Das Leben ist schön

OT: -  116 Minuten -  Drama
Das Leben ist schön
Kinostart: 12.11.1998
DVD-Start: 08.12.2011 - Blu-ray-Start: 16.05.2012
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Filmkritik zu Das Leben ist schön

Von am

 

Italien 1939: Der Jude Guido (Roberto Benigni) wird gemeinsam mit seinem Sohn in ein Konzentrationslager interniert. Seine Frau Dora (Nicoletta Braschi) ist nicht jüdisch, doch aus Liebe zu ihrer Familie begleitet sie die beiden. Im Lager angekommen redet Guido seinen kleinen Jungen ein dass alles nur ein Spiel ist. Er erzählt ihm das der der als erstes 1000 Punkte hat einen echten Panzer gewinnt. Somit kann Guido seinen kleinen Jungen auf spielerische Art die Regeln des Lagers beibringen. Er erzählt ihm zum Beispiel dass man Punkteabzug bekommt wenn man jammert, und ähnliches. So kann er seinen kleinen Jungen selbst unter widrigsten Bedingungen davon überzeugen dass das Leben schön ist...

 

Nach diesem Film war ich richtig gespalten. Auf der einen Seite steht die eher mäßige erste Stunde, in der Roberto Benigni durch seine Blödelorgie einfach nur nervt. Die Geschichte ist zu diesem Zeitpunkt mehr als seicht, und der Film will und will einfach nicht in Gang kommen. Die erste Stunde erzählt wie sich Guido in seine Frau Dora verliebt und kann weder durch besonders ausgefeilten Humor, noch durch eine außergewöhnliche Handlung überzeugen. Es sind lediglich ein paar Szenen dabei die zum Schmunzeln anregen, aber ansonsten dient der Anfang nur als zweckmäßige Einführung der Charaktere. Doch durch einen radikalen Schnitt wird alles anders. Plötzlich geht alles Schlag auf Schlag, und schon sind unsere Hauptcharaktere im KZ. Dort spielt der Film sein wahres Können aus. Die Idee das Leben selbst unter widrigsten Umständen schön zu finden, und seine Lebensfreude selbst an so einem schrecklichen Ort nicht zu verlieren ist neu, und fesselt den Zuseher.

 

Der Film versucht in der zweiten Hälfte spürbar in die Fußstapfen von Charlie Chaplins zeitlosem Meisterwerk Der große Diktator zu schlüpfen. Dies schafft der Film zwar in keiner Sekunde, allerdings gelingt es Roberto Benigni glaubhaft den Spagat zwischen Komödie und Drama zu schlagen. Es ist nicht leicht in einem Film der solch ein Thema behandelt Humor zu zeigen, ohne das es in Geschmacklosigkeit endet, aber hier ist es voll und ganz gelungen. Die Szenen im Lager sind an Charme nicht zu überbieten und zeigen denkwürdige Szenen, die man nicht so schnell vergisst.

 

Das Ende ist bis auf eine Kleinigkeit wirklich perfekt geraten. Der Dauergrinsende amerikanische Soldat, der das kleine Kind auf seinem Panzer mitnimmt war etwas zu viel des Guten, aber hier wollte Roberto Benigni, der nicht nur Hauptdarsteller sondern auch Regisseur ist, wohl einen eindeutigen Wink in Richtung Oscarjury zeigen. Dieser dürfte auch angekommen sein, denn warum Roberto Benigni den Oscar als bester Hauptdarsteller entgegen nehmen durfte wissen wohl nur die Götter.

 

Der Film an sich verdient sicher Auszeichnungen, die Regie von Roberto Benigni kann man auch würdigen, aber der Hauptdarsteller Oscar war definitiv ungerecht. Roberto Benigni blödelt sich durch den Film und kann kaum eine Reaktion realistisch darstellen. Viel mehr wirkt er den Großteil des Film einfach nur nervig und zieht den Film, auf Grund des in der erste Hälfte oft gezwungen wirkenden Humor hinunter.

 

In den KZ Szenen funktioniert das Konzept von Benigni allerdings großartig, da er hier nicht mehr auf Brachialhumor setzt, sondern auf charmante Weise seinen Sohn erheitern will. Doch man muss sich auch in die Lage der Academy hineinversetzen: Sie hatten die Wahl zwischen Edward Norton, der einen Nazi gespielt hat, und Roberto Benigni, der einen Juden verkörperte. Meiner Meinung nach hatte diese Entscheidung nichts mit Schauspiel, sondern nur mit Politik zu tun. Edward Norton war definitiv besser.

 

Alles in allem bleibt Das Leben ist schön als wirklich ausgezeichneter Film in Erinnerung. Nach dem Ende sieht man ein das der Anfang auf diese Weise gestaltet werden musste um die Charaktere einzuführen, und den nötigen Kontrast für die folgenden KZ Szenen zu schaffen. Dieser Film ist bewegend, aussagestark, ergreifend und wichtig. Dennoch war der Film am Anfang zu schlecht um eine höhere Wertung zu rechtfertigen. Roberto Benigni nervte nur und die erzählte Geschichte war einfach nichts besonderes. Die brillante zweite Hälfte tröstet aber darüber hinweg.

 

Fazit

Das Leben ist schön ist ein wirklich ausgezeichneter und wichtiger Film mit leider etwas schwachen Anfang. Dennoch: Lebensfreude wurde nie schöner portraitiert.

 

Wertung:

8 /10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 62
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