The End of the Neubacher Project (2007)

OT: The End of the Neubacher Project - 74 Minuten - Dokumentation
The End of the Neubacher Project (2007)
Kinostart: 18.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Das Neubacher-Projekt erzählt die Geschichte von Marcus J. Carney und seiner Familie mütterlicherseits. Am Anfang scheinen alle Portraitierten durchschnittlich neurotische Mitglieder einer durchschnittlichen Familie zu sein. Der Filmemacher versucht die Nazi-Familiengeschichte aufzuarbeiten, Schritt für Schritt entdeckt er jedoch tiefere Verstrickungen und Schichten der Verdrängung. Die Hauptbeziehung im Film entwickelt sich zwischen dem Filmemacher und seiner Mutter, die während der Dreharbeiten an Krebs erkrankt.

Acht Jahre vergehen von Projektbeginn bis zur Fertigstellung. Carneys Großmutter stirbt während der Dreharbeiten und in der Folge erkrankt die Mutter. Der Film zeigt wie die beiden Frauen nicht fähig sind, mit dem Vermächtnis umzugehen. Je mehr Carney herausfindet, desto mehr wird sein eigenes Bild erschüttert. Aus Überlebensstrategie oder Zynismus hat die Großmutter ihre unmittelbare Schuld niemals eingestanden. Die Mutter wiederum war ihr Leben lang hin- und hergerissen zwischen der Anerkennung historischer Fakten und ihrer Liebe zu ihren Eltern. Dies hat ihr eigenes Leben zerstört und bedroht indirekt das des Filmemachers. Er findet sich in einer ähnlichen Lage wieder: wie kann er eine Mutter lieben, die zu Liebe nicht fähig scheint?

Carneys Blick hält der Agonie beider Frauen stand und er erspart sich selbst nicht, die Kamera gegen seine eigene Agonie zu richten. So wie er ohne Selbstmitleid in die Vergangenheit und die sich tragisch entwickelnde Gegenwart blickt, sehen wir ihn dabei, wie er lernt, nicht mehr über die Verdrängung seiner Mutter zu richten. Er akzeptiert, dass diese Verdrängung auch ihn geformt hat. Letztendlich schafft er es durch den Prozess dieses Films, seine Mutter ohne Bedingungen zu lieben wie sie ist.

Die Grenzen zwischen „privat" und „öffentlich" verschwimmen zunehmend bei Carneys Einsatz von Archivmaterial, das seine Vorfahren als Mitglieder der österreichischen Nazi-Elite zeigt. Carney erforscht in diesem Langzeitprojekt auf sehr persönliche Weise das Trauma einer typischen österreichischen Familie, die von atavistischer Jägertradition ebenso bestimmt wird wie von ihrem Schuldgefühl durch ihre enge Verstrickung in den Nationalsozialismus. Im Zentrum dieser gebrochenen Familie steht die Unfähigkeit zu trauern.

Quelle: Filmladen
Filmering.at
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Liste von Bianca
Erstellt: 11.01.2014