Untraceable

OT: -  100 Minuten -  Thriller
Untraceable
Kinostart: 04.04.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Untraceable

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Man kennt ihn ja nur zu gut, den Effekt, dass wenn irgendwo ein Unfall stattfindet bereits in kürzester Zeit eine Menschenmenge versammelt ist, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen will. Diese Sensationsgeilheit, so abstoßend sie auch in vielen Situationen sein mag, steckt in allen von uns, wenngleich es dabei natürlich verschiedene Ausprägungen gibt, und es natürlich auch Menschen gibt, die dem Drang widerstehen können. Untraceable nimmt sich diesem Thema an, macht aber dabei einen großen Fehler: Denn der Film prangert die Sensationsgier der Menschen an, versucht aber gleichzeitig mit seinen Saw-mäßigen Spielen eben diese zu befriedigen, was schließlich in einem höchst unbefriedigenden hin und her resultiert.

FBI-Spezialistin Jennifer Marsh (Diane Lane) ist damit beauftragt die Internetkriminalität einzudämmen. Zusätzlich ist sie eine alleinerziehende Mutter und versucht ihr Kind möglichst vom Schmutz mit dem sie es in ihrer Arbeit zu tun hat, fernzuhalten. Eines Tages geht jedoch eine Webseite an den Start, die schlimmer ist, als alles mit dem Jennifer es zuvor zu tun hatte: Auf killwithme.com sieht man ein Katzenbaby, das zu Tode gefoltert wird, und dabei umso schneller zu Grunde geht, je mehr Zugriffe die Seite hat. Zunächst hält man alles nur für einen Scherz, doch kurz darauf findet sich ein Mensch auf dieser Seite, der nun ebenfalls sterben soll. Und die Zugriffszahlen schnellen immer weiter in die Höhe...

Man braucht kein Genie zu sein um die zwei grundlegenden Elemente zu erkennen, die Untraceable beinhaltet. Zum einen ist es sehr auffällig, dass man sich von den perversen Spielen der Saw-Franchise inspirieren hat lassen, die für die meisten Kinogänger immer noch der wichtigste Grund sind diese Filme anzusehen, und zum anderen will man unbedingt einen medienkritischen Ansatz einbringen, der das oben beschriebene Phänomen der Sensationsgeilheit der Menschen an den Pranger stellt. Eigentlich ist dies gar nicht so abwegig, den wie man an der Saw-Reihe sieht, kann man sehr viel Geld verdienen, in dem man diese besonders anspricht.

Als Plattform für den perversen Serienkiller hat man natürlich das Internet gewählt, welches sich auf einem unaufhaltsamen Siegesmarsch befindet und immer mehr zum Massenmedium Nummer 1 avanciert. Natürlich hat das Internet noch eine wesentliche andere Eigenschaft, die es als Medium höchst interessant macht: Denn während das Fernsehen und Printmedien statische Medien sind, bei denen man die Inhalte vorgegeben bekommt, kann man im Internet auf relativ einfache Weise selbst zum Anbieter für die verschiedensten Dienstleistungen werden.

Das Motto der berühmten Videoplattform YouTube, Broadcast Yourself, belegt dies ja bereits eindeutig. Doch wo große Freiheit ist, da ist der Missbrauch natürlich nicht weit, was man bereits am gigantischen Anstieg der Piraterie im Netz aber auch durch Kinderpornoringe und wer weiß was noch, sehen kann. Untraceable zeigt hier in eine durchaus richtige Richtung, denn ich bin davon überzeugt, dass eine Seite die ein ähnliches Programm wie killwithme.com aufweist, innerhalbt kürzester Zeit Rekordbesucherzahlen haben würde, und sich alle durch die Anonymität im Internet sicher fühlen würden.

Nun ist es allerdings so, dass eine gute Idee noch lange keinen guten Film ausmacht, was man an Untraceable wieder eindrucksvoll sieht. Denn es ist hier offensichtlich, dass der medienkritische Unterton nie der Hauptaspekt war, sondern man sich viel lieber auf eine konventionelle Thrillerebene begibt. Dies wäre ansich auch nichts verwerfliches, nur hinterlässt es eben einen höchst bitteren Nachgeschmack, wenn man die Sensationsgier der Menschen bekrittelt, aber gleichzeitig im Trailer und auch während des Films, versucht gerade diese anzusprechen.

Doch auch ansonsten bietet Untraceable nur höchst durchschnittliche Unterhaltung mit einigen logischen Einbrüchen, die vor allem dem technikaffinen Publikum einige kalte Schauer über den Rücken jagen werden. Interessant sind allerdings die Chatmitschriften, die neben den Foltervideos zu sehen sind, und die zeigen wie das Publikum auf das Gezeigte reagiert. So sorgt es für einen höchst zynischen Abgang aus dem Film, als ein User der Seite nach dem letzten Video, also bevor der Abspann zum Film beginnt, noch einmal im Chat nachfragt ob man denn das Video auch downloaden kann. Schade dass Untraceable nicht mehr solche Pointen zu diesem Thema gefunden hat.

Fazit:
Untraceable versucht auf der einen Seite die Sensationsgier der Menschen, und vor allem die verschiedenen Kriminalitätsebenen im Internet, zu kritisieren, aber gleichzeitig versucht er genau diese Sensationsgeilheit auszunutzt um die Menschen ins Kino zu bekommen und auch dort zu halten. Dies sorgt leider für eine höchst unbefriedigende Mischung und kombiniert mit der mittelmäßigen Umsetzung, die sich ausserordentlich glatt anfühlt, schafft es Untraceable nur zum Prädikat durchschnittlich.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 3
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