Der Kaufmann von Venedig

OT: -  131 Minuten - Drama
Der Kaufmann von Venedig
Kinostart: 21.04.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Kaufmann von Venedig

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Venedig am Ende des 16. Jahrhunderts: Antisemitismus ist in den Straßen der Stadt noch Gang und Gebe. Die Juden leben in einem eigenen Viertel und dürfen es nur verlassen wenn sie sich mit einer roten Mütze kennzeichnen. Antonio (Jeremy Irons) nützt seinen Stand als Edelmann voll und ganz aus, und wenn ihn einer der Juden anspricht spuckt Antonio diesen nur an. Außerdem ist den Juden jeglicher weltlicher Besitz bis auf Geld untersagt. Deshalb betreiben sie Wucher, das Geldverleihen gegen Zinsen. Eines Tages braucht Bassanio (Joseph Fiennes), Antonios treuer Freund Geld um um die Hand seiner Liebsten, Portia (Lynn Collins), anzuhalten. Doch Antonio hat sein ganzes Hab und Gut auf Schiffen in alle Welt geschickt um Handel zu treiben. Also müssen die beiden zum verschlagenen Wucherer Shylock (Al Pacino) gehen. Dieser macht ihnen ein teuflisches Angebot: Er leiht ihnen 3000 Dukaten, die Antonio innerhalb von drei Monaten ohne Zinsen zurückzahlen muss. Aber sollte er es nicht schaffen den Betrag rechtzeitig aufzubringen, so darf sich Shylock ein Pfund von Antonios Fleisch herausschneiden. Antonio gilt als einer der reichsten Männer Venedigs und nimmt das Angebot des Juden an. Doch dann wendet sich das Blatt für Antonio: Seine Schiffe kentern und er verliert über Nacht seinen ganzen Besitz. Die Frist rückt immer näher und Shylock besteht auf die Einhaltung der Schuld, da er sich bei Antonio für die Jahre der Unterdrückung rächen will...

 

Der Kaufmann von Venedig ist ein anstrengender Film. Doch dies liegt nicht etwa an einer komplexen Handlung, sondern schlicht und einfach an den sehr gewöhnungsbedürftigen altertümlichen Dialogen, bei denen man wirklich genau aufpassen muss, da man sonst den Inhalt missverstehen könnte. Das Theaterstück gilt als eines der größten Klassiker von William Shakespeare, doch leider gelingt es Michael Radford nicht die Geschichte wirklich überzeugend einzufangen. Zwar muss man als Pluspunkt anrechnen das der Film nicht nur stur das Theaterstück abfilmt, sondern sehr wohl die ganze Palette des Mediums Film zum Einsatz bringt, jedoch gelingt es der Geschichte leider nicht den Zuseher in ihren Bann zu ziehen. Eigentlich wäre viel Potential da um eine Kontrastfreie Geschichte zu erzählen in der Gut und Böse ineinander verschmilzt,  jedoch werden Shylocks Motive bei weitem nicht gut genug beleuchtet. Dies lässt ihn als alleinigen Bösewicht dastehen. Hingegen wird Antonia stets als der Gute gezeigt. Viel besser wäre gewesen wenn man mehr von der Bosheit Antonios gegenüber Shylock gezeigt hätte, um dessen Gedanken klarer zu offenbaren. Übrig bleibt leider nur eine durchschnittliche, sehr monotone Geschichte, die sich mehr auf ihre Hauptdarsteller, als auf den Inhalt verlässt.

 

Die Akteure selbst sind natürlich große Klasse. Allen voran Al Pacino der mit seiner virtuosen Darstellung des Shylocks wieder einmal an die Höhepunkte seiner Karriere anknüpfen kann. Es war schon immer sein Traum diese Rolle zu spiele, und nun hat er endlich das richtige Alter dafür erreicht. Er geht förmlich in seinem Charakter auf und zeigt uns sein gesamtes Talent. Leider ging der außergewöhnlich talentierte Jeremy Irons neben Pacino ein wenig unter. Er spielt seinen Antonio zwar grundsolide, aber es scheint als hätte er nicht voll und ganz in seine Figur schlüpfen können. Joseph Fiennes macht auch nichts falsch, und vollendet die überragende Besetzung. Weiters weiß noch Lynn Collins als Portia zu gefallen.

 

Insgesamt bleibt Der Kaufmann von Venedig natürlich ein guter Film, jedoch hätte die Geschichte wesentlich mehr Potential gehabt, als dass schließlich genutzt wurde. Ein starker Schwarz-Weis Kontrast der Figuren, und eine stellenweise langatmige Story schaden aber etwas dem Filmgenuss.

 

Fazit

Der Kaufmann von Venedig wird sicher nicht jedermann gefallen. Die Dialoge sind teilweise das einzig das den Film anspruchsvoll macht, und das auch nur weil sie so geschwollen formuliert sind. Die Geschichte selbst besitzt leider nicht wirklich viele Facetten. Dennoch ist der Film für Fans von Al Pacino und Jeremy Irons ein Pflichttermin. Für alle anderen gibt es bessere Alternativen!

 

Wertung:

6,0/10 Punkte

Filmering.at
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