Gespräche mit Gott

OT: -  109 Minuten -  Drama
Gespräche mit Gott
Kinostart: 10.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Gespräche mit Gott

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Es scheint so, als würden sich die Menschen nicht damit begnügen an eine höhere Macht zu glauben. Denn der Glauben hat es so ansich, dass man nie eine Gewissheit hat, sondern stets mit dem Unklaren leben muss. Speziell in unserer hektischen Gesellschaft scheint der reine Glauben nicht mehr auszureichen und so geben sich, vor allem in Amerika, immer mehr Menschen sogenannten Sektenführern und Gurus hin, die einfach behaupten selbst mit Gott in Kontakt zu stehen, und somit etwas greifbarere Statements vorweisen können. Neale Donald Walsch ist nun einer der berühmtesten dieser Gurus, und sein Buch Gespräche mit Gott ist ein literarischer Welterfolg. Der gleichnamige Film erzählt nun seine ganz persönliche Geschichte.

Neale Donald Walsch (Hernry Czerny) gerät in die Ungerechtigkeit des amerikanischen Sozialsystems, als er sich nach einem Autounfall einen Halswirbel bricht. Er verliert seinen Arbeitsplatz, und wird bei der Suche nach einem neuen Job stets damit konfrontiert, dass er überqualifiziert ist. Die Folge ist der soziale Abstieg, und aus dem gutbürgerlichen Journalisten wird bald ein mittelloser Obdachloser. Nun muss er sich an ein neues Leben gewöhnen, und freundet sich bald mit den örtlichen Bettlern an. Bald schon bekommt er wieder Aufwind, als er es schafft DJ in einer Radioshow zu werden, doch auch diesen Job ist er bald schon wieder los. Als letzte Option wendet er sich an Gott persönlich: Und dieser beginnt auch mit ihm zu sprechen...

Neale Donald Walsch behauptet tatsächlich, dass sein Buch Gespräche mit Gott auf einem Gespräch zwischen ihm und Gott basiert. Der dazugehörende Film ist nun allerdings keineswegs eine Verfilmung dieses Buchs, sondern eher das Biopic über den Autor. Dieser war auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis, und erlaubte sich die Stellungnahme, dass der Film ausserordentlich realistisch ist, und sein Leben großteils richtig wieder gibt, und sich nur an wenigen Stellen künstlerische Freiheiten erlaubt. Es ist auch gar kein Wunder, dass Neale Donald Walsch äusserst zufrieden mit dem Ergebnis ist, ist Gespräche mit Gott doch im Prinzip nur ein Werbefilm für seine Person.

Wer also ein etwas differenziertes Bild vom Leben des umstrittenen Autors erwartet, kann nur enttäuscht werden. Gespräche mit Gott versucht gar nicht erst negative Aspekte in seinen Leben aufzuzeigen, sondern beschränkt sich darauf alles was Neale Donald Walsch erlebt und getan hat in den Himmel zu loben. Auch die titelgebenden Gespräche mit Gott werden nicht näher analysiert, sondern einfach als gegeben betrachtet. Weiters fehlt eine interessante Inszenierung, welche die Spiritualität des Films griffig erscheinen lässt, sondern Gott redet ganz einfach auf Neale Donald Walsch ein und wirkt somit wie ein äusserst billiger Effekt.

Was allerdings durchaus gut gelungen ist, ist die Gestaltung des Abstiegs von Neale Donald Walsch. Dies liegt vor allem an Henry Czerny, der es schafft die eindimensionale Figur zumindest sympathisch zu gestalten. Natürlich vollbringt Gespräche mit Gott auch in diesen Szenen nichts weltbewegendes, aber die Obdachlosen-Geschichte ist zumindest atmosphärisch überzeugend, und macht vor allem Spaß. Ob dies der Sinn ist mag einmal dahin gestellt sein, aber es hat definitiv etwas, wenn sich Neale Donald Walsch auf dem Campingplatz niederlässt, und mit primitivsten Mitteln über die Runden kommen muss.

Doch obwohl Teile der Geschicht somit interessant sind, so ist das Gesamtwerk dennoch nur durchschnittlich. Der Grund ist, dass die Spiritualität höchst niveaulos und uninteressant implementiert wurde, und der Film auch keinerlei kritischen Blick auf den durchaus umstrittenen Autor wirft. Gespräche mit Gott wirkt an vielen Stellen nur wie ein einfaches Werbevideo für diese Figur, und wird somit allen Zuseher, die sich nicht zu den Fans des Autors zählen, an einigen Stellen sehr auf die Nerven gehen. Zwar bleibt der Rest solides Unterhaltungskino, aber die Schwächen sind eben oft erdrückend.

Fazit:
Gespräche mit Gott leidet vor allem daran, dass man sich in keiner Sekunde traut, auch nur kleine Teile des Lebens von Neale Donald Walsch kritisch zu betrachten und der Film somit beinahe wie ein Werbevideo für den Autor wirkt. Die titelgebenden Gespräche mit Gott wurden ohne einen Funken Kreativität eingebaut, und auch ansonsten sind die spirituellen Ansätze mehr nervig als hilfreich. Was den Film allerdings wieder stellenweise aufwertet ist, dass die Absteigerstory rund um die Hauptfigur durchaus unterhaltsam präsentiert wird, und Henry Czerny die sehr flache Figur, zumindest sympathisch macht.

Wertung:
5/10 Punkte

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