Asterix bei den Olympischen Spielen

OT: -  120 Minuten -  Komödie
Asterix bei den Olympischen Spielen
Kinostart: 31.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Asterix bei den Olympischen Spielen

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Wer kennt es nicht, das kleine gallische Dorf, das sich so vehement gegen die römischen Besatzer verteidigt? Die Comic Serie von Renè Coscinny und Albert Uderzo wurde auf der ganzen Welt veröffentlicht, und schließlich auch in einigen Zeichentrickfilmen adaptiert. Doch wo ein großer Fanstamm ist, da ist die kapitalistische Ausbeute nicht weit entfernt, und so folgten die qualitativ eher mäßigen Realverfilmungen, die mit dem Charme des Comics oder der Zeichentrickfilme nur mehr wenig zu tun hatten. Mit Asterix bei den Olympischen Spielen folgt nun die oberflächlich opulenteste Adaption, aber zugleich ein unterirdischer Tiefschlag für alle Fans der Vorlage.


Der junge Gallier Romantix (Stèphane Rousseau) hat sich in die wunderschöne, griechische Prinzessin Irina (Vanessa Hessler) verliebt, aber da es auch Caesars (Alain Delon) Sohn Brutus (Benoit Poelvoorde) auf die Schönheit abgesehen hat, ist die einzig faire Methode, dass der Gewinner der olympischen Spiele die Prinzessin zur Frau bekommt. Also muss Romantix zurück in die Heimat um seine beiden Freunde Asterix (Clovis Cornillac) und Obelix (Gerard Depardieu) um Hilfe zu bitten. Gemeinsam müssen sie nun gegen die Tücken der Dopingkontrolle antreten um die Spiele zu gewinnen. Brutus hingegen will nicht nur gewinnen, sondern nebenbei auch noch seinen Vater aus den Weg räumen...


Ein große Stärke der Asterix Comics und auch der Zeichentrickfilme ist es, dass man es dort schafft die offensichtlich überzeichneten Figuren, in einer vollkommen überzogenen Rahmenhandlung, so zu arrangieren, dass das Geschehen mit viel subtilen Humor vorgetragen wird und das Ergebnis somit ein leichtfüßiges, aber vor allem charmantes Abenteuer für alle Generationen ist. Scheinbar halten die Filmemacher von Asterix bei den Olympischen Spielen davon wenig, sondern erzählen eine plumbe, aufdringliche Geschichte, die Herz oder Charme sträflich vermissen lässt, und kaum etwas mit der genialen Vorlage gemein hat.


Asterix bei den Olympischen Spielen ist mit Sicherheit eines der beliebtesten Comics der Reihe, und zumindest die Produktionswerte stimmen auch bei der filmischen Umsetzung. Alles wirkt groß und pompös, und man kann dem Film seine, für europäische Verhältnisse, hohen Kosten auch deutlich ansehen. Zwar sind die Effekte an manchen Stellen etwas altbacken, aber die Ausstattung ist zumindest ahnsehnlich und auch solche großen Szenen wie das Wagenrennen wurden standesgemäß umgesetzt, sodass die technische Seite als gelungen bezeichnet werden kann.


Doch dies führt uns gleich zu dem großen Problem des Films: Denn wer sieht sich einen Asterix Film an, um eine opulente Ausstattung zu sehen? Niemand, das einzige was hier zählt ist die Unterhaltung und der Humor. Und diese beiden Faktoren wurden leider sträflich vernachlässigt. Die Szenen in denen der Film witzig sein will beschränken sich auf abgenutzte, vollkommen stupide Gags, die schon vor 10 Jahren veraltert waren und den Charme der Comics lässt der Film ohnehin von Anfang an vermissen. Lediglich einige witzige Einfälle, wie das gelungene Auftreten von Zinedine Zidane oder Michael Schumacher fallen positiv auf, doch auch hier haben es die Macher übertrieben und die Gags zu sehr ausgeschlachtet.


Was sich jedoch als Todesurteil für den Film herausstellt ist, dass er sich eigentlich gar nicht Asterix & Obelix Film nennen dürfte. Im ersten Teaser-Trailer des Films sagt Brutus am Ende, dass dieser Film eigentlich Brutus bei den Olympischen Spielen heißen sollte. Selten hat ein Trailer so die Wahrheit gesprochen wie hier. Denn die eigentliche Hauptfigur ist weder Asterix, noch Obelix, sondern Brutus. Aus seiner Sicht wird der Großteil des Films erzählt, und als nächstes in der Reihe kommt Romantix, der eigentlich der Auslöser der Geschichte ist. Erst danach kommen Asterix und Obelix, die an vielen Stellen nur Statisten in den Szenen sind, sodass sie zumindest im Bild zu sehen sind.


Und auch wenn man dem Film seine schwachen Gags verzeihen kann, so ist es doch unverzeihlich, dass die beiden Hauptfiguren in den Hintergrund rücken. Denn man sieht sich einen solchen Film nicht an um Brutus seine dämlichen Sprüche klopfen zu sehen, man sieht ihn sich an um den Asterix und Obelix Flair aus den Comics zu erleben. Wenn man es genau nimmt, gibt es nur zwei Dinge die an diesem Film gelungen sind: Zum einen ist dies der genial selbstironische Caesar Alain Delon, und zum anderen ist dies Gerard Depardieu, der mit seiner sehr stimmigen Verkörperung des Obelix die Essenz der Vorlage genau auf den Punkt bringt. Clovis Cornillac liefert als Asterix eine äußerst peinliche Vorstellung, da er den eigentlich sympathischen Kumpeltyp in einen nervigen Giftzwerg verwandelt. Asterix bei den Olympischen Spielen ist somit ein schön verpacktes Debakel geworden, dass man in keinster Weise weiterempfehlen kann.


Fazit:

Fans der Comic-Vorlage aufgepasst: Spart euch diesen Film, denn ihr werdet euch ein Nervenleiden holen. Denn obwohl die Produktionswerte stimmen, ist Asterix bei den Olympischen Spielen ein handfestes Debakel geworden. Die Gags stammen allesamt aus der untersten Schublade und es ist nicht tragbar, dass Asterix und Obelix zu Nebenfiguren in ihrem eigenen Film degradiert werden. Clovis Cornillac liefert als Asterix eine höchst unsympathische Darbietung, in der man den sympathischen Comic-Helden in keine Sekunde wiedererkennt. Einzig Gerard Depardieu und Alain Delon agieren überzeugend, aber der Film kann auch dadurch nicht gerettet werden.


Wertung:

3/10 Punkte

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