Yella

OT: -  89 Minuten -  Drama
Yella
Kinostart: 11.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Yella

Von am

Yella ist Christian Petzolds mittlerweile achter Spielfilm, und wurde auf der diesjährigen Berlinale durchaus positiv aufgenommen, konnte sich Hauptdarstellerin Nina Hoss doch immerhin auch den Silbernen Löwen als beste Darstellerin sichern. Auch das Argument der mangelnden Konkurrenz zieht hier nicht, konnte sie sich doch immerhin gegen die großartige Marion Cotillard aus La Vie En Rose durchsetzen, die sich sogar Hoffnungen auf einen Oscar, bzw. zumindest einer Nominierung machen kann. Nina Hoss ist auch in der Tat großartig, aber der dazugehörige Film leidet doch an so einigen Schwächen.

Yella (Nina Hoss) lebt in der sehr überschaubaren Kleinstadt Wittenberge, muss die gewohnte Umgebung allerdings verlassen, da sie einen Job in Hannover angenommen hat. Ihr ehemaliger Freund Ben (Hinnerk Schönemann) ist damit allerdings gar nicht zufrieden, hat er doch weder die gescheiterte Beziehung überwunden, noch hat er sich von der Pleite seiner Firma erholt. Dennoch lässt sich Yella überreden von Ben zum Bahnhof gebracht zu werden, doch dieser fährt stattdessen durch ein Brückengeländer und will beide umbringen.

Traumatisiert rettet sich Yella und schlägt sich bis zum Bahnhof durch, wo sie die Reise wie geplant antritt, doch kaum ist sie in Hannover angekommen, wartet auch schon die nächste Überraschung auf sie: Derjenige, der sie bei der Firma angestellt hat, erweist sich als Lügner, und somit steht Yella ohne Job da. Zum Glück lernt sie in ihrem Hotel Philipp (Devid Striesow) kennen, der zufällig gerade jemanden sucht, der ihn bei einigen Geschäftsterminen begleitet. Doch was hat es mit diesen Geschäften eigentlich auf sich? Zusätzlich verkompliziert wird die Lage dadurch, dass Ben plötzlich wieder da ist...

Was Yella auszeichnet, und was auch einen Großteil des Reizes am Film ausmacht ist, dass es Christian Petzold sehr schön schafft seiner Geschichte einen gewissen mysteriösen Touch zu geben. Bekanntlich ist Yella der Abschluss seiner, nur Themenverwandten Gespenster-Trilogie, die zuvor mit Die innere Sicherheit und Gespenster begonnen hat. Christian Petzold taucht dabei sein Szenario in sehr unterkühlte Farben und unwirtliche Schauplätze, was dem Film eine gewisse niederdrückende Atmosphäre gibt, die man nicht leicht durchschauen kann.

Überhaupt ist es sehr charakteristisch für Yella, dass man kaum vorausahnen kann wie sich die Geschichte weiterentwickelt, bis auf eine einzige folgenschwere Ausnahme, die später noch angesprochen wird. Die gesamt Ausgangslage ist auf der einen Seite sehr real gezeichnet, wirkt aber andererseits nie wirlich greifbar, weswegen Yella stets etwas unwirklich in der Schwebe steht, und stets droht auf die eine, oder die andere Seite zu kippen. Als Zuseher kann man sich einfach nur zurücklehnen und sich durch die Geschichte führen lassen, was durchaus zu einem interessanten Erlebnis führt.

Am Anfang wird die Geschichte vorbereitet und vor allem die zerstörte Beziehung zwischen Yella und Ben beleuchtet, was schließlich in der Szene in der Ben das Fahrzeug von der Brücke lenkt seinen Höhepunkt findet. Danach beginnt der Mittelteil, der sich um die neue Lage von Yella dreht und sich hauptsächlich um ihre kurzfristige neue Karriere dreht. Auch ihre Beziehung zu Phlipp steht hier im Mittelpunkt, und so ist Yella hier ein relativ konventionelles Drama, jedoch schieben sich immer einige surreale Szenen ein, die dem Zuseher klarmachen, dass doch mehr dahinter steckt.

Und dies bringt uns auch schon zum gravierenden Schwachpunkt von Yella. Es wird bereits relativ bald klar, dass etwas mehr dahinter steckt, als man zunächst denkt. Als Zuseher kommt man dann auch schon relativ bald auf eine Idee um was es sich bei diesem Aspekt handeln könnte, doch man wird dies bald schon ausschließen, weil man sich denkt, dass diese Lösung einfach zu billig und unkreativ ist. Doch leider serviert Yella gerade diese äusserst unbefriedigende, und einfach durschauende Lösung als den großen Twists des Films, und so raubt sich der Film am Ende selbst den Atem.

Fazit:
Yella ist ein ansich sehr interessanter Film, der es sehr gut schafft seinem ansich konventionellen Dramainhalt einen mysteriösen, beinahe surrealen Touch zu geben. Besonders die Auftritte von Hinnerk Schönemann verströmen eine sehr ansprechende, bedrohliche Atmosphäre, jedoch bleibt es nicht aus zu erwähnen, dass sich dies alles nie auf Topniveau abspielt, sondern von der Klasse eines David Lynchs weit entfernt ist. Wirklich schlimm ist allerdings, dass die Auflösung die wahrscheinlich billigste Variante ist diesen Film zu beenden, und wohl kaum jemand großartig überraschen wird.

Wertung:
6/10 Punkte

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