Sympathy for Mr. Vengeance

OT: -  129 Minuten -  Drama
Sympathy for Mr. Vengeance
Kinostart: 15.02.2003
DVD-Start: 17.03.2011 - Blu-ray-Start: 17.01.2012
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Filmkritik zu Sympathy for Mr. Vengeance

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Ryu (Ha-kyun Shin) ist Taubstumm, und würde alles tun um seiner kranken Schwester eine Nierentransplantation zu ermöglichen. Er kann ihr nicht seine Niere geben, da er eine andere Blutgruppe als sie hat. Da im Krankenhaus im Moment auch keine Niere vorhanden ist, beschließt Ryu zu Organhändlern zu gehen um seine Niere und sein Geld gegen eine Niere für seine Schwester einzutauschen. Doch die Händler nehmen Ryu seine Niere weg, stehlen ihm sein Geld, und lassen ihn auf der Straße zurück. Nun ist im Krankenhaus zwar eine Niere verfügbar, doch Ryu hat kein Geld mehr um sie zu bezahlen. Er beschließt gemeinsam mit seiner Freundin Cha Yeong-mi (Du-na Bae) die Tochter von Park Dong-jin (Kang-ho Song) zu entführen um an das nötige Geld zu gelangen. Doch durch einen Unfall stirbt das Kind. Park Dong-jin setzt alle Hebel in Bewegung um sich an den Entführern zu rächen. Gleichzeitig will sich Ryu an den Organhändlern rächen...

 

Südkoreas Starregisseur Chan-wook Park dürfte spätestens nach Oldboy jedem bekannt sein. Doch seinen Durchbruch schaffte er bereits Jahre zuvor mit seinem grandiosen Joint Security Area. Nach diesem Meisterwerk standen ihm alle Türen offen und er beschloss eine Rachtrilogie jenseits von Kill Bill und der Popart Kultur zu schaffen. Den Anfang legte er mit Sympathy for Mr. Vengeance, dann folgte der geniale Oldboy, und zu letzte kommt noch Sympathy for Lady Vengeance.

 

Jeder der sich den Film ansehen will muss gewarnt werden: Sympathy for Mr. Vengeance ist viel, aber sicher keine leichte Kost. Der Film wird in einen kalten und nihilistischen Stil gedreht, und versucht gar nicht erst dem Zuseher durch einen Wink mit dem Zaunpfahl die Moral der Geschichte zu zeigen. Viel mehr wird der Zuseher animiert sich selbst Gedanken zu machen. Die Grundzüge der Geschichte sind Rache und Einsamkeit. Dem Regisseur gelingt es vortrefflich den Zuseher in die Lage des Taubstummen Ryu zu versetzen, in dem er sehr wenig Dialoge in seinen Film einbaut, sondern die meiste Zeit nur die Bilder für sich sprechen lässt. Dies ist ein weiterer Punkt der viel Zuseher abschrecken wird. Die Story wird einem nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern der Betrachter muss sich selbst überlegen was jetzt eigentlich passiert. Leider sind viel zu viele Szenen eingebaut die einfach überflüssig sind, und somit wird der Film unnötig in die Länge gezogen. Diese zum Teil langatmigen Sequenzen sind der einzige Negativpunkt den es an dem Film zu bemerken gibt. Leider wirkt sich dies aber stark auf den Filmgenuss aus.

 

Chan-wook Park setzt auf sehr reale Charaktere, die alle sehr gut ausgeleuchtet werden. Somit kann man die Hintergründe von allen sehr gut verstehen und eine Schwarz-Weis Malerei wird von Anfang an verhindert. Dabei ist die erzählte Geschichte eigentlich nur das Visualisierungsmittel, das Chan-wook Park benützt um zu erzählen zu was eine Auswegslose Situation führen kann. Er versetzt den Zuseher in die Lage aller Hauptfiguren und da es keine  Trennung in Gut und Böse gibt muss der Betrachter selbst entscheiden welche Handlungen er toleriert, und welche nicht. Doch die Geschichte wird gegen Ende hin sehr konfus, und der Zuseher muss sich damit abfinden das im Endeffekt nur eine Ansammlung von Zufällen die Story voran treibt. Dies ist etwas unbefriedigend und hätte besser gelöst werden können.

 

Sympathy for Mr. Vengeance ist sicher kein Film der jedem gefallen wird, aber die ausgefeilten Charaktere, die fesselnde Dramaturgie und die erzählte Geschichte die zum Denken anregt und den Zuseher auf allen Ebenen fordert führt zu einem anspruchsvollen Film, der sowohl auf intellektueller, als auch auf Kunstebene überzeugen kann. Der zweite Teil der Rachetrilogie Oldboy ist übrigens nicht als Sequel im eigentlichen Sinn zu sehen, sondern hat mit dem ersten Teil nur das Thema Rache gemeinsam. Allerdings hat Chan-wook Park aus den Fehlern dieses Films gelernt und servierte mit Oldboy einen anderen, aber meiner Meinung nach auch besseren Film.

 

Fazit

Sympathy for Mr. Vengeance ist hart, anspruchsvoll und brillant. Wären die Langatmigen Szenen nicht, so wäre dieser Film ein wahres Meisterwerk geworden.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 4
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