The Hateful 8 (2015)

OT: The Hateful Eight - 167 Minuten - Krimi / Drama / Mystery / Thriller / Western
The Hateful 8 (2015)
Kinostart: 28.01.2016
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
21943
Bewerten:

Filmkritik zu The Hateful 8

Von am
Rückblickend wird Quentin Tarantino The Hateful 8 wohl nicht unbedingt zu seinen Lieblingsfilmen zählen. Zunächst wurde seine Drehbuch im Internet veröffentlicht, was dazu führte dass Tarantino den Film gar nicht mehr drehen wollte - erst nach einer erfolgreichen Lesung und dem Feedback von seinen Freunden entschloss er sich den Film überhaupt zu machen. Doch nach der Fertigstellung hörte der Ärger nicht auf: Die Kritiker reagierten weniger euphorisch als auf seine letzten Arbeiten, am Box-Office blieb der Film hinter den Erwartungen zurück und bei den Oscars wurde der Film im Gegensatz zu Inglourious Basterds und Django Unchained nur in drei Nebenkategorien nominiert. Doch woran liegt diese eher gemixte Reaktion?

Der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) ist gemeinsam mit seiner Gefangenen Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) auf dem Weg um das Kopfgeld zu kassieren und sie an die den Henker zu übergeben. Denn im Gegensatz zu seinen Kollegen ist John Ruth dafür bekannt die Verbrecher lebend zu übergeben, damit der Henker seine Arbeit tun kann. Auf der Flucht vor einem Schneesturm begegnen sie dem Kopfgeldjäger Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der ebenfalls eine Belohnung kassieren will und Chris Mannix (Walton Goggins) der behauptet der neue Sheriff des Ortes Red Rock zu sein. Bevor sie dort ankommen müssen sie allerdings Unterschlupf suchen und treffen dort auf eine Gruppe zwielichtiger Gestalten. Und John Ruth ist überzeugt: Mindestens einer von Ihnen arbeitet mit Daisy zusammen und will sie alle töten…

The Hateful 8 ist schon auf vielerlei Arten ein etwas ungewöhnlicher Quentin Tarantino Film. Direkt nach Django Unchained widmet er sich erneut dem Western, drückt dem Genre diesesmal aber deutlich weniger seinen Stempel auf. Stattdessen erinnert The Hateful 8 viel mehr an einen konventionelleren Western. Die Einstellungen sind lange, das Tempo ist gemächlich, und mehr denn je versucht Tarantino die visuellen Grenzen der Leinwand zu erkunden. Zumindestens zu Beginn ergözt er sich fast schon zu sehr an der Landschaft und der Atmosphäre und lässt die Figuren nur im Gletschertempo voranrücken.

Dennoch ist The Hateful 8 natürlich auch ein klassischer Tarantino-Film was besonders durch die Dialoge und Figuren klar gemacht wird. Nach der Einführung spielt sich der Film auch vornehmlich an einem Ort ab und erinnert in seiner Konstruktion auch durchaus an die Figurenkonstellation von Reservoir Dogs. Man kann auch nicht bestreiten, dass es für Fans des Regisseurs absolut Spaß macht sich in der Atmosphäre zu verlieren und einfach diese hassenswerten Figuren zu beobachten wie sie sich gegenseitig abtasten.

Als Zuseher wird man dabei auch vor allem viel Zeit aufbringen um genau zu beobachten wie die Figuren agieren und um dem Bösewicht auf die Schliche zu kommen. Daraus bastelt Tarantino ein gelungenes Mysterium, das launig durch den Film führt - aber bereits hier muss man anmerken dass der Film ein gutes Stück zu lange geworden ist und sich speziell in der ersten Hälfte doch spürbar in die Länge zieht. Der kleine Erzähltwist in der Mitte des Films erweist sich allerdings als zweischneidiges Schwert. Denn nicht nur die von Tarantino selbst gesprochene Erzähleinlage ist etwas ungewohnt, sondern auch die Auflösung der Situation erweist sich zwar als interessant, aber letzten Endes doch etwas enttäuschend.

Über jeden Zweifel erhaben sind allerdings die Darsteller. Besonders Samuel L. Jackson und Walton Goggins brillieren in ihren Rollen, aber auch der gesamte restliche Cast schafft es perfekt die Tarantino-Momente zu übermitteln und so für einen insgesamt sehr unterhaltsamen Film zu sorgen. Allerdings bleibt doch der Makel, dass Tarantino sich diesmal im Erzählton etwas vergriffen hat: Nicht nur ist der Film zu lange und zu langsam, auch erweisen sich die Splattereinlagen als unausgegoren und passen nicht wirklich in den Ton des restlichen Films.

Fazit:
The Hateful 8 muss wohl insgesamt zu den eher schwächeren Tarantino Filmen gezählt werden. Aber: Ein “schwächerer” Tarantino Film macht immer noch verdammt viel Spaß. Die Dialoge sitzen, die Atmosphäre ist stimmig und es macht Spaß sich in der Geschichte zu verlieren. Doch Tarantino hat sich diesemal im Erzählton etwas vergriffen. Das Tempo ist zu langsam, die Einführung dauert viel zu lange und die Splattereinlagen passen nicht wirklich zum Ton des restlichen Films. Aber: Die fabelhaften Schauspieler reißen das Ruder noch einmal herum. Besonders Samuel L. Jackson und Walton Goggins sorgen dafür dass der Film insgesamt als gelungen betrachtet werden muss. Und auch wenn der Twist in der Mitte des Films vielleicht nicht unbedingt der große Showstealer ist, so öffnet er dennoch einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 5
10 /10
0%
9 /10
40%
8 /10
20%
7 /10
20%
6 /10
20%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Django Unchained (2012)
Pulp Fiction (1994)
Reservoir Dogs
End of Watch (2012)
Sicario (2015)
Oldboy (2003)
Prisoners (2013)
Kill Bill Vol. 2
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von mixalismak1
Erstellt: 29.05.2014