Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen (2015)

OT: Demain - 118 Minuten - Dokumentation
Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen (2015)
Kinostart: 03.06.2016
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen

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Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der Aktivist Cyril Dion beschäftigen sich in ihrem 2015 gedrehten Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ mit dem wohl wichtigsten Thema der Welt und zwar eben genau dieser!

Wir alle wissen es, aber niemand will es so richtig wahrhaben: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird unsere Welt nicht mehr lange in ihrer jetzigen Form existieren. Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ressourcenknappheit, Artensterben und Überbevölkerung schreiten in einem rasanten Tempo voran und führen dazu, dass die Ökosysteme und damit unsere gesamte Gesellschaft womöglich bereits zu unseren Lebzeiten zusammenbrechen werden. Die nächsten 20 Jahre sind es also, die unsere Zukunft entscheiden!

Das sind schockierende Nachrichten. Was jedoch fast noch schockierender ist, ist die Tatsache, dass fast niemand etwas dagegen zu tun scheint bzw. kaum jemand das Gefühl hat, er könnte etwas dagegen ausrichten. Die Menschheit ist übersättigt mit Informationen über die Zerstörung unserer Welt: In unzähligen Actionfilmen wird das Thema immer wieder aufgegriffen, es gibt bereits eine ganze Reihe an Dokumentarfilmen, die sich genau damit beschäftigen und es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Menschen wach zu rütteln. Das Ergebnis davon ist häufig, dass diese immer mehr abstumpfen, auf Durchzug schalten und das Gefühl haben, ohnmächtig und hilflos dem Ende entgegen zu steuern.

Mélanie Laurent und Cyril Dion kennen dieses Gefühl aus eigener Erfahrung nur zu gut. Aus diesem Grund haben sie sich mit einigen Freunden zusammengeschlossen und begonnen eine andere Art des Dokumentarfilms zu diesem wichtigen Thema zu drehen: Keinen Film, der nur von Problemen berichtet, sondern erstmals einem Film, der von konkreten LÖSUNGEN erzählt. Keine leeren Versprechen, keine verstaubten Theoriemodelle, sondern greifbare, anschauliche Beispiele rund um den Globus, die aufzeigen was man tun kann; Geschichten von ganz normalen Menschen, so wie du und ich, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt ein Stück besser zu machen und selbst einen nachhaltigen Beitrag zu leisten.

Dabei nimmt die Filmtruppe die Zusehenden mit auf eine Reise durch 10 Länder und stellt verschiedene Projekte vor, die bereits umgesetzt wurden. Vieles davon klingt fast schon zu simpel: Das Fahrrad statt dem Auto benützen, selbst eigenes Gemüse anbauen, Kindern in der Schule und zu Hause die richtigen Werte vermitteln, lokale Geschäfte unterstützen, elektronische Geräte vollständig abschalten, anstatt sie im Standby-Modus zu lassen... wusstet ihr, dass Frankreich alleine zwei Atomreaktoren für alle Geräte im Stand-by-Modus benötigt? Dies zeigt: Lösungen müssen nicht immer komplex sein, um eine große Wirkung zu erzielen.

In fünf übersichtlichen Kapiteln erfahren die Zusehenden wie die Mechanismen Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung einander bedingen und inwiefern diese für eine nachhaltige Veränderung von Bedeutung sind. Schnell wird einem dabei klar: Nicht ein Bereich muss verändert werden, sondern alle Bereiche müssen gleichermaßen in Angriff genommen werden, um etwas zu bewirken.

Auf ihrer Reise besucht die Filmtruppe Mikrofarmen, die durch Permakultur unglaublich ertragreich und nachhaltig wirtschaften, sowie verschiedene Kleingruppen, die sich zusammengeschlossen haben um im städtischen Raum Nahrung anzubauen, wo auch immer der Platz dafür zu finden ist.
Sie stellen sich die Frage, wer berechtigt ist Geld zu drucken und lernen das Projekt „Lokale Währung“ kennen, das zum Ziel hat eine alternative Währung in den örtlichen Geschäften zirkulieren zu lassen um so die lokale Wirtschaft anzukurbeln.
Sie stellen Alternativen zu fossilen Brennstoffen vor und vermitteln anschaulich, wie der Klimawandel sich wirklich auf den Wasserkreislauf auswirkt und welche Folgen das mit sich bringt. Sie stellen Möglichkeiten vor, unabhängig selbst Energie zu produzieren und so 100% autark zu werden. Sie fragen nach einer alternativen Methode zur Bildung von Volksvertretungen und lernen beispielsweise das System der Auslosung kennen... doch das sind nur einige der Beispiele, die sie den Zusehenden in den knapp 2 Stunden Film, die sie dafür zu Verfügung haben, näherbringen und das ist wiederum nur eine kleine Auswahl der Projekte, die gerade rund um die Welt entstehen.

Im Zuge des Films wird deutlich, dass jeder selbst seinen Beitrag zur Gestaltung einer neuen Zukunft leisten muss und nicht darauf warten darf, dass jemand anderer kommt und dies übernimmt. Nur wenn die Menschen zusammenarbeiten, kann das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Es ist wichtig zu erkennen, dass alles zusammenhängt und voneinander abhängt. An dieser Stelle können wir von der Natur lernen, wie wichtig Vielfalt ist und das Monokulturen in keinem der vorgezeigten Beispiele die Lösung sind: Weder beim Anbau von Gemüse, noch bei der Erschaffung einer Währung; nicht bei der Energiegewinnung und auch nicht in der Politik. Es ist vor allem wichtig diese Erkenntnis der nächsten Generation mitzugeben, was der Auftrag der Bildung und jedes Einzelnen von uns ist.

Eine bessere Welt für unsere Kinder zu schaffen - das ist das Ziel. Doch wie lautet die Lösung? Es gibt nicht nur eine Lösung, es gibt unzählige und nur wenn alle zusammenarbeiten, können wir etwas bewirken! Und wer kann dazu beitragen? Jeder und jede. Und wann? Am besten gleich „tomorrow“!

Fazit:
Durch die Aufteilung in fünf miteinander verbundene Kapitel ist der Film übersichtlich strukturiert und erzählt eine zusammenhängende Geschichte. Obgleich einige Experten zu Wort kommen und viel Information in den 2 Stunden verpackt ist, wird den Zusehenden das Gefühl vermittelt sich selbst auf diese Reise zu begeben und Menschen kennen zu lernen, die als Vorbilder für eigene Projekte dienen können. Die Filmcrew ist immer wieder Teil des Ganzen und wird beim Reisen und Fragen stellen gefilmt, dadurch entsteht keine Distanz, sondern vielmehr ein Gefühl der Nähe. Zwischendurch gibt es immer wieder Momente der Ruhe, in denen man über das Gesehene und Gesagte reflektieren kann, was wichtig für die Verarbeitung der Information ist. Begleitet wird der Film durch die eigens dafür geschriebene, fantastische Musik von Fredrika Stahl, die die gezeigten Bilder auch inhaltlich perfekt untermalt.

Der Film hat – durchaus überraschend bei diesem bedrückenden und ernsten Thema – einen positiven und mobilisierenden Nachgeschmack. Man möchte anschließend in die Welt hinausgehen und sofort eigene Projekte starten und andere Menschen motivieren. Er bringt einen an manchen Stellen zum Lachen, an anderen fast zum Weinen, er zeigt konkrete Projekte und Lösungen und erzählt Geschichten von Menschen, die sich Gedanken zu einer besseren Zukunft gemacht haben und bereits eigene Ideen umsetzen. Es ist durchaus erfrischend einen Film zu sehen, der nicht nur Horrorszenarien und Probleme wälzt, sondern konkrete Lösungen aufzeigt. Es bleibt zu hoffen, dass er viele Menschen erreicht und sie rund um den Globus dazu bewegen kann, selbst die Initiative zu ergreifen und zusammen zu helfen. Denn eines wird klar: Nur zusammen sind wir stark, die Stärke liegt in der Vielfalt!

Wertung:
9/10 Punkte
Filmering.at
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