The Darjeeling Limited

OT: -  92 Minuten -  Tragikomödie
The Darjeeling Limited
Kinostart: 04.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 31.01.2014
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Filmkritik zu The Darjeeling Limited

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Regisseur Wes Anderson, bekannt vor allem durch höchst skurrile Komödien, versucht in seinem neusten Werk The Darjeeling Limited, seiner mittlerweile fünften Regiearbeit, erneut das Publikum zum Lachen zu bringen. Doch nicht nur auf Unterhaltungswerte hat er es abgesehen, sondern auch das Tragische sollte Einzug in den Film finden. Wie so oft in seinen Filmen steht im Zentrum eine Familie der etwas anderen Art, die versucht sich zusammenzuraufen, aber daran heftig zu kämpfen hat. In einem Zug, auf einem Selbstfindungstrip durch Indien, versuchen drei Brüder also zusammen zu finden und sich zu verstehen, doch wie man sich bereits denken kann, verläuft dies nicht ganz nach Plan.

Nachdem Tod ihres Vaters haben die drei Brüder Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody) und Jack (Jason Schwartzman) ein Jahr lang nicht mehr miteinander gesprochen. Dieses Schweigen soll nun allerdings gebrochen werden, denn Francis, der älteste der Brüder, hat einen Selbstfindungstrip für alle drei geplant, der sie im Zug durch ganz Indien führen wird. Was die anderen Brüder allerdings nicht wissen ist, dass sie Francis in Wirklichkeit zu ihrer Mutter (Anjelica Huston) führen will, die in einem Kloster in Indien lebt. Alle drei Brüder haben so ihre Probleme mit ihrem Leben, doch auch der ansich geruhsame Trip im Zug bringt so einige Gefahren mit sich...

Ansich wäre die Ausgangslage von The Darjeeling Limited ein wirklicher Garant für ein Unterhaltungsfeuerwerk der besonderen Art. Drei Brüder, die sich nicht besonders leiden können, und die allesamt mit Problemen vorbelastet sind, treffen sich nach einem Jahr wieder, und werden im engen Raum eines Zuges zusammengepfercht. Dort ist es unmöglich ihren Problemen auszuweichen, und so kommt es naturgemäß zu einigen Reibereien, die sich langsam immer weiter hochschaukeln, bis sie schließlich eine Giftschlange mit an Bord nehmen, und sich selbst mit Pfefferspray jagen.

Abseits von diesen komödiantischen Einlagen, sind es vor allem die tragischen Untertöne, die den Film mittragen sollen. So hat Francis, der älteste der Brüder, der immer versucht in die Vaterrolle zu schlüpfen, erst einen Motorradunfall hinter sich, und im Laufe des Films drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass er nur einen misslungenen Selbstmordversuch hinter sich hat. Peter ist kurz davor Vater zu werden, weiß aber noch nicht wie er mit dieser Verantwortung umgehen soll, und Jack schließlich hängt noch allzu sehr an seiner Ex-Freundin (Natalie Portman), was er allerdings zu überspielen versucht, indem er sich zu allen anderen Frauen wirft.

Owen Wilson und Jack Schwartzman haben ja bereits einige Erfahrung mit Regisseur Wes Anderson, aber mit Adrien Brody hat es auch ein neues Gesicht zur Truppe geschafft. Ein großer Pluspunkt von The Darjeeling Limited ist das Zusammenspiel dieser drei Brüder, die oft in etwas seltsamen Close-Up Einstellungen aneinandergedrückt werden, die oft wie ein verzerrtes Familienfoto wirken, und so dem schrägen Zusammenhalt der Truppe in Bilder fasst. Jason Schwartzman agierte übrigens nicht nur als Darsteller, sondern zeigt sich auch für das Drehbuch mitverantwortlich.

The Darjeeling Limited hat nun im Wesentlichen zwei Probleme, die den Filmgenuss trüben. Zum einen ist dies der bereits 2005 gedrehte Kurzfilm „Hotel Chevalier“, der vor der Vorführung von The Darjeeling Limited gezeigt wird, und der Geschichte quasi als Prolog dient, um der Figur des Jacks mehr Profil zu verleihen. Man soll mich allerdings nicht falsch verstehen: „Hotel Chevalier“ ist nicht schwach, sondern ganz im Gegenteil: Der Kurzfilm ist so derart stimmungsvoll und voller Flair, dass der Hauptfilm dagegen sehr abfällt. Ausserdem kann „Hotel Chevalier“ mit einer lasziv erotischen Natalie Portman punkten, die man noch nie so freizüglich und verführerisch gesehen hat. Gepaart mit der musikalischen Kulisse, die wunderbar die Balance zwischen Parodie und großen Gefühlen hält, ist dieser Kurzfilm ein ganz großes Highlight.

Nur ist The Darjeeling Limited eben in allen Belangen schwächer als der einleitende Kurzfilm, was uns auch schon zum zweiten Problem des Films führt. Wes Anderson versucht das Tragische mit dem Komischen zu kombinieren, schafft dies aber nicht in den gewünschten Maßen. Die Geschichte verschenkt so an allen Ecken und Enden Potential und so erweisen sich viele skurrile Szenen als viel zu trocken vorgetragen um für Lacher zu sorgen. Trotz vieler ansich witziger Szenen passiert es so also sehr selten, dass man als Zuseher wirklich lauthals loslachen muss, was leider sehr schade ist.

Auch die spirituellen Einschübe bremsen den Film mehr, als sie ihn bereichern, und werden vielen Zusehern wohl mehr auf die Nerven gehen, als für Unterhaltung zu sorgen. Warum Wes Anderson dann versucht durch den Tod einer völlig anonymen Figur für Anteilnahme zu sorgen ist schließlich völlig unverständlich. Dennoch wird es einige geben, die ihren Spaß an diesem Film haben werden. Freunde von etwas trockenerem Humor könnten auf ihre Kosten kommen, und speziell das kongenial auftretende Brüdertrio wird wohl auch einigen anderen einen recht unterhaltsamen Film bescheren.

Fazit:
Wes Anderson setzt mit seinem aktuellen Film The Darjeeling Limited voll auf schräge Situationen, die mit sehr trockenem Humor vorgetragen werden. Das Problem ist nur, dass die Kombination aus Tragik und Komik nicht immer funktioniert, und so viele ansich komische Szenen ganz einfach nicht lustig sind. Das liest sich etwas komisch, entspricht aber den Tatsachen. Auch die Spiritualität des Films ist eher nervig als komisch, und so auch auf der Negativseite zu verbuchen. Dennoch gibt es einige gelungene Momente im Film, und auch die Hauptdarsteller wissen zu überzeugen, wodurch es schwer fällt eine eindeutige Empfehlung zu geben.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 15
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