Insomnia (2002)

OT: Insomnia - 118 Minuten - Thriller
Insomnia (2002)
Kinostart: 10.10.2002
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Insomnia

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Als in einer Kleinstadt in Alaska ein 17 jähriges Mädchen ermordet wird, beantragt die örtliche Polizei Unterstützung. Also werden Detective Will Dormer (Al Pacino) und Detective Hap Eckhar (Martin Donovan) aus Los Angeles geschickt um der örtlichen Polizei zur Hand zu gehen. Detective Ellie Burr (Hillary Swank) entpuppt sich als großer Fan der Polizeilegende Will Dormer und hilft bei den Ermittlungen so gut sie kann. Doch Will steht im Fadenkreuz der Abteilung für innere Angelegenheiten. Sein Partner Hap offenbart ihm dass er gegen Will aussagen wird.

 

Hap weiß nämlich dass Will damals einen Kinderschänder Beweise untergeschoben hat um ihn ins Gefängnis zu bringen. Die Suche nach dem Mörder stellt sich als nicht allzu schwierig heraus. Die beiden Ermittler haben ihm schnell eine Falle gestellt. Doch bei der Verfolgungsjagd durch den dichten Nebel erschießt Will versehentlich seinen Partner. Er gerät in Panik und schiebt dem Mörder (Robin Williams) das Verbrechen unter. Dieser hat alles mitangesehen und erpresst nun Will. Es beginnt ein rasantes Katz und Maus Spiel um Wahrheit und Gerechtigkeit...

 

Christopher Nolan stand nach Memento vor einer riesigen Herausforderung. Er hatte der Welt einen der innovativsten und besten Filme aller Zeiten beschert, und stand für sein Nachfolgewerk folglich unter starken Erwartungsdruck. Doch das begnadete Regietalent versuchte erst gar nicht sein Erstlingswerk zu kopieren, oder mit aller Gewalt einen besseren Film aus dem Hut zu zaubern. Insomnia ist im Vergleich zu Memento in einem sehr konventionellen Stil gedreht, doch bei näherer Betrachtungsweise bricht Christopher Nolan einige Regeln des Genres. Zum Beispiel wird sehr früh offenbart wer der Mörder ist, und der Film dreht sich nicht im eigentlichen Sinne um die Jagd nach diesem, sondern viel mehr um das komplexe Zusammenspiel von Robin Williams und Al Pacino, die beide ihr ganzes Talent preisgeben.

 

Die Geschichte ist außerordentlich fesselnd und lässt dem Zuseher eine sehr offene Wahl wen er für gut, und wen für böse hält. Es wird dem Mörder nicht wie es im Thrillergenre üblich ist ein Stempel mit der Aufschrift Böse aufgedrückt, sondern es werden vielschichtige Charaktere geschaffen, die in ihrer Absicht durchaus verständlich sind. Will hat zwar die Vorschriften verletzt, doch nur um einen Kinderschänder ins Gefängnis zu bringen. Dann hat er in einem Unfall seinen Partner erschossen und leugnet dies. Doch diese Angst ist ebenfalls eine durchaus menschliche Reaktion. Ihm gegenüber steht Robin Williams, der beteuert dass er in genau der selben Situation wie Will ist, da der Mord den er begangen hat ebenfalls nur ein Unfall war. Somit wird dem Zuseher überlassen zu wem er hält.

 

Christopher Nolan nimmt sich dabei außerordentlich viel Zeit um seinen Hauptfiguren viel Tiefe zu geben. Dies gelingt vor allem bei den von Al Pacino und Robin Williams dargestellten Charakteren, die sich als äußerst komplex und vielschichtig erweisen. Leider bleibt Hillary Swank etwas unterfordert. Ihrer Figur wurde viel zu wenig Screentime gegeben, und somit bekommt sie leider nicht die Gelegenheit viel aus der Provinzpolizistin zu machen. Eigentlich Schade, da Filme wie Boys don´t cry oder Million Dollar Baby ja bewiesen haben wie begnadet diese Frau spielen kann. Die beiden Hauptdarsteller sind vom aller Feinsten und zeigen wirklich ihre ganzen Fähigkeiten, die ihnen den Ruf als Topdarsteller beschert haben. Al Pacino gilt seit jeher als einer der besten Darsteller aller Zeiten, doch hat er in letzter Zeit fast nur mehr durchschnittliche Filme produziert, in denen er deutlich unterfordert wurde. In Insomnia muss er nicht große Reden schwingend durch den Film leiten, und sich dabei fast die Seele herausbrüllen, wie es viele seiner letzteren Rollen von ihm verlangten. Er kann endlich wieder seine Mimik sprechen lassen und darf Gefühle auch auf etwas subtilere Art zeigen. Er verkörpert den schlaflosen Polizisten virtuos und zeigt endlich wieder was in ihm steckt. Robin Williams spielt endlich wieder eine ernsthafte Rolle. Nach vielen Komödien darf er wieder eine komplexe Figur verkörpert. Als Zuseher erwischt man sich fast dabei zu ihm als Mörder mehr Sympathie als zum zerrissenen Pacino aufzubauen. Wie aber oben schon beschrieben wird es dem Betrachter nicht leicht gemacht einen Sympathieträger zu finden.

 

Christopher Nolan bleibt den ganzen Film über seinem düsteren Stil treu, und entführt das Publikum auf eine wunderbare Hetzjagd vor einer ungewöhnlichen Kulisse. Kaum ein Film bediente sich bis jetzt der wunderbaren Landschaft Alaskas. Eigentlich Schade, denn die Landschaftsaufnahmen die uns hier geboten werden suche ihres gleichen. Sie unterstreichen den düsteren Stil des Films und erschlagen den Betrachter beinahe mit ihrer Bildgewalt. Schon am Anfang überfliegen wir gemeinsam mit den beiden Polizisten aus LA die wunderbare Eislandschaft und kommen aus dem staunen nicht mehr heraus.

 

Fazit:

Christopher Nolan hat mit Insomnia alles richtig gemacht. Er serviert uns eine spannende Story vor unverbrauchter Landschaft. Die Darsteller agieren dabei vortrefflich und ermöglichen den Zuseher einen traumhaften Filmgenuss. Spannung mit psychologischem Tiefgang und düsterem Ende wird ebenso geboten wie eine einmalige Optik und ein Starensemble das seines gleichen sucht. Unbedingt ansehen, obwohl man sich keinen zweiten Memento erwarten darf!

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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