10.000 B.C. (2008)

OT: 10.000 B.C. - 109 Minuten - Fantasy / Abenteuer
10.000 B.C. (2008)
Kinostart: 07.03.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu 10.000 B.C.

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Der deutsche Exportschlager Roland Emmerich hat es mit Sicherheit geschafft in der Traumfabrik Fuß zu fassen, und gilt als einer der Spezialisten was bombastisches Popcornkino betrifft. Die Produzenten haben sicher ihre Freude am Schwaben, der scheinbar ein goldenes Händchen besitzt und die Millionen nur so fließen lässt. Am besten beherrscht er mit Sicherheit das SciFi Genre, was sein Film Independence Day (wenngleich dieser eigentlich eine recht dreiste Amerika-Werbung ist) auch eindrucksvoll beweist. Mit 10.000 B.C. dreht der Regisseur nun die Zeit zurück und versucht sich auf etwas anderem Territorium, wobei er dabei leider etwas daneben gegriffen hat.

Im Jahre 10.000 vor Christus beginnt jeder Tag mit einem neuen Kampf ums Überleben. Der junge Jäger D'Leh (Steven Strait) hat sich unsterblich in Evolet (Camilla Belle) verliebt, doch eines Tages wird ihr Bergdorf von einer Gruppe mysteriöser Krieger überfallen, die den Großteil der Jäger und auch Evolet entführen. D'Leh will das natürlich nicht hinnehmen, und beginnt mit einer kleinen Gruppe die Verfolgung. Gemeinsam reisen sie durch die verschiedenen Vegetationen und sammeln dabei Menschen auf, die auch unter den mysteriösen Entführern leiden. Bald schon hat D'Leh eine ganze Armee an seiner Seite, und als sie am Ende ihrer Reise ankommen, bahnt sich im Schatten der Pyramiden eine große Schlacht an...

Schuster bleib bei deinen Leisten, ist wohl der treffendste Ratschlag, den man Roland Emmerich erteilen sollte. Denn es ist ja kein großes Geheimnis, dass der deutsche Erfolgsregisseur kein besonders gutes Händchen für Emotionskino und das Geschichtenerzählen hat. Seine Profession sind gigantische Materialschlachten, die den Zuseher in eine Welt jenseits seines Horizonts bewegen. Mit 10.000 B.C. versucht er nun auch den Zuseher in eine interessante filmische Welt zu entführen, scheitert allerdings daran, dass er es nicht schafft eine kohärente Struktur zu wahren.

Roland Emmerich hat ja bekanntlich noch nie besonders viel Wert auf Authentizität gelegt, man erinnere sich nur an seine Alieninvasion in Independence Day, oder sein Klimawandlungsszenario in The Day After Tomorrow. Man braucht somit auch nicht verwundert sein, dass er auch in seinem neuen Film 10.000 B.C. keinen Wert auf solche Dinge legt. Seine Schauspieler scheinen ein gutes Fitnessprogramm bekommen zu haben, sodass sie der Körperästhetik unserer Zeit entsprechen, die Zähne sind natürlich glänzend weiß, der Schmutz der Steinzeit wird durch ein dezentes Make-up angedeutet und natürlich reden alle Darsteller ein perfektes Englisch, das lediglich durch einen peinlichen Dialekt verfremdet wurde.

Doch obwohl durch diese glatte Herangehensweise jede Atmosphäre zerstört wird, ist dies nicht unbedingt der Grund, warum 10.000 B.C. in seiner Gesamtheit nicht funktioniert. Emmerich war eben noch nie ein großer Künstler, sondern ein Krawallmacher. Gerade deshalb ist es auch sehr verwunderlich, dass er sich in seinem Drehbuch vor allem auf die emotionale Seite seiner Geschichte stützt, und die große Action bis zum Ende auf sich warten lässt. Und diese emotionale Ebene, und der Fokus auf D'Leh tut dem Film nicht gerade gut, sondern schickt uns auf eine Reise gespickt mit Peinlichkeiten, aber auch gewürzt mit einigen guten Szenen.

Da das Zentrum des Films nicht unbedingt die Action ist, sondern die Figur des D'Leh werden die Unzulänglichkeiten des Regisseurs in diesem Bereich leider sehr spürbar. Doch die größte Schwäche von 10.000 B.C. ist eindeutig sein schwaches Drehbuch, das sich nicht nur logische Fehltritte leistet, sondern auch auf dramaturgischer Ebene reichlich unausgegoren ist. Man schafft es nicht das Publikum für das Schicksal der Figuren begeistern zu können, und so wirkt die Jagd durch die verschiedenen Zonen des Planetens reichlich langatmig und uninteressant.

Erschwerend hinzu kommt noch, dass man sich zusätzlich zur ohnehin schwierigen Ausgangslage auch noch Peinlichkeiten erlaubt hat, die unfreiwilliges Gelächter im Kino geradezu provozieren. Die Spitze des Eisbergs ist mit Sicherheit die „Alte Mutter“, deren einzige Aufgabe es ist völlig verrückt den Hampelmann zu spielen, und dabei fast wie eine Parodie zu wirken. Es fällt schwer zu glauben, dass man diese Figur tatsächlich ernsthaft angelegt hat. Wie die Wanderung durch die verschiedenen Zonen unseres Planetens, beginnend im Gebirge, über einen tropischen Regenwald, der nahtlos an die Schneefallgrenze anschließt, bis hin zur Wüste, genau ablauft muss allerdings noch geklärt werden.

Hinzu kommen noch die vollkommen beschränkten Dialoge und der unmotivierte Off-Kommentar, bis der Film schließlich auf eine höchst seltsame Begegnung mit einem Säbelzahntiger hinausläuft. Wie man sich also sicher bereits denken kann, hat es Emmerich mit Sicherheit nicht geschafft einen flüssigen Unterhaltungsfilm zu erschaffen, aber zumindest belohnt er das Publikum am Ende mit einem spektakulären Sklavenaufstand der, obwohl er an einer Stelle kräftig aus 300 zitiert (Stichwort Gott und Speerwurf), insgesamt gesehen doch überzeugt. Dieses Ende und die gelungenen Effekte heben den Film schlussendlich doch noch ins Mittelmaß.

Fazit:
Leider muss an dieser Stelle gesagt werden, dass sich Roland Emmerich mit 10.000 B.C. leider etwas verschätzt hat. Denn er ist ein Krawallfilmer, und kein Geschichtenerzähler, und dies sollte allen spätestens nach diesem Film klar werden. Das Emotionskino das uns Emmerich zeigt beschränkt sich auf triefenden Pathos, die Figuren auf Abziehbilder und das Ganze garniert er auch noch mit einer Ansammlung von Peinlichkeiten die den Filmgenuss gehörig dämpfen. Lediglich am Ende, wenn sich die Sklaven zum Aufstand erheben, kann Emmerich wieder mit seinen Qualitäten punkten, und rettet seines Film ins Mittelmaß.

Wertung:
5/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 4.8/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 44
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013