Kap der Angst

OT: -  122 Minuten -  Thriller
Kap der Angst
Kinostart: 27.02.1992
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kap der Angst

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Um sein Wunschprojekt Die Letzte Versuchung Christi verwirklichen zu können musste sich Martin Scorsese bereit erklären danach einen kommerziellen Film zu drehen. Er entschloss sich dazu ein Remake von Ein Köder für die Bestie zu drehen. Eigentlich wollte Steven Spielberg den Film drehen, jedoch entschied er sich dagegen und erzählte stattdessen seinen Freund Scorsese davon. Der war durchaus interessiert und konnte auch die Produzenten davon überzeugen, vor allem da es sich mit Kap der Angst nicht unbedingt um einen typischen Scorsese Film handelt, sondern um einen verhältnismäßig einfach zu vermarktenden Thriller.

 

Max Cady (Robert De Niro) musste 14 Jahre lang ins Gefängnis. Seiner Meinung nach war das nur die Schuld seines Anwalts Sam Bowden (Nick Nolte), der Beweise unterschlug und somit seinen Mandanten bewusst auslieferte. Im Gefängnis hat sich Cady das Lesen beigebracht und seinen Körper gestählt. Jetzt ist er in Freiheit und wird nur von dem Gedanken angetrieben sich an Sam zu rächen. Doch er will ihn nicht nur töten, er setzt ihn und seine gesamte Familie unter psychischen Druck und will sie brechen...

 

Jeder der Martin Scorsese kennt wird wissen dass es sich mit Kap der Angst nicht nur um den einfachen Thriller handelt, den Scorsese an das Studio verkauft hat, sondern viel mehr um eine Studie von Menschen in einer Extremsituation. In der Familiensituation der Bowdens kann man auch den einfachen Unterschied zwischen Spielberg und Scorsese erkennen. Spielberg wollte die Familie als unerschütterlich zeigen und sie gemeinsam gegen das Böse kämpfen lassen. Statt dessen ist die Familie von Scorsese im inneren bereits gebrochen und muss nun bereits geschwächt gegen den tyrannischen Cady antreten. Diesen Kampf bestreiten sie zwar gemeinsam, jedoch scheint dies sie am Ende nicht zusammenführen, wie es bei Spielberg zweifellos der Fall gewesen wäre.

 

Der große Höhepunkt des Films ist allerdings nicht Scorseses Arbeit, oder gar das Drehbuch, sondern die makellose Leistung von Robert De Niro, der mit seiner manischen Besessenheit den Zuseher in seinen Bann zieht. Sein Gegenpart, gespielt von Nick Nolte bleibt hingegen im wesentlichen blass und der Film wird an den meisten Stellen nur von Robert De Niro getragen. Auch die Neuentdeckung Juliette Lewis gibt eine gute Vorstellung ab und es ist auch eine Erwähnung wert dass Scorsese den beiden Stars des Originals Gregory Peck und Robert Mitchum einen Gastauftritt gewährt, der zwar sehr klein ist, aber eine nette Geste des Regisseurs darstellt.

 

Das Problem des Films ist wohl einfach dass er im Vergleich zu anderen Thrillern nicht ganz so spannend ist, sondern vor allem durch das psychologische Spiel der Hauptcharaktere glänzt. Dies nimmt dem Film etwas an kommerzieller Fahrt, aber auch aus der Sicht des Scorsese Fan ist der Film kein wirkliches Meisterwerk, da er nur eine Mischung aus Scorseseelementen mit kommerziellen Anteilen ist, die somit keine Seite vollständig zufrieden stellt. Natürlich ist Kap der Angst im wesentlichen ein sehr gelungener Film, der es allerdings nicht mit den Meisterwerken des Regisseurs aufnehmen kann.

 

Leider ist Scorsese mit Kap der Angst zwar nur ein durchaus ambitioniertere Thriller gelungen, der sich voll und ganz in den Grenzen des Genres bewegt und diese nie wirklich durchbricht. Zwar war Kap der Angst damals Scorseses kommerziell erfolgreichstes Werk, jedoch erkennt man diese kommerzielle Absichten auch im Film. Es ist eben nicht ein Wunschprojekt des Regisseurs, sondern nur ein Film den er eben machen musste. Dennoch hat er wirklich gute Arbeit geleistet, was man vom Meister des modernen Kinos auch erwartet.

 

Fazit:

Kap der Angst ist ein durchaus ambitionierter Thriller, der jedoch weder die Genrefans, noch die Scorsese Fans voll überzeugen wird, da der Film im wesentlichen eine Mischung aus Thriller- und Scorseseelementen ist, die einiges gut, aber anderes eben zu unkonsequent löst.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 11
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