I am Legend

OT: -  105 Minuten -  Endzeit / Thriller
I am Legend
Kinostart: 10.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu I am Legend

Von am

Richard Mathesons Roman I am Legend, der vom letzten Mensch auf der Erde erzählt, welcher sich in der Nacht mit Vampiren herumschlagen muss, gilt längst als Klassiker der Horror- und SciFi Literatur, und wurde bereits drei Mal verfilmt. Die erste Verfilmung versuchte den Hype um den Roman aufzugreifen, und kam 1964 mit dem Titel The Last Man On Earth, mit Vincent Price in der Hauptrolle in die Kinos. Danach folgte der spanische Kurzfilm Soy Leyenda, und schließlich im Jahr 1971 die wohl prominenteste Verfilmung Der Omega-Mann, mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Nun im Jahr 2007 versucht man das Thema erneut aufzugreifen, und die unglaublich stimmigen Bilder des leer gefegten New Yorks sind ein ausserordentlich stimmiger Einstieg. Doch leider geht dem Film in der zweiten Hälfte sehr die Luft aus.

Die Aufregung ist zunächst groß, als im Fernsehen angekündigt wird, dass eine Wissenschaftlerin ein Heilmittel gegen Krebs gefunden hat. Doch der Virus, der eigentlich die Krebszellen vernichten sollte, stellt sich als zukünftiger Zerstörer der Menschheit heraus. 90% aller Menschen sterben sofort, 9% verwandeln sich in Vampir-ähnliche Lebewesen, welche die Nächte unsicher machen, und lediglich 1% aller Menschen scheinen immun zu sein, doch gegen die alles vernichtenden "Infizierten" sind sie chancenlos. So kommt es dass der Wissenschaftler Robert Neville (Will Smith) scheinbar der letzte Mensch auf der Erde ist. An ihm liegt es ein Gegenmittel zu finden, und die menschliche Rasse am Leben zu erhalten...

Eine Neuverfilmung von I am Legend ist nun bereits seit geraumer Zeit in Planung. Bereits in den 90ern wollte Starregisseur Ridley Scott den Film, mit dem großen Actionhelden Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle in die Kinos bringen, scheiterte aber an viel zu hohen Budgetforderungen. Danach überlegten auch Michael Bay und Will Smith den Film gemeinsam zu machen, entschieden sich aber schlussendlich für Bad Boys 2. Nach langem hin und her, ist es nun soweit, auch wenn Regisseur Francis Lawrence sicher nicht die erste Wahl für einen solchen Stoff ist.

Der Einstieg in I am Legend darf sich zu den wohl beeindruckendsten Aufnahmen der letzten Zeit zählen. Wenn Will Smith in einem feuerroten Ford Mustang durch die menschenleeren Straßen von New York rast, dann anschließend auf einen Autostau, mit längst verlassenen Fahrzeugen trifft, die Natur sich langsam das Areal zurückerobert und die Straßen bereits von Unkraut überzogen werden, dann dürfen sich diese Momente zu den griffigsten Endzeitbildern aller Zeiten zählen. Perfekt abgerundet werden diese Aufnahmen durch eine fiebrig inszenierte Jagdsequenz, die schließlich durch einen Löwenangriff jäh unterbrochen wird.

Es ist unheimlich beeindruckend wie man es hier schafft die Paranoia einer am Ende stehenden Welt in Bilder zu fassen und die Stimmung glaubhaft zu transformieren. Es war ja schon bei 28 Days Later, der sich ebenfalls lose an Richard Mathesons Roman orientierte so, dass die Aufnahmen des menschenleeren Londons zu den unbestrittenen Highlights des Films zählten. Und auch wenn I am Legend ansonsten so einige Schwächen besitzt, die den Gesamteindruck maßgeblich schwächen, so ist die erste Hälfte doch so gut, dass der Film alleine deswegen empfehlenswert bleibt.

Speziell am Anfang versucht I am Legend einfach den Alltag von Robert Neville zu zeigen, und liefert somit eine Interpretation wie das Leben als letzter Mensch auf der Erde aussehen könnte. Das wichtigste ist, alles genau zu planen, um nicht in der endlosen Freiheit unterzugehen. Vom strengen Trainigsplan, bis zur täglichen Jagd, dem Gemüseanbau, oder einfach dem Besuch in der Videothek um sich einen neuen Film zu holen, es ist stets hoch interessant zu sehen wie man als Mensch mit diesen Freiheiten, aber auch mit der gigantischen Einsamkeit umgehen könnte. Als einziger Freund, und um es Will Smith zu erlauben seine Sprüche zu klopfen, dient ihm sein treuer Hund. Doch es gibt noch einen wesentlich unangenehmeren Termin am Tag: Der Sonnenuntergang, der gleichzeitig den wesentlich weniger interessanten Part des Films einläutet.

Dies ist normalerweise der Zeitpunkt, an dem sich Robert in seiner Wohnung verschanzt, und hofft nicht von den Vampiren getötet zu werden. Doch leider muss er, um seine entwickelten Gegenmittel auszuprobieren, manchmal einen dieser Vampire gefangen nehmen, um die Wirkung zu testen. So kommt es dazu, dass er eines Tages die Frau des Obervampirs erwischt, was zu einem Rachefeldzug der Vampire führt, die sich an dem Eindringling rächen wollen. Das Problem ist nur, dass die Vampirszenen bloß durchschnittlich sind, und die grauen, wie ein Gummiball herumspringenden Vampire mehr peinlich als gruselig sind. Von eingen Logikprobleme gar nicht zu reden, denn warum man auf der Erde, drei Jahre nach dem Tod aller Menschen über eine einwandfreie Stromversorgung verfügt, muss erst erklärt werden.

Auch ist es auffällig, dass die Figur des Robert Neville nicht gerade zu den interessantesten Charakteren der Filmgeschichte zählt. Zufällig ist es gerade ein in allem versierter Wissenschaftler der den Super-GAU der Menschheit übersteht. Somit bleibt natürlich die Hoffnung aufrecht, dass doch alles nicht so schlimm ist, da er ja ein Gegenmittel entwickeln kann. Auch war er natürlich beim Militär, und ist somit im Umgang mit Waffen bestens vertraut, und hat somit noch nicht einmal bei der Versorgung und der Verteidigung große Probleme. Man kann jetzt sicher gut nachvollziehen, dass es eigentlich höchst uninteressant ist eine solche, rundum perfekte Figur zu beobachten, aber Will Smith schafft es dennoch überragend diese glatte Figur interessant zu gestalten, und rettet I am Legend somit am Ende doch noch.

Leider ist es auch so, dass die interessanten Endzeit-Szenen immer mehr abnehmen, während die eher schwachen Horrorszenen den Film stets weiter aufweichen. Während I am Legend somit in der ersten Hälfte absolut grandios ist, ist er in der zweiten Hälfte eher unterdurchschnittlich. Dies ist insofern schade, verfügt der Film doch über Szenen die auf absolutem Weltklasse Niveau sind. Will Smith schafft es ausserdem die große Last, den Film alleine zu tragen, mit Bravour zu meistern, und schafft es das Szenario angenehm unterhaltsam zu gestalten, ohne der Atmosphäre an Wirkung zu rauben. Somit ist I am Legend auf jedenfall einen Blick wert, denn auch wenn der Gesamteindruck nicht überwältigend ist, so ist alleine die erste Hälfte einen Kinobesuch wert.

Fazit:
I am Legend verfügt über eine ausserordentlich eindrucksvolle erste Hälfte, die bereits alleine einen Kinobesuch rechtfertigt. Die Bilder vom menschenleeren New York, oder ganz einfach der Alltag des letzten Menschen auf der Erde, sind einfach grandios, nur dämpfen die grauen CGI-Vampire den Filmgenuss maßgeblich. Es  macht keinen Spaß sich die Horrorszenen anzusehen, und die am Ende aufkeimende Story ist auch nur auf durchschnittlichem Niveau. Doch wie gesagt, lohnt sich ein Kinobesuch alleine wegen der ausgezeichneten ersten Hälfte, auch wenn der Gesamteindruck nicht überwältigend ist.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 89
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013