Walk The Line

OT: -  136 Minuten -  Drama
Walk The Line
Kinostart: 02.02.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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270
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Filmkritik zu Walk The Line

Von am

 

1955 betritt der unbekannt JR Cash (Joaquin Phoenix) die Sun Records Studios. Sein Sound begeistert den Labelboss allerdings keinesfalls, alles ist schon aus dem Radio bekannt und Cash bringt keine eigne Note in seine Lieder ein. Als er ihm dies sagt fasst sich der Sänger ein Herz und spielt ihm einige Lieder vor die er bei der Air Force selbst geschrieben hat. Seine emotionalen Texte begeistern die Zuhörer und Johnny Cash wird zum Geheimtipp. Gemeinsam mit Elvis Presley (Tyler Hilton), June Carter (Reese Whiterspoon) und Jerry Lee Lewis (Waylon Payne) geht er auf Tour und verliebt sich immer mehr in die begeisternde June Carter. Doch ihre Ablehnung lässt ihn immer mehr abdriften. Drogen- und Alkoholsucht treiben Johnny Cash vor sein Karriereende...

 

James Mangolds Bio über den weltberühmten Countrystar Johnny Cash besticht vor allem durch die absolut traumhaften Schauspieler. Allen voran spielt  Joaquin Phoenix schlicht die beste Rolle seines Lebens. Angefangen von seinem dämonischen Blick, bis hin zu seiner fabelhaften Mimik und seiner perfekten Transformation in den „Men in Black" agiert er den ganzen Film über absolut glaubhaft und liefert eine Meisterleistung ab, mit der er ohne Probleme in die großen Fußstapfen von Jamie Foxxs Oscarprämierten Darstellung des Ray Charles treten kann. Joaquin Phoenix spielt nicht Johnny Cash, er ist Johnny Cash und kann vom schlaksigen Gang der Musiklegende bis zu seiner eigenen Sprechweise alles detailgetreu nachahmen. An seiner Seite läuft, die aus seichten Filmen wie Natürlich Blond bekannte, Reese Whiterspoon zu einer Hochform auf die ihr prompt den ersten Oscar bescherte. Beide agieren perfekt, dies kommt vor allem bei den makellosen Musikszenen zur Geltung. Die knisternde Spannung und die dichte Atmosphäre der Gesangsszenen schlägt nahtlos auf den Zuseher über und erreicht eine nie da gewesene Intensität. Vor allem die Tatsache das alle Lieder von den Schauspielern gesungen wurden gibt dem Film eine besondere Note und hebt ihn aus der Masse hervor.

 

Doch leider ist auch bei Walk the line nicht alles Gold was glänzt. Die Lebensgeschichte des Johnny Cash wird viel zu konventionell und geradlinig erzählt. Das rebellische Leben des Musikers wird in einem nach Mainstreammaßstäben geformten Heiligengewand geschildert. Es ist unverkennbar das der Film eine reine Huldigung an den Star ist und sich vor allem an die breite Masse richtet. Zwar wird seine Tabletten- und Alkoholsucht sehr wohl gezeigt, jedoch wirkt dies alles nicht wirklich schlimm. Die gezeigten Bilder dazu sind viel zu sauber, als das man wirkliche Gefahr für den Sänger wahrnehmen könnte. Die viel zu konventionellen Bilder schwächen etwas die dämonische und brillante Darstellung von Joaquin Phoenix ab anstatt ihn zu unterstützen. Hier hätte etwas mehr Kreativität und Anspruch dem Film gut getan. Alles wurde genau so umgesetzt wie es in jedem Hollywood Lehrbuch steht: Zuerst sieht man Teile aus seiner Kindheit, dann folgt der Aufstieg, schließlich der vorübergehende Fall und am Ende natürlich wieder die Rehabilation. Alles ist genau so wie in so vielen Musikerbiographien zuvor. Besonders zur Geltung kommt dies natürlich auf Grund der Tatsache das im letzten Jahr mit Ray eine beinahe identische Biographie erschienen ist.

 

James Mangold versucht viel zu viel zu erzählen und sagt im Endeffekt gar nichts damit aus. Übrig bleibt ein unterhaltsamer, glatt gebügelter Film ohne Innovation, der mit fantastischen Darstellern versehen ist, aber wohl leider nicht in Erinnerung bleiben wird. Einzig an den unübertrefflichen Gesangszenen wird sich wohl jedes Zukünftiges Musiker Biopic messen müssen, auch wenn ich hoffe das Hollywood uns in nächster Zeit mit solchen Filmen verschont.

 

Doch man darf trotz vieler Kritikpunkte eines nicht vergessen: Walk the Line besitzt zwar viele Mängel, aber dennoch funktioniert der Film außerordentlich gut. Dies liegt hauptsächlich and den leidenschaftlichen Darstellern. Zwar ist der Film nicht besonders Anspruchsvoll und lässt Kreativität vermissen, dennoch sorgt er für unterhaltsame zwei Stunden die einem etwas näher an eines der letzten Musikalischen Schwergewichte der 60er Jahre bringt. Denn die Musik des legendären Sängers wird einem durch diesen Film ohne jeden Zweifel schmackhaft gemacht.

 

Fazit:

Leider zu konventionelle Biographie mit begeisternden Darstellern und vortrefflichen Gesangseinlagen die alle von den Schauspielern selbst gesungen wurden.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 69
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Erstellt: 04.01.2014