Things to Do!

OT: -  95 Minuten -  Tragikomödie
Things to Do!
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Things to Do!

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Es fällt in jeder Hinsicht schwer diesen Film zu bewerten, denn bei Things to Do! handelt es sich nicht um eine herzlos abgespulte Studioprduktion, sondern um einen Independent Streifen aus der No-Budget Schiene, der den Mitarbeitern der Filmcrew Klappe die Erste sicher einiges an Herzblut gekostet hat. Doch wenn man einen Kinostart anstrebt, und obwohl momentan noch kein landesweiter Starttermin in Reichweite ist sondern man gerade die kleineren Kinos abklappert, ist dies hier eindeutig der Fall, dann muss man sich auch mit der Konkurrenz messen. Und für diesen Konkurrenzkampf ist Things to Do! leider in keiner Sekunde gerüstet.

Casper (Robert Koch) ist ein sehr schräger Vogel, der scheinbar unter einer leichten Verhaltensstörung leidet und sich vor menschlicher Nähe fürchtet. Deshalb zieht er sich in sich zurück, und versteckt sich vor seiner Umwelt. Seinen WG Mitbewohnern Marie (Ruth Fröhner) und David (Stephan Lenze) geht das jedoch gehörig gegen den Strich, und so versuchen sie den Eigenbrödler irgendwie los zu werden. Das Problem scheint sich jedoch von selbst zu lösen, als Casper während einer nächtlichen Sauftour die hübsche Lena (Sylwia Walocha) kennenlernt, und diese ihn scheinbar trotz seiner Macken akzeptiert. Doch wie lange wird diese den seltsamen Casper ertragen, der noch nicht einmal seinen Nachnamen verraten will?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Things to Do! um einen klassischen No-Budget Film, bei dem man selbstverständlich auf einige Annehmlichkeiten eines normalen Films verzichten muss. Optisch am auffälligsten ist natürlich, dass man nicht auf Film, sondern nur auf Video drehen kann, was speziell im Kino zu einem sehr zwiespältigen Erlebnis wird. Danach fallen natürlich auch die Schauspieler auf, die meistens allesamt aus dem Freundeskreis stammen und somit vor der Kamera keinesfalls sicher wirken. Da man natürlich auch kein Geld für aufwändige Tricks jedwelcher Art hat, bleibt es oft nicht aus, dass man die Story und die Charaktere in den Mittelpunkt rückt.

Und genau hier beginnt der interessante Aspekt solcher Filme, denn man ist nicht darauf angewiesen es einem Produzenten recht zu machen, sondern kann sich ganz einfach austoben, und seine Kreativität schweifen lassen. Es bleibt allerdings nicht aus zu erwähnen, dass diese Kreativität immer durch den stets vorhandenen Geldrahmen begrenzt wird und man soll keinen Hehl daraus machen, dass solche Filme wie Things to Do! in Wirklichkeit nur eine Übung für den Regisseur und die restlichen Teammitglieder sind, und die daraus gewonnen Erfahrung unschätzbar wichtig ist, aber um ein Publikum bei der Stange zu halten gehört eben mehr dazu.

Es ist auch nichts gegen solche Filme zu sagen, denn man wird nur besser in dem man übt. Und die Arbeit an Things to Do! hat dem ganzen Team sicher einige wichtige Erfahrungen beschert, nur als Zuseher spielt dies leider keine Rolle. Natürlich sind die Leute bei Klappe die Erste stolz auf ihr Baby, aber wenn man sich das Ganze als neutraler Aussenstehender ansieht, und nicht den obligatorischen "es ist ja gut gemeint" Schleier vor die Augen hängt, dann wird man an diesem Werk nicht besonders viel Freude haben.

Es hat nämlich seine Gründe, dass man am Anfang seiner Karriere hauptsächlich nur Kurzfilme drehen sollte. Denn auch wenn es natürlich jeden zum 90 Minuten Spielfilm zieht, sind dies doch schließlich auch die Filme die uns überall begegnen, ist es doch ein großer Schritt vom Kurz- zum Langfilm, den man nicht unterschätzen sollte. Denn Things to Do! wirkt so, als hätte man einfach die bekannte Arbeitsweise für einen Kurzfilm genommen, nur den Film eben um knapp das 9fache länger gemacht, was dramaturgisch zu einer kleinen Katastrophe führt.

Things to Do! kommt dermaßen lahm in die Gänge, dass man die Schauspieler am liebsten anschieben möchte, und von der erzählten Geschichte her ist es eben nicht viel mehr als ein knackiger Kurzfilm, der zu einem schwammigen Spielfilm aufgebläht wurde. Es fehlt hier ganz klar am Mut zum Schneiden und so ziehen sich die Szenen bis zur Schmerzgrenze in die Länge. Dies ist hier keinenfalls eine Kritik an langen Szenen oder statischen Aufnahmen per se, schließlich beweist ein Michael Haneke zum Beispiel immer wieder aufs Neue, was man mit solchen Szenen alles erreichen kann, aber wenn keine Spannung vorhanden ist, nicht die geringste Dynamik in der Geschichte ist, und dann auch noch die einzelnen Szenen bis aufs Äusserste gedehnt werden, dann fühlt man sich stellenweise so als würde die Zeit stillstehen, und sich der Film kein Stück nach vorne bewegen.

Das führt uns auch bereits zum nächsten Problem, denn im Wesentlichen hängt sich Things to Do! nur an die Fersen von Casper und beobachtet ihn in seinem Alltag. Nunja, es gibt tatsächlich Sozialstudien, die rein auf Grund ihrer bitteren Alltagsbeobachtungen funktionieren, aber hier ist dies definitiv nicht der Fall. Wo bleibt die Spannung? Überraschungen in der Geschichte? Irgendetwas, das den Zuseher bei der Stange hält, und ihm die Figuren nahebringt? Es gibt keine Bedrohung, keine Aufgabe für die Figuren, oder sonst etwas, was der Geschichte Würze verleihen würde. Der tragische Aspekt an Caspers Leben lässt uns kalt, weil kaum eine Figur interessant ist und die teilweise eingestreute Komik verdient es eigentlich nicht als solche bezeichnet zu werden, da sie so unmotivert und plumb vorgetragen wird, dass man noch nicht einmal Schmunzeln kann. Auch liefert Things to Do! einen weiteren Beweis dafür, dass man Laiendarsteller lieber nicht einen Betrunkenen spielen lassen sollte, da dies nur zu unfreiwilliger Komik führt.

Der Film plätschert einfach nur so vor sich hin, ohne nennenswerte Hochs und Tiefs, und es ist in jeder Sekunde erkennbar, dass es sich hier um einen Amateurfilm handelt. Man soll sich nur einmal bitte Peter Kollers Skrypt ansehen, dann sieht man was mit viel Talent, Engagement und Mühe alles ohne Geld erreichbar ist. Weiters fällt auf, dass der Film ganz einfach nicht rund läuft, sprich die Szenen wirken mechanisch heruntergespult und es scheint als wäre man so damit beschäftigt gewesen überhaupt etwas zu filmen, sodass irgendwann die Kontrolle entglitten ist und die einzelnen Aufnahmen nicht ineinandergreifen.

Es gäbe noch viel mehr zu bemängeln, doch man soll auch nicht zu sehr auf diesem Amateurprojekt herumhacken. Things to Do! ist nur leider klassisches Amateurmaterial, und wenn man sich damit ins Kino begibt, dann stellt man sich einer Konkurrenz, gegen die man machtlos ist. Für den Zuseher ist es nämlich egal unter welchen Vorraussetzungen ein Film entstanden ist, das einzige was zählt ist das Ergebnis, und obwohl Things to Do! durchaus gute Ansätze hat, und an manchen Stellen auch dank des sehr guten Soundtracks Stimmung erzeugen kann, ist das fertige Ergebnis leider nicht so gut, dass es im Kino oder Fernsehen bestehen könnte. Was allerdings nichts daran ändert, dass sich die Macher für ihr Engagement ein Lob verdienen und auch weiter am Ball bleiben sollten.

Fazit:
Things to Do! ist ein klassischer Amateurfilm, der auch alle typischen Probleme einer solchen Produktion mit sich herumträgt. So agieren die Darsteller hölzern, die Technik ist erwartungsgemäß nicht überragend und auch ansonsten ist es eben nur eine Fingerübung für das Team, und für ein aussenstehendes Publikum wird der Film leider zu einem langweiligen Geduldsspiel. Es ist leider nicht möglich in den Film einzutauchen, da die Umsetzung viel zu spröde und mechanisch ist und sich Things to Do! leider nie rund und stimmig anfühlt. In Dialogen wird mit einer hetkischen Schuss- Gegenschuss Technik gearbeitet, die alles möglichst schnell herunterrasseln soll, die Story besitzt keinerlei Dynamik, sondern versteckt sich nur hinter den Neurosen seiner Hauptfigur und überhaupt fühlt sich das Ganze ziemlich lang und gestreckt an. Vielleicht mag das Ganze etwas zu hart klingen, aber wer seinen Film publik macht, der muss sich eben auch der Konkurrenz stellen, und diesem Vergleich kann Things to Do! leider in keiner Sekunde standhalten.

Wertung:
3/10 Punkte

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Ø Wertung: 3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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