Die Faust im Nacken

OT: -  108 Minuten -  Drama
Die Faust im Nacken
Kinostart: 05.11.1954
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 13.06.2013
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Filmkritik zu Die Faust im Nacken

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Die Faust im Nacken handelt von der Arbeitergewerkschaft des New Yorker Hafens, die dort ein brutales Unterdrückungsregime aufgebaut hat und die Arbeitsbedingungen mit eiserner Faust kontrolliert. Wer sich den Bedingungen der Gewerkschaft widersetz, bekommt in Zukunft einfach keine Arbeit mehr. Es gibt im Hafen ein einfaches Gesetz: Nichts sehen und nichts hören! Falls jemand gegen dieses Gesetz verstößt so wird er einfach umgebracht.

 

Die Arbeiter werden unterdrückt und haben nicht den Mut sich zu wehren. Das alles ist Terry Malloy (Marlon Brando) herzlich egal: Sein Bruder ist das zweithöchste Mitglied der Gewerkschaft und Terry, der früher ein exzellenter Boxer war, ist gut versorgt. Doch als der skrupellose Gewerkschaftsboss Johnny Friendly (Lee J. Cobb) Terrys Bruder töten lässt, beschließt Terry vor Gericht gegen die Gewerkschaft auszusagen. Von nun an ist er im Hafen als Verräter bekannt, doch er gibt nicht auf um die Gewerkschaft zu Fall zu bringen. Bei Terrys letztem Aufbäumen gegen die Unterdrückung wird er brutal zusammengeschlagen, doch er kann endlich die Arbeiter für sich gewinnen und den Kampf zu Ende bringen...

 

Die Faust im Nacken wurde 1954 von Elia Kazan (der bereits 1949 den Oscar als bester Regisseur für Tabu der Gerechten entgegen nehmen durfte) nach einem Drehbuch von Budd Schulberg verfilmt und gilt noch immer als einer  der besten Filme aller Zeiten. Das liegt vor allem an der bewegenden und realistischen Story, der ausgezeichneten Recherche von Budd Schulberg und der grandiosen Darstellung von Marlon Brando. Budd Schulberg hat für diesen Film 2 Jahre seines Lebens geopfert um ein möglichst genaues Bild der Hafenarbeiter zu entwerfen und ihm gebührt somit ein großes Lob für die Authentizität des Filmes. Die Geschichte die hier erzählt wird ist eine grandiose Sozialstudie die den Kampf der Arbeiterklasse gegen die Oberschicht symbolisiert. Dies ist vor allem in der hochdramatischen Schlussszene zu erkennen, als Terry sich den Prügeln der Gewerkschaftsmitgliedern stellt und somit klar macht, dass die Arbeiter von nun an nicht mehr zurückstecken, sondern um ihre Rechte kämpfen werden.

 

Ein weiterer Grund warum Die Faust im Nacken noch immer zu den unvergessenen Klassikern der Filmgeschichte gehört ist die traumhafte Darstellung von Marlon Brando der durch diesen Film eine neue Epoche der Schauspielerei eingeleitet hat. Das Method-Acting ist erfunden worden. Diese spezielle Art des Schauspiels bedeutet nichts anderes als dass der Schauspieler sich nicht nur in seine Rolle hineinversetzt, sondern sie lebt! Diese spezielle Darstellform hat sich unter den größten Darstellern der Filmgeschichte durchgesetzt und wird heute noch gern von Hollywoodgrößen wie Al Pacino, Robert de Niro oder Johnny Depp verwendet. Marlon Brando gilt seit Erfinden dieser Technik als der wahrscheinlich größte Schauspieler aller Zeiten und wird nicht umsonst von den meisten Darstellern als Vorbild angegeben.

 

Seine Darstellung in Die Faust im Nacken überzeugt durch seine beeindrückende Mimik und vor allem durch seine einzigartige Körpersprache. Man sieht jeder Szene deutlich an, dass Marlon Brando ganz einfach in einer anderen Dimension spielt. Das soll jetzt nicht heißen, das die anderen Schauspieler schlecht sind, aber Marlon Brando startete mit diesem Film ganz einfach eine Veränderung der Schauspielkunst, die er mit seiner weltbekannten Darstellung des Don Vito Corleone in Der Pate zum Höhepunkt führte. Er erhielt nicht umsonst für Der Pate und Die Faust im Nacken den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Seine umwerfende Darstellung konnte natürlich nicht unbelohnt bleiben.

  

Technisch gesehen ist der Film natürlich aus heutiger Sicht eine einfache Enttäuschung. Alles ist zu konventionell um jemanden zu begeistern. Aber aus damaliger Perspektive sieht dieser Kritikpunkt natürlich ganz anders aus. Außerdem ist Die Faust im Nacken kein Film der durch seine Technik überzeugen will. Hier wird das Hauptaugenmerk schlicht auf die Darsteller und die überzeugende Geschichte gelegt.

 

Fazit:

Alles in allem ist Die Faust im Nacken ein brillanter Film, den man meiner Meinung nach gesehen haben sollte. Die soziale Aussage des Films hat heute noch ihre Gültigkeit und man kann ihm seinen vielleicht stellenweise zu übertrieben wirkenden Pathos getrost verzeihen!

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 9.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 7
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Erstellt: 30.09.2012