The Hills Have Eyes

OT: -  107 Minuten - Horror
The Hills Have Eyes
Kinostart: 23.03.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 27.05.2011
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Filmkritik zu The Hills Have Eyes

Von am

 

Alexandre Aja, der sich in Insiderkreisen bereits durch seinen brutalen Horrorschocker High Tension einen Namen gemacht hat, versucht mit seinem Remake von Wes Cravens 70er Jahre Erfolg The Hills Have Eyes dem Genre neue Eindrücke zu verpassen. Dies vollführt er vor allem durch seine ehrliche Darstellung der Splatterszenen. Es wird nicht wie in anderen Horrorfilmen weggeblendet sobald es ans eingemachte geht, sondern voll drauf gehalten und dem Zuseher gezeigt welche Auswirkung die ausgeübte Gewalt hat.

 

Die Familie Carter will zur Silbernen Hochzeit von Bob (Ted Levine) und Ethel (Kathleen Quinlan) gemeinsam mit Schwiegersohn Doug Bukowski (Aaron Stanford) mit dem Wohnmobil nach Kalifornien fahren. Bob will unbedingt durch die Wüste fahren und auf dem Weg empfiehlt ihm ein Tankwart eine Abkürzung. Auf dieser abgelegenen Straße haben sie eine Panne und müssen sich um Hilfe umsehen. Doch sie sind nicht die einzigen die in dieser Wüste sind...

 

Anfang letzten Jahres wurde von Saw eine neue Welle der Horrorfilme eingeleitet wie es anno 1996 bei Scream der Fall war. Scream begründete quasi das Genre des Teenie Slasher. Doch während Scream noch mit zynischem Humor und neuen Ideen aufwartete folgten die unzähligen folgenden Kopien dem selben Muster und schon bald war der Teenie Slasher breitgetreten. Die Welle der Scream Kopien dauerte an bis Saw einen neuen Standart einläutete. Der Film machte den brutalen, unbarmherzigen Horrorfilm salonfähig und trat eine Welle von Nachfolgefilmen los. Bald folgte Saw 2 und in kürze kommt der von Quentin Tarantino co-produzierte Hostel in unsere Kinos. Dazwischen schwimmt auch The Hills Have Eyes auf dieser Welle mit und überzeugt einerseits durch seinen beeindruckenden Stil und seinen kompromisslosen Bilder, scheitert aber andererseits an der viel zu konventionellen, spannungsarmen Story.

 

Der Film beginnt sehr stark, mit Archivaufnahmen von Atombomben Tests und Missgeburten. Diese Szenen werden von brillanter Musik untermalt und bieten einen sehr stimmungsvollen Einstieg in den Film. Die ganze Einführung bis die Familie schließlich das erste mal angegriffen wird ist außergewöhnlich gut gelungen und viel besser als in den meisten anderen Horrorfilmen. Die Spannungskurve wird in diesen Szenen gekonnt aufgebaut und der Film entwickelt eine bedrückende Atmosphäre.

 

Der erste Angriff der Kannibalen selbst ist dann eine der grausamsten Sequenzen die seit sehr langer Zeit im Kino zu sehen war. Eingeläutet wird das Ganze durch die brennende Kreuzigung von Bob und fortgesetzt wird dies mit einer Vergewaltigung und einer weiteren sehr expliziten Hinrichtung. In diesen Einstellungen ist The Hills Have Eyes schlicht kaum zu ertragen und überzeugt als Terrorfilm voll und ganz.

 

Doch als dann der erste Angriff der, durch Atombomben mutierten, Hügelbewohner vorüber ist stürzt der Film in eine sinnlose Gewaltorgie, die zwar auf der einen Seite wunderbar die Charakterentwicklung von Doug zu Ende führt, aber andererseits leider an ihrer Vorhersehbarkeit scheitert. Hier ist The Hills Have Eyes kein richtiger Terrorfilm mehr, sondern liefert dem Zuseher die Befriedigung dass das Gute am Ende doch triumphiert anstatt ihn vollständig zu schockieren.

 

Ein weiterer großer Negativpunkt sind die absolut Klischeehaften Figuren die genau in die Muster aller konventionellen Charakterschemen passen. Man braucht den draufgängerischen Vater, den schwächlichen Stiefsohn der sich im Laufe des Films als zweiter Rambo präsentiert und natürlich dem Sohn der mit aller Gewalt in die Fußstapfen des Vaters treten will. Unbedingt braucht man natürlich auch den beschränkten Tankwart der mit den Hügelbewohner an einem Strang zieht und ihnen stetig neue Opfer vorbei schickt. Diese Figurenzeichnung und überhaupt die ganze Story von The Hills Have Eyes ist von Grund auf konventionell, klischeehaft und man hat alles schon hundert mal gesehen.

 

Eines muss man dem Film jedoch anrechnen: Er geht den Weg des Horrors und Terrors  konsequent zu Ende und macht auch vor schockierenden Bilder nicht halt. Die Kamera wird bei keinem Mord abgewendet, sondern zeigt stets das volle Ausmaß der Brutalität. Somit ergeben sich schockierende brutale Szenen, die mit zu dem härtesten gehören was seit langem im Kino zu sehen war. Dabei schafft es Alexandre Aja gekonnt seinen eigenen Stil mit einzubringen. Er erzeugt eine Optik, die sich auf der einen Seite an einer Hollywood Hochglanzoptik orientiert, aber auf der anderen Seite auch durch ausgezeichnete Kameraarbeit dreckig erscheint.

 

Doch leider bremst sich der Film im letzten Drittel etwas aus. Zuvor konnte er noch gekonnt psychologische Beklemmung erzeugen und zehrt während des ersten Angriffs der Mutanten doch sehr am Zuseher, jedoch wird die Spannung im Schlussteil gegen einen platten Feldzug von Doug eingetauscht. Der Film erreicht dadurch keinerlei psychologische Intensität mehr und schockiert nur durch seine unglaubliche Grausamkeit und Brutalität. Jedoch zieht Aja alle Register der Goreeffekte und schafft es einen Terrorfilm zu kreieren der ohne deplazierte Komik auskommt und deshalb seine ernste Atmosphäre den ganzen Film über beibehält.

 

Prinzipiell kann man sagen das The Hills Have Eyes den Horrorfilm in die richtige Richtung lenkt. Grausame Grundeinstellung ohne deplazierten Humor in grandiosen Bildern erzählt. Allerdings muss man an dem Film auch ein großes „aber" hinzufügen. Die Story ist sehr klischeehaft und vorhersehbar und die teilweise eingestreuten Amerika-kritischen Kommentare hätte man sich sparen können, da sie viel zu plakativ sind um wirklich etwas auszusagen. Deshalb ergibt sich mit The Hills Have Eyes ein Film der vor allem durch seine extrem explizite Gewaltdarstellung schockiert. Splatter Fans wird der Film sicher gefallen, alle anderen werden wohl durch Vergewaltigungen und extrem detaillierte Goreaufnahmen abgeschreckt.

 

Wenn die zukünftige Generation der Horrorfilme sich vom Grundton her an der Unbarmherzigkeit von The Hills Have Eyes inspirieren lässt und dies mit überraschenden Aspekten kombiniert die von der 08/15 Horrorstory abweicht, so würde ein Horrorfilm entstehen der an Beklemmung nicht mehr zu überbieten ist. Ein Horrorfilm der die Brutalität von The Hills Have Eyes mit einer Innovativen Story, die nicht vorhersehbar ist, kombiniert wäre ein unvorstellbar grausamer Horrorfilm aller erster Klasse.

 

Doch eines ist nach diesem Film zweifellos unbestreitbar: Das wahnsinnig große Regietalent von Alexandre Aja. Seine Inszenierung und Schauspielerführung überzeugt auf ganzer Linie und man wird garantiert noch sehr viel von ihm hören.

 

Doch trotz der Kritikpunkte ist The Hills Have Eyes für Anhänger des Terrorfilms und für erfahrene Horrorfilmfans sicher ein Tipp. Denn dieser Film ist endlich wieder ein Vertreter des absolut kompromisslosen Terrorkinos und überzeugt stellenweise durch sehr intensive Szenen. Eines muss man allerdings klar erwähnen: The Hills have Eyes ist grausam, brutal und pervers. Wer nichts mit einer solchen Genrekost anfangen kann, oder einen empfindlichen Magen hat sollte die Finger davon lassen.

 

Fazit: 

Wirklich gut inszenierter Horrorfilm der sich viel zu sehr an gewöhnliche Storybausteinen orientiert und deshalb an manchen Stellen keinerlei Spannung oder Beklemmung erzeugt, sondern nur durch seine extreme Gewaltdarstellung schockiert.

 

Wertung:

7,0/10 Punkte

Filmering.at
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