Hotel Ruanda

OT: -  122 Minuten -  Drama
Hotel Ruanda
Kinostart: 07.04.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Filmkritik zu Hotel Ruanda

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Hotel Ruanda erzählt die wahre Geschichte von Paul Rusesabagina (Don Cheadle), dem Manager eines Nobelhotels in Ruanda. Paul ist ein Mann mit Stil der durch eine Welt voller Armut im Anzug schreitet und sein Geld damit verdient reichen Urlaubern das Leben zu versüßen. Pauls Hotel ist eine Oase der Ruhe für alle Reichen, doch um die Armen kümmert sich Paul wenig, da er nur Kontakte gewinnen will um im Notfall seiner Familie helfen zu können, denn in Ruanda ist die Lage zwischen den Völkergruppen der Hutu und Tutsi mehr als angespannt.

 

Paul, der selbst Hutu ist will alles mögliche tun um seine Ehefrau Tatiana Rusesabagina (Sophie Okonedo) die Tutsi ist, zu schützen falls der Ausnahmezustand eintritt. Doch es scheint sich alles zu beruhigen als der Präsident von Ruanda mit den Tutsi Rebellen einen Friedensvertrag schließen will. Leider wird das Flugzeug des Präsidenten vom Himmel geschossen und von da an eskaliert die Lage. Die zahlenmäßig weit überlegenen Hutu geben den Tutsi die Schuld und beginnen sie abzuschlachten. Paul muss mit ansehen wie seine Nachbarn getötet werden und kann nur durch zahlreiche Bestechungen seine eigene Familie bis in sein Hotel bringen wo sie zumindest teilweise geschützt sind da das Hotel von der UN bewacht wird.

 

Als Paul das Leid in den Straßen von Ruanda sieht riskiert er alles und gewährt zahlreichen Tutsi Unterschlupf in seinem Hotel. Doch die Lage spitzt sich immer weiter zu und die Hutu beginnen sogar UN Soldaten zu töten. Der Kameramann Jack Daglish (Joaquin Phoenix) riskiert sein eigenes Leben um die Gräueltaten in Ruanda zu filmen und somit der westlichen Welt zu zeigen was dort vor sich geht. Sein erschütterndes Filmmaterial wird in aller Welt gezeigt, doch es ist jedem egal. Ruanda wird seinem Schicksal überlassen und Paul weiß nicht wie lange er das Hotel noch sicher halten kann... 

 

Hotel Ruanda zeigt auf bestürzende Art und Weise welche schrecklichen Taten vor 11 Jahren im Bürgerkrieg von Ruanda geschehen sind. Außerdem wird die beeindrückende Charakterentwicklung von Paul Rusesabagina vom eigennützigen Geschäftsmann zum sich opfernden Schutzengel der Tutsi durch Don Cheadle sehr beeindrückend in Szenen gesetzt. Hotel Ruanda besitzt eine ausgesprochen mitreißende Geschichte und bewegt von Anfang an. Der Spannungshöhepunkt liegt beim Fluchtversuch aus dem Hotel, als die hetzende Meute den UN Bus voller Flüchtlinge zum Stoppen bringt.

 

Hotel Ruanda ist ein sehr wichtiger Film. Die meisten Jugendlichen wissen heutzutage nicht einmal dass einer der schrecklichsten Völkermorde aller Zeiten erst 11 Jahre zurückliegt und die gesamte Menschheit mit ruhigem Gewissen zugesehen hat. Aber die Schuld dafür ist keineswegs bei den Jugendlichen zu suchen. Woher soll man das Wissen denn nehmen wenn man es von niemandem übermittelt bekommt? Im Geschichtsunterricht wird von der schrecklichen Ruanda Krise nicht ein Wort erwähnt.

 

Die Menschen sind einfach zu bequem um sich mit solch schrecklichen Ereignissen auseinander zu setzen. Bekannte historische Ereignisse, wie zum Beispiel der zweite Weltkrieg können natürlich im Unterricht nicht verheimlicht werden, aber sobald man eine Chance sieht ein brisantes Thema untergehen zu lassen wird die natürlich sofort ergriffen.  Es ist skandalös das solche humanitären Katastrophen in unserer Gesellschaft einfach todgeschwiegen werden. Terry George ändert dies und liefert uns mit Hotel Ruanda einen emotional hochkarätigen Film, der informiert, aufklärt und zugleich bewegt. Die kompromisslose Ehrlichkeit mit der er an dieses Werk geht bewegt sowohl unser Herz, als auch unseren Verstand und ruft uns das schreckliche Ereignis von damals wieder in Erinnerung. 

 

Über einen Punkt, den man an quasi jedem professionell gedrehtem Völkermorddrama kritisieren kann, kann man auch bei Hotel Ruanda nicht hinwegsehen. Und das ist dass der Film, obwohl wirklich informativ und kritisch dennoch kommerziell sein will. Und das Problem ist dabei nicht nur dass eine moralische Diskrepanz eintritt wenn man versucht mit einem Massenmord Geld zu verdienen, sondern vor allem dass der Film leider etwas zu sehr zwischen Gut und Böse unterscheidet um die Sympathien klar zu verteilen.

 

Dennoch sollte meiner Meinung nach jeder Mensch diesen wichtigen Film sehen. Es ist eine Schande dass die gesamte Welt bei diesem Völkermord der mehr als 1 Million Menschen das Leben gekostet hat zugesehen hat. Besucht diesen Film, er ist ein Meisterwerk das sowohl emotional, technisch als auch schauspielerisch überzeugt. Ich bin immer noch geschockt von der mitreißenden Nachwirkung die der Film auf mich hat! Hotel Ruanda besitzt sehr viele beeindrückende Szenen die man nicht mehr so leicht vergisst. Ich will jetzt nicht zuviel verraten um euch nicht die Spannung zu nehmen, also ab in Kino mit euch!

 

Fazit:

Nahezu perfektes Völkermorddrama.

 

Wertung:

9,0/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 23
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