The Great Debaters

OT: -  124 Minuten -  Drama
The Great Debaters
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu The Great Debaters

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Dass Denzel Washington ein begnadeter Darsteller ist, ist kein Geheimnis. Doch der zweifache Oscarpreisträger will sich laut eigenen Angaben nicht darauf verlassen, dass er immer so populär bleibt, und deshalb will er sich für seine älteren Jahre ein zweites Standbein sichern: The Great Debaters ist nach Antwone Fisher seine erst zweite Regiearbeit, aber man kann bereits sehen, dass er durchaus Talent für diese Berufung mitbringt. Wenngleich er allerdings auch noch nicht die Meisterklasse einiger Kollegen erreicht, so ist The Great Debaters zumindest solide und unterhaltsam.


1935: Melvin Tolson (Denzel Washington) ist Lehrer am Wiley College in Texas. Seine Aufgabe ist es, ein Debattierteam zusammenzustellen und zu trainieren, sodass man gegen andere Colleges antreten kann. Sein Team setzt sich zusammen aus James Farmer Jr. (Denzel Whitaker), dem Sohn des Schulpräsidenten (Forest Whitaker), Samantha Booke (Jurnee Smollett) und Henry Lowe (Nate Parker). Ihr Ziel ist klar: Sie wollen das Harvard-Debattierteam, die Champions, besiegen, aber gleichzeitig erleben sie selbst mit, was es heißen kann, schwarz zu sein...


The Great Debaters orientiert sich, zumindest laut dem obligatorischen „based on a true story...“ am Anfang des Films, an einer wahren Geschichte. Doch wenn man zu dieser angeblich wahren Geschichte einige Nachforschungen anstellt, dann wird man auf eine Tatsache stoßen, die einem den Filmgenuss nachträglich etwas vermiesen. Denn das echte Wiley-Debattierteam konnte nicht gegen Harvard gewinnen. In Wirklichkeit bekamen sie nämlich nicht einmal die Chance, gegen das Team von Havard anzutreten, was dem Ende des Films eine klassische, übertrieben kitschige Hollywoodnote gibt.


In seinem Aufbau orientiert sich The Great Debaters sehr augenscheinlich an den Mustern des Sportfilms. Am Beginn steht ein charismatischer Trainier, in diesem Fall Denzel Washington, dem es obliegt, ein starkes Team zusammenzustellen und zu trainieren. Auch während dieser Phase geht The Great Debaters kaum Risiken ein, sondern orientiert sich ausschließlich an den bekannten Verhaltensklischees, wie zum Beispiel dem Liebespaar innerhalb des Teams, welches im Folgenden an Eifersucht zu Grunde geht.


Nach dem Training schreiben die Sportfilmklischees vor, dass sich das Team zunächst gegen einige kleinere Teams beweisen und ein paar Mal gewinnen muss, um kurz vor der großen Bewährungsprobe noch einmal zu straucheln, sodass beim Publikum ein Hauch von Spannung entsteht, als würde auch nur eine Sekunde in Frage stehen, dass das Wiley College am Ende gegen Harvard antreten und dort den Sieg erringen würde. Der Höhepunkt des Klischees ist schließlich, dass gerade der Teilnehmer, der während des letzten Debattierwettkampfes die Schuld an der Niederlage trägt, im Finale für den Sieg verantwortlich ist.


Doch da der Film immerhin für den Golden Globe als Bester Film nominiert wurde, kann man sich bereits denken, dass diese auf das Debattieren umgewandelte Sportfilm-Klischeeansammlung noch etwas anderes bieten muss. Dies ist der Subplot, der sich vor allem um die Rechte von Afroamerikanern dreht und ihre schwierige Lage im Texas der 30er Lage beschreibt. Alleine diesem Subplot hat es der Film zu verdanken, dass er für den Golden Globe nominiert wurde und dass Kritikerpapst Roger Ebert, der scheinbar jeden Film, der sich für die Rechte der Schwarzen einsetzt, in den Himmel lobt, ihn mit vier von vier Sternen bewertete.


Doch leider erreicht The Great Debaters dabei, obwohl er sich wirklich Mühe gibt und sich Denzel Washinghton auf jeden Fall Lob für seine Ambition verdient, nie Tiefe, sondern dümpelt auf der Oberfläche der Thematik vor sich hin. Denn selbst bei dieser politischen Subgeschichte ist man des Öfteren in die Klischeefalle getreten. So ist Melvin Tolson in seinem Privatleben ein engagierter Aktivist, der sich für die Rechte der Schwarzen einsetzt, will dies jedoch außerhalb des Klassenraums lassen.


Doch wie das nun mal so ist mit dem Lehrer als Vorbild, beginnen sich seine Schüler auch langsam für seine außerschulischen Aktivitäten zu interessieren und werden somit langsam auch in die Polit-Bewegung mit hinein gezogen. Der Höhepunkt dieses Subplots ist schließlich die Fahrt zu einem der Debattiermatches, als sie an einen Mob geraten, der gerade einige Schwarze lyncht und es auch auf das Debattierteam im Auto abgesehen hat.
Im Grunde genommen ist dieser politische Aspekt der Geschichte nur die zusätzliche Würzung. Denn im Kern ist The Great Debaters ein hochwertiger Unterhaltungsfilm, der zwar zu klischeehaft ist, um als wirklich herausragend bezeichnet werden zu können, der aber durch seine politische Botschaft aufgewertet wird und somit für die ganze Familie etwas mehr geistige Nahrung als andere Unterhaltungsfilme bietet.


Fazit:
Denzel Washington beweist mit The Great Debaters, dass er nicht nur vor der Kamera Großes leisten kann, sondern auch als Regisseur einiges drauf hat. Leider tritt der Film jedoch in so manche Klischeefalle und präsentiert sein Debattierszenario als etwas modifizierten Sportfilm. Daneben versucht sich der Film auch noch an einem politischen Subplot, der sich um die Rechte der Schwarzen kümmert, erreicht jedoch nicht wirklich Tiefe. Alles in allem ist The Great Debaters jedoch ein familientauglicher Unterhaltungsfilm, der etwas mehr geistiges Potential als andere Vertreter dieser Art mitbringt.

Wertung:
7/10 Punkte

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