Vielleicht, vielleicht auch nicht

OT: -  105 Minuten -  Romantik / Komödie
Vielleicht, vielleicht auch nicht
Kinostart: 28.03.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Vielleicht, vielleicht auch nicht

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Man kennt ja die generelle Prämisse von romantischen Komödien, dass sie sich irgendwie alle gleich anfühlen, und deshalb manches einen etwas faden Nachgeschmack hinterlässt. Es sind die kleinen Variationen die es in diesem Genre ausmachen und den Filmgenuss maßgeblich bestimmen. Vielleicht, vielleicht auch nicht macht einiges richtig, denn man muss dem Film zweifellos zugestehen, dass er es schafft ein gelungenes Stimmungsbild der Clinton-Ära zu entwerfen, und auch die Darsteller scheinen prächtig aufgelegt zu sein, doch leider traut man sich nicht wirklich mit den Konventionen zu brechen, und deswegen kann Vielleicht, vielleicht auch nicht seinen faden Nachgeschmack nicht wirklich verbergen.

Will Hayes (Ryan Reynolds) ist gerade dabei eine Scheidung hinter sich zu bringen, die ihm sehr zu schaffen macht, aber natürlich auch besonders für seine Tochter Maya (Abigail Breslin) schwierig ist. Maya will genau wissen wie sich ihre Eltern kennengelernt haben, und bringt ihren Vater schließlich dazu ihr die Geschichte zu erzählen, doch dieser besteht darauf die Namen zu vertauschen, sodass Maya nicht von vorne herein weiß welche der Frauen aus der Geschichte schließlich ihre Mutter ist. Wer mag wohl die Auserwählte sein? Wills Jugendliebe Emily (Elizabeth Banks), die abgebrühte Journalistin Summer (Rachel Weisz), oder doch die offene April (Isla Fisher)?

Es ist hier bereits ersichtlich in welche Richtung sich das Szenario bewegt: Der Vater erzählt seiner Tochter die Geschichte wie er mit seiner Frau zusammengekommen ist, vertauscht dabei allerdings die Namen, sodass die Tochter mitraten muss wer es denn schlussendlich wird. Natürlich darf nicht nur die Tochter rätseln, sondern auch das Publikum wird in das Ratespiel inkludiert, sodass man selbst immer am überlegen ist, wer denn nun die Auserwählte wird. Aufmerksame Zuseher werden sich allerdings relativ bald denken können wer die Mutter wird, und zu wem sich Will tatsächlich hingezogen fühlt.

Wirklich interessant ist allerdings das Stimmungsbild, dass in Vielleicht, vielleicht auch nicht kreiert wird. Nachdem die Rahmenhandlung der Geschichte für die Tochter eingeführt wurde, springt die Story zurück ins Jahr 1992, in die Zeit von Bill Clintons Wahlkampf. Will ist hier als engagierter Wahlkampfhelfer zu sehen, der seinen Heimatort verlässt um die große Welt zu erobern. Dabei kann man ihm eine gewisse Naivität nicht absprechen, aber es macht Spaß mit dem motivierten Will New York zu entdecken, da die Atmosphäre sehr stimmig ist, und Ryan Reynolds mit sehr viel Charisma durch die Szenen führt.

Überhaupt schafft es Regisseur Adam Brooks, der hier sein Regiedebüt liefert und bisher nur als Drehbuchbuchautor bekannt war, sehr schön Will durch die verschiedenen Stationen der Clinton-Ära zu manövrieren, begonnen als hochmotivierter Wahlhelfer, bis er schließlich während des Monika Lewinsky Skandals als desillusionierter Werbefachmann endet. Durch das feine Händchen des Regisseurs was diese Rahmenhandlung und vor allem die generelle Inszenierung der Stadt New York betrifft, baut Vielleicht, vielleicht auch nicht eine sehr angenehme Atmosphäre auf, die den Film merkbar aufwertet.

Zusätzlich kann der Film mit einem ausgezeichnet gelaunten Ensemble punkten, das mit viel Leichtigkeit durch den Film führt. An der Spitze steht der höchst sympathische Ryan Reynolds, der sofort die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hat, aber auch alle Nebenrollen sind vortrefflich besetzt. Kevin Kline überzeugt als genial schräger Professer mit leichtem Alkoholproblem, der sich gerne gut um seine Studentinnen kümmert und Rachel Weisz bringt alles nötige mit um die abgebrühte Journalistin zu verkörpern. Leider erweist sich das gesamt Konstrukt der Geschichte im Endeffekt zu gewöhnlich um den Film zusätzlich aufzuwerten. Einen Blick kann man allerdings dennoch riskieren.

Fazit:
Vielleicht, vielleicht auch nicht punktet durch ein überraschend stimmiges Bild der Clinton-Ära und nimmt auch das Leben seiner Hauptfigur ernst. Leider erweist sich die gesamte Geschichte als etwas zu gewöhnlich und genretypisch sodass eine höhere Wertung verhindert wird. Nichtsdestotrotz können die Darsteller überzeugen und für Freunde von romantischen Komödien ist Vielleicht, vielleicht auch nicht mit Sicherheit einen Blick wert. Wenngleich die komödiantische Seite leider etwas zu kurz kommt, und die richtig großartigen Gags ausbleiben.

Wertung:
6/10 Punkte

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