Knut und seine Freunde

OT: -  94 Minuten -  Dokumentation
Knut und seine Freunde
Kinostart: 07.03.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Knut und seine Freunde

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Wer kennt ihn nicht, den kleinen Eisbären Knut, der im Jahre 2006 die Medien eroberte? Das Medium Fernsehen konnte er bereits für sich gewinnen, allerdings war in der ersten Phase seines Lebens auch ein Kamerateam dabei, das seinen Werdegang dokumentierte. Doch anstatt wie so oft einen Fernsehbeitrag daraus zu formen, entschied man sich die Cashcow Knut, der dem Berliner Zoo Rekord-Besucherzahlen bescherte, weiter zu melken. Herausgekommen ist der höchst uninteressante und langweilige Kinofilm Knut und seine Freunde, der völlig ohne Informationsgehalt versucht in das Herz des Publikums zu gelangen. Gelingen wird dies allerdings nur bei den ganz ganz kleinen Zuschauern.

Ende 2006 entschließt sich Tierpfleger Thomas Dörflein dazu einen äusserst riskanten Versuch zu wagen: Er will das Eisbärenbaby Knut von Hand aufziehen, was als sehr schwieriges Unterfangen gilt. Die beiden bauen eine sehr innige Beziehung zueinander auf, und für Knut wird Thomas bald schon eine Ersatzmutter. Dabei gibt es natürlich viel zu lernen, was ihnen einige durchaus interessante Tage beschert. Auch die Öffentlichkeit wird bald schon auf Knut aufmerksam und rund um ihn entsteht ein gigantischer Medienrummel, der dem Berliner Zoo Rekord-Besucherzahlen einbringt. Paralell dazu wird die Geschichte einer Eisbärenfamilie in der Arktis und die Geschichte zweier elternloser Bärenkinder in Weißrussland erzählt...

Knut und seine Freunde ist eigentlich ein sehr dreister Film. Der Grund ist, dass diese "Dokumentation" ohne jeden Informationsgehalt einfach nur ein paar niedliche Bilder aneinanderhängt. Im Zentrum des Films steht die Entwicklung des berühmten Knuts, der ja schließlich auch mit seinem Namen die Kinder anlocken soll. Doch es scheint so, als wären sich die Macher durchaus bewusst gewesen, dass ihre Geschichte nicht fürs Kino taugt, und deshalb haben sie noch zwei völlig uninspirierte Nebenepisoden angehängt, die völlig lieblos heruntergespult werden.

Denn wo die Episode rund um Knut wenigstens noch durch einen Niedlichkeitsfaktor punkten kann (denn es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, dass die Bilder von Knut wenn er das erste Mal seinen Unterschlupf verlässt, oder wie sich zwischen ihm und seinem Tierpfleger langsam eine Freundschaft entwickelt, nicht berührend wären), haben die beiden anderen Episoden rein gar nichts zu erzählen. Natürlich ist klar, dass sich Knut und seine Freunde vorwiegend an die Kleinen wendet, aber ist es wirklich zuviel verlangt, wenn man von einer Doku mehr erwartet als dass sie nur völlig kalkulierend und berechnend Bilder zeigt, die durch einen tapsigen Bären süß wirken?

Dabei macht der Film bereits vom ersten Augenblick, als sich der allwissende Erzähler als Wind ausgibt und mit uns um die Welt fliegt, klar, dass dies nur eine reichlich naive Produktion ist. Im Folgenden lässt es sich der "windige" Erzähler natürlich auch nicht nehmen noch einmal auf die globale Erwärmung hinzuweisen (als würde das das Kinderpublikum auch nur ansatzweise interessieren), und hat nicht viel mehr zu sagen, als dass er die gezeigten Bilder noch in Sätze umwandelt. Knut und seine Freunde ist nicht viel mehr als ein aufgeblasener, langweiliger Fernsehbeitrag und es ist fast schon eine Frechheit, dass ein solcher Film zur gleichen Zeit in die Kinos kommt wie der umwerfende Unsere Erde - Der Film.

Fazit:
Knut und seine Freunde ist nur ein Fernsehbeitrag über die Entwicklung des berühmten Eisbären des Berliner Zoos, der mit zwei uninspirierten Episode aufgeblasen wurde, sodass man ihn ins Kino bringen konnte. Sein Ziel kann der Film nicht lange verbergen: Er will nur süße Bärenbilder aneinanderreihen, und durch den zugkräftigen Namen Knut die Kinder ins Kino locken. Peinlich ist nur, dass vor nicht allzu langer Zeit die grandiose Doku Unsere Erde - Der Film in die Kinos gekommen ist, die diesen Möchtegernfilm in den Erboden stampft. Interessant nur für die ganz Kleinen, wenngleich es auch für die bessere Alternativen gibt.

Wertung:
3/10 Punkte

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