek

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Das Horrorkino bewegt sich wieder in die richtige Richtung. Nach dem das Genre von Screamklonen überschwämmt wurde und die Zuseher mit Filmen überschüttet wurden, deren Ironie ihre Brutalität relativierte wurden die Produzenten durch den wahnsinnigen Erfolg von Saw wieder darauf aufmerksam dass man sich vielleicht in die flasche Richtung bewegt. Als Folge kamen im Jahr 2006 unzählige Filme ins Kino die weit weg vom Horrorkino der letzten Jahre waren, und sich wieder mehr am Terrorkino der 70er Jahre orientierten. The Hills Have Eyes, Hostel oder Saw 2 sind nur einige von ihnen und sie überzeugen vor allem dadurch dass sie die ironischen Szenen weglassen und sich voll und ganze auf die Grausamkeit konzentrieren, was der ursprünglichen Intention des Horrorfilms wohl viel näher kommt.

 

Wolf Creek ist nun einer dieser Filme die sich nahtlos in die aktuelle Tendenz des Horrorfilms einordnet und schockierend realistische Brutalität auf höchstem Niveau liefert. Zwar war der Film mit Produktionskosten von gerade einmal 1 Million Dollar relativ billig, doch dies sieht man den Film nicht wirklich an. Ausserdem ist die visuelle Brutalität nicht so ausgeprägt wie in vergleichlichen Werken, jedoch betont die Inszenierung deutlich die psychologische Komponente und hebt sich dadurch von den anderen aktuellen Terrrorproduktionen ab.

 

Die drei Freunde Liz (Cassandra Magrath), Kristy (Kestie Morassi) und Ben (Nathan Philips) planen einen Road Trip durch das Australische Outback. Da sie nur wenig Geld zur Verfügung haben kaufen sie sich nur ein billiges Fahrzeug und nach einer ausgelassenen Feier machen sie sich auf den Weg zum Wolf Creek, einen Nationalparkkrater im Westen des Landes. Dort angekommen stellen sie das Auto ab und gehen den Krater erkunden. Als sie zurückkommen springt ihr Auto nicht an und sie müssen weit von der Zivilisation entfernt auf Hilfe warten. In der Nacht kommt ein Auto vorbei und der freundliche Trucker Mick (John Jarratt) bietet ihnen seine fachkundliche Hilfe an. Er schleppt das Trio ab und sagt dass er ihren Wagen bei ihm zu Hause reparieren kann. Bei ihm angekommen setzen sie sich rund um ein Lagerfeuer und beginnen ausgelassen zu scherzen. Doch am nächsten Morgen wird Liz gefesselt und geknebelt munter und hört nicht weit entfernt die Schreie ihrer Freundin Kristy...

 

Zu Beginn des Films ist von knisternder Terroratmosphäre noch nicht viel zu sehen. Hier konzentriert sich Wolf Creek nämlich ausschließlich auf die Einführung der Charaktere und gibt den Zuseher fast 50 Minuten Zeit um das Panorama der Australischen Outbacks zu genießen und Sympathien zu den Figuren aufzubauen. Hier will der funken zum Zuseher nicht so recht überspringen, aber nach dem der Terrorteil des Films beginnt, wird einem klar dass diese Einführung notwending war um später mit den Figuren mitzufiebern.

 

Auch Kameratechnisch wird im Film klar eine Trennlinie zwischen der Einführung und dem Terror gezogen. Zu Beginn wird alles in ruhigen und ausgeglichenen Bildern gezeigt um später dann in ruckelige Bilder zu wechseln. Dieser Kontrast visualisiert quasi zusätzlich die Unruhe in den Personen und verstärkt die psychische Belastung auf den Zuseher noch zusätzlich. Zwar ist diese Technik nichts aussergewöhnliches im Genrekino, aber dennoch funktioniert es wunderbar, da es auch die unerschüttliche Natut in Kontrast zu den verendenden Menschen setzt.

 

Die Rollen wurden eigentlich ausnahmslos durch unbekannte Schauspieler besetzt. Zusätzlich wird nicht wie in vielen amerikanischen Horrorfilmen auf die Modelfähigkeiten der Darsteller wert gelegt, sondern es ist das Wichtigste dass diese natürlich wirken und das realistische Szenario nicht zerstören. Eine weiterer Pluspunkt sind die teilweise sinnfreien Dialoge, die den Zuseher zusätzlich das Gefühl von Realität geben. Verstärkt wird dieses Gefühl noch dadurch dass es sich beim Killer nicht um einen Mutanten oder etwas ähnliches handelt, sondern um eine charismatische Vaterfigur, der mit seinen rustikalen Charme eigentlich mehr wie der Onkel von Nebenan als wie ein Mörder wirkt.

 

Die Gewalt des Films wird natürlich teilweise explizit dargestellt, jedoch liegt der Schwerpunkt deutlich an der psychischen Belastung des Zusehers und nicht an blosser visueller Abschreckung. Als Zuseher soll man sich mit den Gequälten identifizieren und dies gelingt auch vortrefflich. Gore Fans werden also nur teilweise auf ihre Kosten kommen.

 

Insgesamt gesehen ist Wolf Creek wieder einer dieser Filme, die einen dass Gefühl geben dass das Horrorkino wieder auf dem Weg zurück ist. Am Ende dann findet sich eine ungewöhnliche aber konsquente Auflösung die den Cowboy der etwas anderen Art in den Sonnenuntergang trägt und die einach zum Film passt und vollkommen stimmig ist. Wolf Creek ist sicher sehenswert, auch wenn der Anfang des Films relativ langatmig und substanzarm ist.

 

Fazit:

Wirklich gelungener Genrefilm, der sich sehr am Terrorkino der 70er Jahre orientiert, aber durch die langatmige Einführung auch Schwächen bietet.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 11
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