Das Urteil von Nürnberg

OT: -  186 Minuten -  Drama
Das Urteil von Nürnberg
Kinostart: 14.12.1961
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das Urteil von Nürnberg

Von am

 

„Keiner der Angeklagten ist der Ermordung oder der Misshandlung irgendeiner bestimmten Person beschuldigt. Einfacher Mord und Einzelfälle von Gräueltaten bilden nicht den Anklagepunkt für die Beschuldigung. Die Angeklagten sind solch unermesslicher Verbrechen beschuldigt, dass bloße Einzelfälle von Verbrechenstatbeständen im Vergleich dazu unbedeutend erscheinen. Die Beschuldigung, kurz gesagt, ist die der bewussten Teilnahme an einem über das ganze Land verbreiteten und von der Regierung organisierten System der Grausamkeit und Ungerechtigkeit unter Verletzung der Kriegsgesetze und der Gesetze der Menschlichkeit, begangen im Namen des Rechts unter der Autorität des Justizministeriums und mit Hilfe der Gerichte. Der Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen verborgen."

(Aus dem Nürnberger Juristenurteil)

 

Das Urteil von Nürnberg handelt wie der Titel schon sagt von den Nürnberger Prozessen die nach dem 2 Weltkrieg in Deutschland stattgefunden haben um den Schuldigen des Nationalsozialismus ihrer gerechte Strafe zukommen zu lassen! Dieser Film zeigt nicht die Hauptprozesse, sondern das Verfahren der 4 größten Nazi Richter die eigentlich für die Menschenrechte einstehen hätten sollen, aber sich stattdessen den Gesetzen des Nationalsozialismus gebeugt haben und unter anderem Sterilisationen genehmigt haben! Unter den Angeklagten befindet sich auch der berühmte Richter Ernst Janning (Burt Lancaster)! Er lehnt die Prozessführung ab und hüllt sich in Schweigen. Die Angeklagten befinden sich allesamt für nicht schuldig und so nimmt der Prozess seinen Lauf! Doch am hochdramatischen Ende des Prozesses bekennt sich Janning als einziger der Angeklagten für schuldig...

 

Das Urteil von Nürnberg zählt zu den unvergesslichen Klassikern und ist ja beinahe schon ein Stück Zeitgeschichte. Es ist ein Film der einem vom Anfang an in seinen Bann zieht und nicht wieder los lässt! Vor allem die Leistungen der Darsteller waren brillant. Maximilian Schell als Verteidiger der Deutschen ist der Höhepunkt des Films und seine Darstellung war ausgezeichnet und makellos. Mehr kann man nicht sagen. Die andere großartige darstellerische Leistung ist Spencer Tracy als Richter zuzuschreiben. Alleine wegen diesen beiden Schauspielern lohnt sich der Film. Aber sie sind natürlich nicht das einzig tolle daran. Die Gerichtsszenen sind hochdramatisch und der ganze Film an sich ist sehr berührend! Meiner Meinung nach sollte jeder Filmfan dieses absolute Meisterwerk zumindest einmal gesehen haben.

 

Das Thema an sich ist sehr brisant und kann zu beherzten Diskussionen führen. Denn wenn man sich die Nürnberger Prozesse genauer betrachtet kann man diese sowohl als Gerechtigkeit, als auch als reine Siegerjustiz bezeichnen. Eigentlich haben sich die Richter ja keinem Verbrechen schuldig gemacht. Sie haben die Gesetze die damals in Deutschland gültig waren mit Nachdruck durchgesetzt und nur ihren Beruf ausgeübt. Man kann ja auch nicht den einfachen Fabrikarbeiter anklagen weil er mitgeholfen hat einen Panzer herzustellen.

 

Diese Anklage war im Prinzip keine Anklage an die Richter, sondern eine Anklage an das deutsche Volk. Jeder deutsche hat sich den Verbrechen des Nationalsozialismus zumindest teilschuldig gemacht. Aber andererseits hätten gerade die hohen Richter des Landes diese Menschenunwürdige Situation erkennen und bekämpfen können. Dieser Widerspruch wird in Das Urteil von Nürnberg sehr gut gezeigt und zur Diskussion hervorgebracht. Somit riskiert der Film einiges und übermittelt eine Botschaft die zu denken gibt. Die Frage ob das damals geschehene wirklich gerecht war muss jeder für sich beantworten, aber Stanley Kramer gibt uns zumindest einen Fingerzeig in die richtige Richtung.

 

Fazit:

Man kann zu den Nürnberger Prozessen stehen wie man will, aber eines ist gewiss: Das Urteil von Nürnberg ist auf cineastischer Ebene ein Meisterwerk, dessen Hintergedanke den Betrachter zum Nachdenken inspiriert.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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