P.S. Ich liebe Dich

OT: -  126 Minuten -  Liebesfilm
P.S. Ich liebe Dich
Kinostart: 17.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu P.S. Ich liebe Dich

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Egal wie man zu den einzelnen Genres persönlich steht, es gibt einfach Filme, die klassische Frauenfilme sind und es gibt Filme, die offensichtlich auf die Männerwelt zugeschnitten sind. Doch diese grundlegende Einteilung soll nicht heißen, dass es ausgeschlossen ist, dass das jeweils andere Geschlecht nicht auch seine Freude am Film haben kann. Zum Beispiel ist der Männerfilm des Jahres 300, auch bei überraschend vielen Frauen sehr gut angekommen. Auch der, eher auf Frauen ausgerichtete Keinohrhasen, darf von sich behaupten für beide Geschlechter herzerwärmend zu sein. Wie es nun mit P.S. Ich liebe Dich aussieht wird sich erst zeigen, aber großteils gelungen ist der Film allemal.

Holly (Hillary Swank) hat das gefunden, wonach andere lange suchen müssen: Die goße Liebe. Doch es soll ihnen kein gemeinsames Leben vergönnt sein, denn Gerry (Gerard Butler) stirbt schon bald an einem Gehirntumor, und hinterlässt Holly als 29-jährige Witwe. Doch vor seinem Ableben hat Gerry etwas ganz spezielles für seine Frau vorbereitet. Er hat viele Briefe verfasst, die in gewissen Abständen an Holly geschickt werden, um ihr dabei zu helfen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und einen Neuanfang zu wagen. Motiviert durch die Anweisungen ihres Mannes kann sich Holly somit viel leichter aus ihrer Lethargie befreien, und versuchen von vorne zu beginnen. Doch da Gerry tot ist, werden die motivierenden Briefe von ihm wohl irgendwann einmal ausbleiben...

Besonders auffällig in P.S. Ich liebe Dich ist der ungeheure Rollenwechsel von Gerard Butler. Am Anfang des Jahres überzeugte er noch die Action-Fans als Bart tragender, Sprüche klopfender König Leonidas in der Comic-Verfilmung 300, und nun spielt er einen charmanten irischen Buddy-Typen, der auf der Leinwand so ungeheur viel Charisma versprüht, dass es beinahe unmöglich ist diesen Kerl nicht sympathisch zu finden. Zwar stirbt seine Figur bereits am Anfang des Films, aber natürlich wollte man den gigantischen Pluspunkt Gerard Butler nicht einfach so verschenken, und ließ ihn somit in Rückblenden auftreten.

Auch als Hauptdarstellerin wurde ein prominenter Name verpflichtet. Hilary Swank konnte sich mit ihren Rollen in Boys Don't Cry und Million Dollar Baby bereits zwei Oscars sichern, und hat es gar nicht mehr notwendig noch etwas zu beweisen. Dass sie schauspielen kann, sollte bereits jeder wissen, und obwohl sie ansich mit Sicherheit talentierter als ihr männlicher Kollege ist, so wirkt sie dennoch ausserordentlich blass gegen den sporadisch auftretenden Gerard Butler. Der Grund ist vielleicht auf der einen Seite, dass die kurzen Auftritte Butlers viel prägnanter und ergiebiger sind, aber auf der anderen Seite ist es vor allem der erneute Beweis dafür, dass Charisma in solchen Filmen mehr zählt als Talent.

Wie gesagt, Hilary Swank ist eine sehr talentierte Darstellerin, zumindest wenn es um ernste Filme geht. Doch in P.S. Ich liebe Dich schafft sie es leider nicht ihre Qualitäten zum Ausdruck zu bringen. Ihr obliegt es die einsame Witwe zu spielen, die am verfrühten Tod ihres Mannes zu leiden hat. In einem solchen Liebesfilm ist es nun gar nicht wirklich nötig, dass die Hauptdarsteller über wahnsinnig viel Können verfügen. Es reicht schon wenn sie einfach nur sympathisch sind, sodass der Zuseher mit ihnen mitfühlt. Und genau hier schwächelt P.S. Ich liebe Dich etwas, denn Hilary Swank ist mit Sicherheit viel, aber leider keine charmante Romantik-Queen.

Doch trotz diesen Schwächen überzeugt P.S. Ich liebe Dich im Großen und Ganzen dennoch, denn was sich an kleinen Schwächen negativ aufspielt, wird durch viel romantischen Flair wieder ausgeglichen, womit wir wieder beim einleitenden Absatz wären: Denn von seiner Grundstruktur her ist P.S. Ich liebe Dich zur Gänze auf Frauen ausgelegt, die sich dem Herzschmerz hingeben wollen. Allerdings muss man erwähnen, dass auch Männer ihre Freude an diesem Film haben können, wenngleich er sicher nicht ihre erste Wahl ist, doch man muss positiv erwähnen, dass P.S. Ich liebe Dich nur mit wenig Kitsch arbeitet und seine Geschichte angenehm seriös erzählt.

Doch leider entsteht an manchen stellen die Prämisse, dass der Film nicht recht weiß was er eigentlich sein will. Als romantische Komödie kann man ihn mit Sicherheit nicht bezeichnen, da er nur wenig auf unterhaltsame Szenen setzt, sondern seine Geschichte recht ernst nimmt. Doch für ein Drama ist der Film wiederum an einigen Stellen zu locker was an manchen Stellen zu einer etwas unbefriedigenden Lösung führt. Überhaupt können die auf lustig getrimmten Szenen kaum mit den ernsthaften mithalten, denn P.S. Ich liebe Dich wird der Frauenwelt wohl hauptsächlich durch seine Tränendrückerszenen zusagen. Auch ist er leider spürbar zu lange geworden, sodass aus dem ansich gelungenen Liebesfilm ein etwas zwiespältiges Erlebnis wird.

Fazit:
Für alle Freunde von Liebesfilmen ist P.S. Ich liebe Dich wohl ein wichtiger Termin. Denn es ist schön zu sehen, dass es noch solche Filme gibt, die versuchen ohne Kitsch auszukommen und die Geschichte wirken zu lassen. Doch wie bei so vielen anderen Filmen haben sich auch hier einige Schwächen eingeschlichen. Hilary Swank ist zum Beispiel absolut fehlbesetzt und hat einfach nicht die sympathische Ausstrahlung die den Zuseher mit ihrem Schicksal mitfühlen lässt. Sie sollte bei ernsteren Rollen bleiben, denn in P.S. Ich liebe Dich bleibt sie gegen den unglaublich charismatischen Gerard Butler reichlich farblos. Auch ist der Film zu lang, und die Mischung aus einer ernsten Grundlage, mit auflockerndem Humor funktioniert auch nicht immer. Dennoch ist der Film ein gelungener Liebesfilm, der vor allem die Frauenwelt verzücken wird.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 16
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Liste von MR
Erstellt: 04.01.2014