I'm A Cyborg, But That's Okay (2006)

OT: - 105 Minuten - Romantik / Komödie
I
Kinostart: 14.03.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu I'm A Cyborg, But That's Okay

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Kinofans aus aller Welt werden beim Namen des Regisseurs Park Chan-wook aufhorchen, konnte dieser doch mit seinen letzten Werken auch in der westlichen Welt auf sich aufmerksam machen. Seine Erfolgsserie begann bereits mit dem interessanten Joint Security Area im Jahre 2000, aber richtig für Furore sorgte erst seine berühmte Rache-Trilogie, aus der besonders der innovative Oldboy zum Kultfilm wurde, aber auch die beiden anderen Werke Sympathie for Mr. Vengeance und Lady Vengeance ihre Aufmerksamkeit bekamen. Mit seinem neuen Film I'm A Cyborg, But That's Ok wird er viele seiner früheren Anhänger allerdings verschrecken. Nicht nur, dass er das Rachegenre verlässt, er versucht sich gar an einer schrillen romantischen Komödie, und hinzu kommt auch noch, dass er teilweise radikal mit den Sehgewohnheiten bricht.

Young-goon (Lim Soo-jung) ist bei ihrer Großmutter (Sohn Young-soon) aufgewachsen und bereits durch ihre Kindheit soll sie für ihr späteres Leben vorbelastet werden: Denn ihre Großmutter hält sich für eine Maus und ernährt sich ausschließlich von Rettich. Später soll Young-goon ein ähnliches Problem haben, denn während ihrer Arbeit am Fließband in einer Fabrik, beginnt sie zu glauben, dass sie in Wirklichkeit ein Cyborg, also eine Mischung aus Mensch und Roboter ist und schlitzt sich im Folgenden die Pulsadern auf, und setzt sich unter Strom, da sie glaubt so würde sie zu neuer Energie kommen.

Als sie nach dieser Tat aufwacht befindet sie sich in einer Irrenanstalt. Von nun an beschließt sie nichts mehr zu essen, da sie denkt das wäre nicht gut für einen Cyborg. Viel mehr leckt sie nur an Batterien um sich mit Strom zu versorgen. Dadurch erregt sie die Aufmerksamkeit von Il-sun (Rain), der ständig eine Maske trägt, da er befürchtet darunter kein Gesicht zu haben. Doch Young-goon leidet unter weiteren Problemen: Jeder Cyborg ist für einen bestimmten Zweck konstruiert worden, doch was ist nur ihre Aufgabe? Il-sun versucht währenddessen sie irgendwie wieder dazu bringen zu essen...

Man kann es sich nun bereits denken, dass I'm A Cyborg, But That's Ok nicht nur im Oeuvre von Park Chan-wook sondern generell ein ziemliches Kuriosium darstellt. Mancher mag sich durch die Inhaltsangabe zumindest ein kleines bisschen an den Milos Foreman Klassiker Einer flog über das Kuckucksnest erinnert fühlen, aber I'm A Cyborg, But That's Ok geht schließlich einen vollkommen anderen Weg, und wirkt eher wie eine abgedrehte Interpretation des Themas, verzerrt durch eine Vision von David Lynch, mit leichten Ähnlichkeiten zu Michel Gondrys The Science of Sleep.

Auch muss an dieser Stelle die Warnung folgen, dass I'm A Cyborg, But That's Ok noch nicht einmal für die eigentlichen Fans von Park Chan-wook zwangsläufig geeignet ist. Denn der düstere und knallharte Stil seiner vorrigen Filme wird hier zugunsten eines schrillen und absolut skurrilen Settings eingetauscht. Überhaupt ist der gesamte Film sehr durchgeknallt und wird die Zuseher vorwiegend in drei Lager spalten: Die einen werden ihn lieben, die anderen werden ihn hassen, und dann gibt es noch die Gruppe zu der ich mich dazuzähle. Diese Leute werden den Film für seinen interessanten Ansatz schätzen, aber persönlich keinen Zugang finden.

Es ist nämlich großteils wirklich anstrengend der Vision von Park Chan-wook zu folgen, denn er schert sich wenig um sein Publikum, sondern mischt wild die Fantasien der Figuren mit realen Ereignissen und erreicht damit insgesamt einen höchst surrealen Sog aus Skurrilitäten und schrägen Momenten. Es bleibt allerdings nicht aus zu sagen, dass dies nicht ganz so virtuos gelungen ist wie man es sich wünschen würde, und das gesamte Szenario etwas zu überdreht wirkt. Aber nichtsdestotrotz ist Park Chan-wooks Film ein hochinteressanter Vorschlag für ein Kino der etwas anderen Sorte und somit durchaus imponierend.

Fazit:
I'm A Cyborg, But That's Ok ist in jeder Hinsicht ein äusserst schräger Film. Zwar ist er auf der einen Seite eine relativ leichte romantische Komödie, aber seine absolut durchgeknallte Inszenierung macht es dem Publikum nicht wirklich leicht. Dies ist zwar auf der einen Seite sehr imponierend, da der Regisseur seine Vision voll durchzieht, aber auf der anderen Seite werden die meisten Zuseher wohl nur den Kopf schütteln und den starken Wunsch verspüren das Kino zu verlassen. Zumindest verdient es sich der Film aber, dass man ihm eine Chance gibt, denn falls man Zugang zum Film finden sollte, dann wird es wohl ein einzigartiges Erlebnis.

Wertung:
6/10 Punkte







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Liste von purence
Erstellt: 25.11.2016