Mein bester Freund

OT: -  90 Minuten -  Komödie
Mein bester Freund
Kinostart: 15.02.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Mein bester Freund

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Mein bester Freund verpricht, wie der Titel schon verrät, dass es sich hier um einen Film handelt, der sich ganz dem Thema Freundschaft widmet. Ansich ist das Thema natürlich wichtig und auch Wert, dass man sich darüber Gedanken macht, doch leider sorgt die Umsetzung nur für einen belanglosen Sonntagnachmittag Film, den man sich höchstens im Fernsehen ansehen kann, da hier die Kinoleinwand stellenweise wirklich verdammt groß und unausgenutzt wirkt. Die Geschichte selbst orientiert sich auch nur an bekannten Klischees und selbst der Humorfaktor hält sich stark in Grenzen.

Francois (Daniel Auteuil) lebt nur für seinen Antiquitätenladen, den er gemeinsam mit Catherine (Julie Gayet) führt und der ihn rund um die Uhr in Anspruch nimmt. Als Catherine jedoch behauptet, dass Francois keine Freunde hat, sondern nur für das Geschäft lebt, beginnen die beiden eine Wette, deren Gewinner eine teure Vase bekommen soll, die von ihnen ersteigert wurde. Wenn Francois ihr innerhalb von 10 Tagen seinen besten Freund vorstellt, dann gehört die Vase ihm, ansonsten gehört sie Catherine. Er macht sich also auf die Suche nach alten Schulfreunden, und verschrobenen Kollegen, scheint dabei aber nicht zu entdecken, dass er im Taxifahrer Bruno (Dany Boon) bereits einen Freund gefunden hat...

Ja, die Absichten die sich hinter diesem Projekt verbergen sind gut, und sind es auch Wert, dass man sie auf der Leinwand darstellet. Dabei versucht Mein bester Freund die wichtigen Punkte der Freundschaft aufzuzeigen, in dem er das völlig verkrümmte Sozialverhalten von Francois ins Zentrum des Films rückt. Auf der Suche nach Freunden stellt er sich so dermaßen ungeschickt an, dass man sich als Zuseher eigentlich nur am Gegenteil seiner Handlung orientieren müsste, um sich auf dem richtigen Weg zu befinden. So ist er zum Beispiel der Meinung das wahre Freundschaft beim Geld beginnt, und macht auch viele andere Fehler.

Etwas angestaubt wirkt jedoch die Ausgangslage, dass Francois, wie man es halt so gerne als Klischee verwendet, sehr auf seinen Beruf fixiert ist, und durch seine gewinnorientierten Gedanken keine Zeit mehr für echte Freundschaften hat. Quasi haben wir es also bei Fracois mit einem abgeschwächten und modernisierten Ebenezer Scrooge zu tun, der im gutmütigen und sympathischen Taxifahrer Boon seine ganz persönlichen Geister der Weihnacht findet. Charmant ist der Film vor allem in den Szenen, in denen die Schale von Francois aufbricht und er sich einfach nur der Freundschaft zu Boon hingibt.

Doch leider ist der Weg bis zu diesen charmanten Momenten ein schwieriger, und stellenweise auch ein reichlich langatmiger. Der Weg vom Geschäftsmann Francois bis zum normalen Freund ist stellenweise viel zu unsinspiriert und zieht den Film in die Länge. Auffällig ist auch, dass Mein bester Freund an vielen Stellen sehr an die gewohnten Schemata einer romantischen Komödie erinnert, nur dass statt einer gefährdeten Liebe zwischen Mann und Frau eben eine schwierige Freundschaft zwischen Mann und Mann im Zentrum steht.

Mit der "Wer wird Millionär?" Szene gegen Ende des Films zeigt Mein bester Freund dann noch einmal eindrucksvoll, dass er eigentlich ins Fernsehen gehören würde. Denn wenn es der Quizfan Boon endlich, mit Hilfe seines Freundes, ins Fernsehen schafft, dann dürfen wir ihm beim Spielen zu sehen, wie wir es doch aus unzähligen Fernsehabenden schon kennen. Das es sich hier um einen Film handelt zeigt sich dann nur in der verkürzten Darstellungsweise und dem abschließenden Telefongespräch mit seinem Freund (dass die Sendung allerdings nicht live übertragen wird, scheint man vergessen zu haben). Als vollkommen gescheitert kann man den Film nun aber auch nicht bezeichnen, denn dafür ist er doch stellenweise zu sympathisch, aber ob man ihn sich wirklich ansehen will, vor allem bei den vielen großartigen Filmen die im Februar starten, ist wieder eine andere Geschichte.

Fazit:
Man kann nicht behaupten, dass Mein bester Freund nicht zumindest in Ansätzen etwas zu bieten hätte. Das Thema Freundschaft ist wichtig, nur wurden eben bei der Umsetzung alle Klischeeregister gezogen, und so zehrt das fertige Ergebnis doch manchmal an den Nerven. Auch fällt auf, dass sich speziell im Mittelteil einge Szenen sehr langatmig anfühlen und Mein bester Freund generell eher etwas für das Sonntag Nachmittagsprogramm, als fürs Kino ist. Zwar sind durchaus einige sympathische Situationen dabei, aber bei der Fülle an Filmen die im Februar 2008 starten, kann man diesen gerne auslassen.

Wertung:
4/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 2
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