Mr. Brooks - Der Mörder in dir (2007)

OT: - 120 Minuten - Psycho / Thriller
Mr. Brooks - Der Mörder in dir (2007)
Kinostart: 15.02.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Mr. Brooks - Der Mörder in dir

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Es steht momentan leider nicht allzu gut um den ehemaligen Zuschauermagneten Kevin Costner. Während man am Anfang der 90er Jahre noch davon ausgehen konnte, dass ein Film mit ihm als Hauptdarsteller, der noch dazu Demi Moore in einer Nebenrolle zur Verfügung hat, an den Kinokassen garantiert seinen Weg machen wird, ist dies heutzutage keinenfalls so sicher. Zwar hat Mr. Brooks durchaus einen Gewinn einfahren können, aber von den Box Office Krachern seiner früheren Jahren, oder gar einem Mammutprojekt alá Der mit dem Wolf tanzt kann Kevin Costner heutzutage nur mehr träumen. Eigentlich schade, denn in Mr. Brooks zeigt er sich wieder einmal von seiner besten Seite.

Earl Brooks (Kevin Costner) führt ein Leben, wie aus dem Lehrbuch. Sein Familienleben läuft großartig, er ist ein erfolgreicher Fabrikbesitzer und wurde erst kürzlich zum "Man of the year" gewählt. Doch was niemand weiß ist, dass es in ihm nicht ganz so rund läuft, denn in seinem Kopf spukt sein Alter Ego Marshall (William Hurt) und treibt ihn zu schrecklichen Taten. Ohne Grund tötet er Menschen und seine perfekte Vorgehensweise hinterlässt die Ermittlerin Tracy Atwood (Demi Moore) ratlos. Doch eines Tages unterläuft ihm ein Fehler, und er wird von einem Voyeur (Dane Cook) bei einer Tat fotographiert. Doch dieser geht nicht zur Polizei, sondern erpresst Earl...

Was ist bei einem Film über einen Serienkiller besonders interessant? Ganz klar, denn das was uns fesselt und begeistert ist, was wir nicht aus unserem Alltag kennen, und nur die wenigsten werden sich besonders gut in den Kopf eines Serienkillers versetzen können. Nun ist es allerdings sehr schwer das Innenleben eines Menschen auf filmische Weise zu beleuchten. Als erstes fällt wohl der innere Monolog ein, der im Film hauptsächlich in Form eines Off-Kommentars eingesetzt wird. Mr. Brooks geht allerdings einen anderen Weg, der doch etwas an den Schlusstwist von Fight Club erinnert.

Doch was sich Fight Club bis zum Finale hin vorbehält, wird bei Mr. Brooks gar nicht erst geheimgehalten (jeder der Fight Club noch nicht gesehen hat, sollte hier nicht weiterlesen). Denn wo sich bei Fight Club am Ende die Hauptperson als schizophren herausstellt, wird Earl Brooks den ganzen Film über als gespaltene Persönlichkeit gezeigt. Doch ein weiterer Unterschied ist, dass er sich seines Alter Ego Marshall durchaus bewusst ist, und dieser weniger wie eine weitere Persönlichkeit wirkt, sondern viel mehr wie die dunklen Abgründe in der Persönlichkeit von Earl.

Die ganz große Stärke von Mr. Brooks sind nun die Szenen in denen Earl und Marshall aufeinandertreffen. Besonders faszinierend ist hier die ambivalente Ausstrahlung von Kevin Costner, dem man sowohl den liebenden Ehemann und Vater, als auch den skrupellosen Mörder jederzeit abnimmt. William Hurt darf sich wieder einmal von seiner diabolischen Seite zeigen und entwickelt im Zusammenspiel mit Kevin Costner eine unglaubliche Kraft. Zwar sind diese Szenen, in denen die beiden Persönlichkeiten aufeinandertreffen zu Beginn noch etwas befremdlich, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, und besonders in den Szenen, in denen William Hurt versucht Kevin Costner zum nächsten Mord zu treiben, dieser sich aber dagegen sträubt, ist Gänsehaut garantiert.

Der Hauptaspekt an Mr. Brooks, seine gestörte Hauptfigur, ist auch die Kraft, die den Film über seine schwachen Aspekte hinwegträgt. Denn leider konnte man sich nicht durchringen einen Film zu machen, der sich ganz auf diese schwierige Person  stütz, sondern man musste unbedingt noch einige Nebenplots integrieren, die dem Filmgenuss leider sehr schaden. Zwar kann man der Geschichte rund um Earls Tochter einiges abgewinnen, jedoch erweist sich die Episode die sich der Ermittlerin, gespielt von Demi Moore, zuwendet als großer Bremsklotz des Films.

Denn man belässt es hier keinenfalls darauf einfach nur zu zeigen wie sie sich zum Serienkiller Brooks vorarbeitet, sondern musste versuchen ihr mit aller Gewalt auch Profil zu verleihen. So hat man Probleme mit dem Ex-Mann eingebaut und einen dunklen Fleck aus ihrer Vergangenheit, der danach trachtet sie zu töten. Zwar wäre es auch zu viel des Guten wenn man diese Handlungsstränge als schlecht abtut, aber leider entfernt man sich dadurch immer weiter von der interessanten Kernthematik und bremst den Filmgenuss schlussendlich. Sehenswert bleibt Mr. Brooks allerdings dennoch!

Fazit:
Mr. Brooks überzeugt vor allem durch das grandiose Zusammenspiel von Kevin Costner und William Hurt, die sich von ihrer besten Seite zeigen. Aussserdem kann der Ansatz einer gespaltenen Persönlichkeit durchaus überzeugen, ermöglicht es doch einen sehr interessanten Einblick in den Verstand eines Serienkillers. Leider bremst sich der Film immer wieder aus, in dem er vom packenden Kern des Themas abweicht, und sich etwas uninteressanten Nebensträngen hingibt. Dennoch sollte man sich den Film dadurch nicht vermiesen lassen, denn obwohl aus einem potentiell ausgezeichneten Film somit nur ein guter wird, bleibt Mr. Brooks dennoch sehenswert.

Wertung:
7/10 Punkte









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