Das Beste kommt zum Schluss

OT: -  97 Minuten -  Tragikomödie
Das Beste kommt zum Schluss
Kinostart: 24.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das Beste kommt zum Schluss

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Wenn Menschen älter werden und langsam aber sicher auf den Tod zugehen, dann neigen sie dazu ihr Leben zu reflektieren und darüber nachzudenken, was sie richtig und was sie falsch gemacht haben. Rob Reiners neuster Film Das Beste kommt zum Schluss heftet sich an die Fersen von zwei totkranken Männern, die bevor sie auschecken noch einmal das Leben richtig genießen wollen. Warum der Film nun so unwiderstehlich charmant ist, hat eigentlich nur einen Grund: Mit Jack Nicholson und Morgan Freeman treffen hier gleich zwei Schauspielschwergewichte aufeinander, von denen man einfach nicht genug kriegen kann und die sich hier gut gelaunt und von ihrer besten Seite zeigen.

Der Milliardär Edward Cole (Jack Nicholson), der von allem nur das Beste gewohnt ist, und der Mechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman) sehen sich eines Tages miteinander konfrontiert, als sie sich im Krankenhaus das selbe Zimmer teilen. Zwar könnte Edward durchaus ein Einzelzimmer beantragen, gehört ihm das Krankenhaus doch immerhin, aber aus Publicity Gründen muss er sich mit der Situation arrangieren. Als bei beiden Krebs dianostiziert wird, beginnen sie sich, im Schicksal des nahen Todes vereint, miteinander anzufreunden und entdecken bald schon Gemeinsamkeiten. Ausserdem beschließen sie ihren Lebensabend nicht im Krankenhaus zu verbringen, sondern schreiben eine sogenannte "Löffel-Liste" mit all den Dingen, die sie noch erledigen wollen, bevor sie den Löffel abgeben...

Klingt ein bisschen wie der deutsche Film Knockin' on Heavens Door? Ist es auch, aber eben nur ein bisschen. Denn Rob Reiner hat bereits mehrfach bewiesen, dass er durch und durch ein Hollywood-Regisseur ist, und dies sowohl mit allen positiven, als auch mit allen negativen Aspekten, die dieser Status mit sich bringt. Auf der Habenseite kann man sicher verbuchen, dass er es perfekt versteht seine Geschichte leicht und locker, ohne nennenswerte Durchhänger vorzutragen, und den Zuseher stets unterhaltsam bis ans Ende zu führen.

Doch es fallen auch einige negative Eigenschaften auf, denn Kreativität ist sicher nicht Rob Reiners Stärke. Viel mehr verpackt er die Klischees stets aufs Neue wieder so schmackhaft, dass man dennoch seine Freude mit dem Film hat. Und das obwohl an vielen Stellen so viel Pathos mitschwingt, dass es schon fast weh tut, und auch obwohl der Off-Kommentar von Morgan Freeman (muss der arme Mann eigentlich in jedem Film den Kommentator spielen?) nur dazu da ist um noch zusätzlich auf die Tränendrüse zu drücken. Das Beste kommt zum Schluss hat einfach die gewisse sympathische Atmosphäre, dass selbst das Drehbuch, das sich stellenweise wiederholt und nicht immer über genügend Dynamik verfügt, nichts daran ändert, dass man als Zuseher sehr berührt aus dem Kino kommt.

Und dass der Film trotz den vielen offenkundigen Schwachstellen funktioniert, hat er ausschließlich den beiden Hauptdarstellern zu verdanken. Sowohl Morgan Freeman, als auch Jack Nicholson haben bereits unzählige Male bewiesen, dass sie grandiose Darsteller sind, und obwohl sie hier für ihre Verhältnisse nicht besonders gefordert werden, kann man dem genialen Duo doch deutlich anmerken welche Freude ihnen es gemacht hat diesen Film zu drehen, und dass sie sich wohl auch abseits der Leinwand gut verstehen. Denn die Chemie zwischen den beiden stimmt auf solch erstaunliche Weise, dass es für einen Film nicht zurechtgeschustert werden kann, sondern es muss schon etwas von vorne herein mitgebracht werden.

Jack Nicholson spielt dabei seine gewohnt cholerische Rolle, in der er als reicher, aber emotional armer Mann vor einem einsamen Ende steht. Doch überraschend ist, dass sich der gute Jack auch von seiner rührseligen Seite zeigen darf, und speziell in der Freundschaft zu Morgan Freeman, und der Beziehung zu seiner Tochter große Emotionen übermitteln kann. Morgan Freeman schließlich spielt wie so oft den ruhigen Kerl von nebenan, der zwar mit weniger Geld, aber dafür mit viel Weisheit und einem großen Herzen gesegnet ist. Der Trick des Films ist es nun, dass diese beiden Genies es schaffen aus dem stellenweise flachen Drehbuch das Bestmöglichste herauszuholen und so das Publikum zu berühren.

Die Schwächen des Films sind natürlich dennoch unübersehbar und speziell fällt es auf, dass die ernste Thematik nur auf rührselige und lustige Weise behandelt wird, und man sich eine wirklich hintergründige Auseinandersetzung mit dem Tod aufspart. Auch die hollywoodtypische Botschaft, dass Geld nicht alles ist, sondern nur die Familie zählt ist schon etwas abgenutzt (ausser man erzählt sie auf so zynische Weise wie der kommende Film There Will Be Blood), aber dennoch funktioniert das Ganze überaus gut. Denn obwohl man viele Stellen im Film vorhersehen kann, und die Tränendrückerfallen die Rob Reiner vorbereitet hat unübersehbar sind, kann man als Zuseher dem Konstrukt nicht entkommen und Das Beste kommt zum Schluss ist der beste Beweis dafür, dass die Mechanismen des Hollywoodkinos noch immer funktionieren können.

Fazit:
Das Beste kommt zum Schluss verfügt augescheinlich über einige Schwächen die sich nicht so einfach leugnen lassen: Denn der Film ist voller Pathos und verbreitet eine durchaus kitschige Botschaft, ohne wirklich ernsthaft auf das Thema Sterben einzugehen. Auch ist er nach dem typischen Hollywoodmuster konstruiert und bringt nur wenig Kreativität ins Spiel, aber dennoch arrangiert Rob Reiner diese etwas faden Zutaten so interessant, dass das Ergebnis dennoch äusserst unterhaltsam ist. Die großartigen Hauptdarsteller tragen den Rest dazu bei, um aus Das Beste kommt zum Schluss einen sehr berührenden und heiteren Film zu machen, der wohl den Großteil des Publikums verzaubern wird. Aber für Zyniker ist dieser lebensbejaende Film nicht geeignet.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 18
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Liste von mausmaus
Erstellt: 10.11.2013