Das Vermächtnis des geheimen Buches

OT: -  125 Minuten -  Abenteuer
Das Vermächtnis des geheimen Buches
Kinostart: 24.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das Vermächtnis des geheimen Buches

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Was macht man wenn ein Film an den Kinokassen stolze 350 Millionen Dollar Umsatz generiert? Man braucht nun nicht großartig darüber nachzudenken, was die findigen Hollywood Produzenten im Sinn haben: Eine Fortsetzung, und zwar so schnell wie möglich, sodass das geneigte Publikum den Vorgängern noch in Erinnerung hat. Das Vermächtnis des geheimen Buches hält sich dabei auch schön an alle Regeln, die ein Sequel erfüllen muss: Die selben Darsteller, der selbe Regisseur, das selbe Konzept und ein paar neue Gesichter als Draufgabe. Fertig ist die wahrscheinlich nicht minder ertragreiche Fortsetzung.


Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage) hat sich frisch von seiner ehemaligen Geliebten Abigail Chase (Diane Kruger) getrennt, doch den beiden bleibt wenig Zeit um Abstand zu gewinnen. Denn ein neuer Fall führt sie auch schon wieder zusammen: Der mysteriöse Geschäftsmann Mitch Wilkinson (Ed Harris) hat Beweise gefunden, dass Benjamins Ur-Ur Großvater an der Ermordung von Abraham Lincoln beteiligt war. Nun liegt es an Benjamin gemeinsam mit seinem Freund Riley Poole (Justin Bartha) und Vater Patrick (Jon Voight) zu beweisen, dass sich damals doch alles anders zugetragen hat, und somit beginnt eine groß angelegte globale Schatzsuche...


Jerry Bruckheimers Produktionen waren nie die geistreichsten, und Das Vermächtnis des geheimen Buches ist auf dieser Ebene absolut keine Ausnahme. Der Film hat den Stempel als unlogischer Unterhaltungsfilm so dick aufgedrückt, dass es eigentlich unmöglich ist dies nicht zu sehen. Selbst die alteingesessensten Anhänger der Mainstream-Unterhaltung werden wohl nicht darum herumkommen einzugestehen, dass bei diesem Film so einiges unrund läuft.


Ist es nun ein Widerspruch zu sagen, dass Das Vermächtnis des geheimen Buches dennoch empfehlenswert ist? Nein, denn obwohl die hier erzählte Geschichte zu dem unlogischsten, und ich sage es wirklich ungern, dümmsten zählt, was in letzter Zeit im Kino gezeigt wurde, ist das Ergebnis dennoch höchst unterhaltsam und kurzweilig. Manchmal kann es einfach sehr schön sein, wenn man sich sicher sein kann, dass man sein Gehirn zu Hause lassen kann, und dennoch einen höchst amüsanten Kinogenuss vorgesetzt bekommt.


Und es handelt sich bei den erwähnten Logiklöchern nicht nur um solch kleine Patzer, die ohnehin keiner entdeckt. Die Fehler die sich Das Vermächtnis des geheimen Buches erlaubt sind so gravierend und offensichtlich, dass sie normalerweise zum absoluten Untergang des Films führen würden. So wird zum Beispiel im Laufe des Films das Handy von Benjamins Vater, von ihren Gegenspielern so verändert, dass diese jedes Gespräch mithören können. Im Folgenden ruft Benjamin bei jeder Gelegenheit bei seinem Vater an, um ihn über ihre weiteren Schritte zu informieren, was eigentlich eine reichlich billige Methode ist ihm die Bösewichte auf den Hals zu hetzen.


Als weitere gravierende Logikbrüche kann man erwähnen wie die Truppe schließlich die lange verschollenen Stadt aus Gold einfach hinter dem berühmten Mount Rushmore findet, oder wie sie es schaffen die verschiedenen Hinweise zu finden die sich im Schreibtisch der Queen im Buckingham Palast, und im Schreibtisch des Präsidenten im Oval Office befinden, wo sie natürlich nahezu mühelos Zutritt finden. Ein weiteres Aufzählen würde auf der einen Seite den Rahmen sprengen, und auch auf der anderen Seite unnötig sein, denn obwohl Das Vermächtnis des geheimen Buches teilweise so dumm ist, dass es fast schon weh tut, ist der Film dennoch ein Vergnügen.


Dies liegt auf der einen Seite an seinem Flair, der etwas an die Lightversion von Indiana Jones erinnert, aber vor allem liegt es an seiner federleichten Inszenierung, die gar keinen Hehl daraus macht, dass der Film nicht gerade der logischste der letzten Zeit ist. Auch ansonsten geht der Film nicht viel Risiko ein, sondern orientiert sich an dem Konzept, dass sich bereits im ersten Teil etabliert hat. Dies ist zwar auf der einen Seite schade, weil eben nicht gerade originell, aber andererseits garantiert es eben auch, dass sich alle Freunde des ersten Teils sehr amüsieren werden.


Nicolas Cage, der sich im Laufe seiner Karriere ja bereits in den verschiedensten Rollen etabliert hat, darf sich erneut als souveräner Held versuchen und meistert die Rolle natürlich, wie man es von ihm gewohnt ist mit Bravour. Doch nicht nur Cage in der Hauptrolle, sondern auch alle anderen Darsteller zeigen, dass die Dreharbeiten wohl reichlich Spaß gemacht haben. Justin Bartha dient Cage als Sidekick und muss vor allem Sprüche klopfen und Jon Voight und Helen Mirren dürfen sich als ungleiches Ehepaar genüsslich in die Haare kriegen. Ed Harris darf erneut als grimmiger Gegenspieler auftreten und profitiert dabei natürlich von seiner jahrelangen Erfahrung in dieser Rolle.

Wer wird also seine Freude bei diesem Film haben? Jeder der sich über die kleinsten logischen Fehler in einem Film aufregt, kann sich das Eintrittsgeld von vorne herein sparen, aber alle die ihre Freude am ersten Teil der Reihe hatten, und die sich auch einmal mit etwas simplerer Unterhaltung zufrieden geben können, werden ihren Spaß haben. Denn Das Vermächtnis des geheimen Buches ist ein angenehm leichtfüßiger und spaßiger Abenteuerfilm voll skurriler Situationen.

Fazit:

Was sich die Filmemacher hier auf Logikebene geleistet haben darf man getrost als Debakel bezeichnen. Der Film ist an vielen Stellen so dumm, dass es wohl selbst der abgebrühteste Hollywoodanhänger zugeben muss. Doch es bleibt nicht aus zu sagen, dass all dies den Filmgenuss in keinster Weise trübt. Das Vermächtnis des geheimen Buches macht Spaß und überzeugt als inhaltlich trashiger Abenteuerfilm voll mit skurrilen Situationen, schrägen Rätseln und witzigen Sprüchen so sehr, dass sein leichtfüßiger Charakter mühelos über seine gnadenlose Unlogik hinwegtröstet.


Wertung:

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Filmering.at
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