Unsere Erde - Der Film

OT: -  90 Minuten -  Dokumentation 
Unsere Erde - Der Film
Kinostart: 08.02.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Unsere Erde - Der Film

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„Seit Beginn meiner Arbeit habe ich an vielen äußerst aufwendigen Projekten gearbeitet, aber verglichen mit den Dimensionen von UNSERE ERDE waren sie winzig. Während der vergangenen fünf Jahre haben wir weltweit an über 200 Drehorten gefilmt und dabei eine Rekordzeit von 4500 Tagen draußen in der Natur verbracht. 40 der spezialisiertesten und erfahrensten Kameramänner standen uns dafür zur Verfügung. Jede Einstellung bedeutete eine unglaubliche logistische Herausforderung. Allein die Beschaffung der verschiedenen Drehgenehmigungen erforderte jahrelange Verhandlungen. Nur aufgrund unserer Erfahrungen, logistischen Fähigkeiten und unserer Reputation ist es letztendlich gelungen, die notwendigen Papiere zu bekommen, und somit in der glücklichen Lage zu sein, diese wunderbaren Bilder mit der Kamera einzufangen - Bilder, die man nicht einfach kaufen kann."

Alastair Fothergill, Regisseur

Unsere Erde - Der Film ist in jeder Hinsicht ein Film der Superlative. Das Presseheft zum Dokumentations-Mammuthit beginnt bereits mit einer Auflistung von äusserst beeindruckenden Daten: In fünf Jahren Produktionszeit hat das Team keine Mühen gescheut und an über 200 Drehorten, in 26 Ländern rund um den Globus sage und schreibe 1000 Stunden Filmmaterial angesammelt. So sind Bilder entstanden, wie man sie noch nie gesehen hat und in Zeiten, in denen von allen Seiten Anschuldigungen auf das Publikum niederprasseln, die uns zum hunderdsten Mal an das Schützen der Welt erinnern, geht Unsere Erde - Der Film den einzigen richtigen Weg: Er langweilt uns nicht mit Moralpredigten, sondern zeigt uns einfach was wir verlieren werden, wenn es so weiter geht.

Vor fünf Milliarden Jahren ist ein Asteroid auf unsere Erde gestützt, der mit so einer Wucht aufprallte, dass sich die Erdachse um 23,5 Grad verschoben hat. Durch diesen glücklichen Zufall wurde das Leben, wie wir es kennen erst ermöglicht. Es entstanden die vier Jahreszeiten und die Vorraussetzungen für ein vielfältiges Leben war geschaffen. Unsere Erde - Der Film führt uns dabei in einer klar strukturierten Reise von Norden nach Süden und zeigt uns die Schönheit der Natur in seiner ganzen Pracht. Dabei ist der Film auffällig in drei Episoden unterteilt, die mit wunderschönen kleineren Passagen ausgeschmückt werden.

Da das Kinopublikum, anders als das Fernsehpublikum, immer eine Identifikationsfigur benötigt, hat man sich dazu entschieden die Geschichten von drei Muttertieren ins Zentrum zu rücken, die natürlich eine emotionale Identifikation ermöglichen. Den Anfang macht eine Eisbärenmutter im Norden, die mit ihren Kindern aus dem arktischen Winter erwacht und über eine Elefantenmutter, die mitten in der Kalahari-Wüste versuchen muss ein Wasserloch zu erreichen, arbeitet sich der Film bis zu seiner finalen Episode durch: Einer Buckelwalmutter, die ihr Jungtier sicher vom Äquator bis in die Arktis bringen muss...

Regisseur Alastair Fothergill konnte sich bereits mit seiner großartigen TV-Reihe Planet Erde ein Denkmal setzen, mit der er, im Auftrag von BBC, in elf Teilen zu je 45 Minuten stets einen anderen Ausschnitt unserer Welt beleuchtete und sowohl die unbändigbare Schönheit, als auch die nötige Gewalt der Natur zeigte. Unsere Erde - Der Film ist nun soetwas wie die Zusammenfassung dieser Serie, denn es ist klar, dass man in einem 90 Minuten Film nicht die selbe Tiefe wie in einer solchen Serie erreicht.

Die TV-Serie nahm sich für jede Episode ein Thema und arbeitete dies konsequent und detailiert auf. Der Film hingegen versucht den gesamten Globus in Ausschnitten abzuarbeiten und muss so auf so manches informative Detail verzichten. Doch man soll nicht zu lange darauf herumreiten, bekommt der Zuseher dafür doch eine mehr als gute Entschädigung: Denn die unglaublich beeindruckenden Bilder, die man hier aus Mutter Natur gekitzelt hat und die auf der großen Leinwand einfach zum Niederknien schön sind, zählen mit unter zu den beeindruckendsten Aufnahmen, die je von unserem Planeten gemacht wurden.

Wenn eine Naturdokumentation in der heutigen Zeit erscheint, dann ist es auch schon beinahe ein Muss, dass man sich dem Thema rund um die globale Erwärmung annimmt. Doch wo man in Königreich Arktis fast schon eine Moralpredigt hielt und wo Filme wie Eine unbequeme Wahrheit und The 11th Hour versuchen wissenschaftliche Fakten sprechen zu lassen, setzt Unsere Erde - Der Film nur darauf, dass er ganz einfach zeigt was sich in der Welt im Wandel wirklich zuträgt. Und wenn man ehrlich ist, dann sind die Bilder vom Eisbären, der im schmelzenden Packeis immer wieder einbricht bei weitem aufrüttelnder, als die Tabellen die Al Gore vorlegt und der strenge Ausdruck in Leonardo Di Caprios Gesicht.

Was man allerdings stellenweise kritisieren kann ist, dass Unsere Erde - Der Film keinen solch großflächigen Blick auf die Abläufe der Natur wagt, wie die dazugehörenden Fernsehserie. Damit meine ich jedoch nicht nur die bloßen Unterschiede die sich durch die Laufzeit ergeben, sondern vor allem das Weglassen von blutigen Szenen. So wird zum Beispiel eine lange und wirklich beeindruckende Verfolgungsjagd aus dem Tierreich gezeigt, die ein optischer Leckerbissen ist, aber dann wird leider weggeblendet als die Natur ihren Lauf nimmt und auch einmal Blut zu sehen wäre. Diese offensichtliche Anpassung des Films, um ihn für Familien zugänglicher zu machen ist insofern schade, spricht er doch gegen die ansonsten wunderbare Abbilderung unserer Welt.

Doch man soll sich von dieser Kleinigkeit nicht abbringen lassen. Denn obwohl die TV-Serie Planet Erde insgesamt gesehen die wahrscheinlich tiefgreifendere Erfahrung ist, sorgt der dazugehörende Kinofilm Unsere Erde - Der Film für ein ausserordentlich spektakuläres Erlebnis der besonderen Art. Denn die hier gezeigten Bilder, geben die Schönheit unseres Planeten auf solch großartige Art und Weise wieder, dass ich jedem, der sich nur ansatzweise für Dokumentationen und die bekannte Serie Universum interessiert empfehlen würde sich diesen Film anzusehen. Denn in seiner Sparte ist Unsere Erde - Der Film wahrhaft einzigartig und man kann nur erahnen welche ungeheure Arbeit und welch starker Wille notwendig war um uns dieses Kinoerlebnis zu bescheren.

Fazit:
Unsere Erde - Der Film schafft es in jeder Situation die unglaubliche Schönheit unseres Planeten herauszukitzeln. Die hier gezeigten Bilder sind von einer solchen Pracht, wie man sie nur selten sieht und man kann nur erahnen was für ein gigantischer Aufwand wohl hinter diesem Projekt steckt. Zwar ist die dazugehörende TV-Serie Planet Erde mit Sicherheit detailierter und gewährt einen noch genaueren Blick auf unsere Welt und auch ist es störend, dass man alle blutigen Szenen aus dem Film entfernt hat, aber dennoch sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen diese beeindruckenden Bilder auf einer großen Leinwand zu sehen!

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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