Star Wars Episode 7: Das Erwachen der Macht (2015)

OT: Star Wars: The Force Awakens - 135 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy / SciFi
Star Wars Episode 7: Das Erwachen der Macht (2015)
Kinostart: 17.12.2015
DVD-Start: 31.05.2016 - Blu-ray-Start: 31.05.2016
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Filmkritik zu Star Wars Episode 7: Das Erwachen der Macht

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Die ganze Welt schielt mit Argusaugen auf den Neustart der Star Wars Reihe. Nachdem Disney 2012 die Rechte an Star Wars von George Lucas übernahm waren viele zunächst überaus skeptisch. Nachdem bekannt wurde dass J.J. Abrams, Mastermind hinter dem Star Trek Reboot, den ersten Teil einer neuen Trilogie inszenieren würde, wurde die Stimmung unter vielen Fans nicht unbedingt besser. Erst als bekannt wurde, dass die alten Helden der Reihe wieder mit an Bord sein werden und schließlich die ersten, grandiosen Trailer zu sehen waren wendete sich das Blatt.

J.J. Abrams schien tatsächlich überaus gut zu verstehen was die Fans sehen wollen, gleichzeitig zeigte sich Disney als Großmeister des Marketings und lebte vor wie eine gelungene Hype-Maschine im Jahr 2015 angerollt werden muss. Nein, die Zuseher wollen nicht schon nach dem Trailer wissen was alles genau im Film passieren wird und nein, es ist auch nicht notwendig die besten Momente schon vorab zu zeigen. Stattdessen spielte man geschickt die Nostalgiekarte aus und schaffte es vorbildlich das Interesse der Fans zu wecken. Unter anderem mit der großen Frage, die auch die Handlung des Films dominiert: Wo ist eigentlich Luke Skywalker geblieben?

Über 30 Jahre sind vergangen seit die Rebellen rund um Luke Skywalker (Mark Hamill), Prinzessin Leia (Carrie Fisher) und Han Solo (Harrison Ford), den Todesstern des Imperiums und dessen Anführer vernichteten. Doch aus den Trümmern des Imperiums ist die Erste Ordnung unter der Führung von Supreme Leaders Snoke (Andy Serkis) hervorgegangen, und versucht erneut die Herrschaft über die Galaxis an sich zu reissen. Snokes Schüler Kylo Ren (Adam Driver) versucht in die Fußstapfen des legendären Darth Vader zu treten, während der talentierte Pilot Poe Dameron (Oscar Isaac) losgeschickt wird um den Aufenthaltsort von Luke Skywalker ausfindig zu machen. Im Zuge dieser Mission fällt der Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) der Droide BB-8 in die Hände, der im Besitz der Karte ist die zu Luke führt, während der Sturmtruppler FN-2187 (John Boyega) erkennen muss dass er sich nicht mit dem brutalen Vorgehen der Ersten Ordnung identifizieren kann und nach einem Ausweg sucht…

J.J. Abrams hatte eine wahre Mammutaufgabe vor sich. Es ist klar dass Star Wars in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle im Konzept von Disney spielen wird: Merchandise, Spin-Offs, die weiteren Episoden der Trilogie, usw. All das ist ein Milliarden-Dollar-Geschäft. Aber man war sich durchaus bewusst, dass die Star Wars Reihe keine weitere Dunkle Bedrohung überleben würde. Bei einer ähnlichen Reaktion wie nach Episode 1, wäre das auf Jahre ausgelegte Unternehmen Star Wars für Disney gleich im Ansatz gestorben. Hinzu kommen die überladenen Erwartungen der Star Wars Fans, die über 30 Jahre auf ein Wiedersehen mit den alten Helden warten mussten.

Abrams musste es nun schaffen sowohl die alten Fans zufrieden zu stellen, das neue Publikum für die Reihe zu gewinnen, eine Verbindung zur alten Trilogie herzustellen und gleichzeitig die Weichen für die nächsten Abenteuer zu stellen. Kurz: Er musste versuchen es allen recht zu machen, und wie man weiß sind gerade die Fans von legendären Reihen wie Star Wars nicht gerade zurückhaltend mit Kritik. Um diese Probleme zu lösen hat Abrams eine relativ konservative Herangehensweise gewählt: Er orientiert sich sehr spürbar an Episode 4 und vermeidet es tunlichst ähnliche Risiken einzugehen wie sie George Lucas in der Prequel-Trilogie zum Verhängnis wurden.

Um zunächst die negativen Aspekte dieses Ansatzes aus den Weg zu räumen (und es wird im Zeitalter des Internets zweifellos sehr viele, sehr lautstarke Menschen geben, die sich über diese Negativpunkte wie die Aasgeier stürzen werden): Man kann wahrlich nicht behaupten, dass Abrams viel Mut gezeigt hat. Er betreibt wahnsinnig viel Fanservice und man könnte gar behaupten, dass es sich bei Das Erwachen der Macht um eine Art Reboot von Eine neue Hoffnung handelt. Zahlreiche Momente des Films kommen einen bekannt vor, große Überraschungen gibt es eigentlich kaum und vielleicht wurden etwas zu viele große Plotpoints der Originaltrilogie kopiert.

Aber: All diese Kritikpunkte wirken sich absolut nicht negativ auf das Filmerlebnis aus. Das Erwachen der Macht nimmt den Zuseher von Anfang an bei der Hand und führt ihn souverän in diesen neuen Besuch des bekannten Universums. Der Film bietet grandiosen Eskapismus und liefert den perfekten Übergang zwischen den bekannten Filmen und den neuen Abenteuern die nun folgen mögen. Im großen Gegensatz zu Episode 1-3 ist endlich wieder das Star Wars Feeling zurück und dank furiosem Pacing, und wahnsinnig hohem Unterhaltungswert bekommt man feinste Blockbusterunterhaltung geboten.

Dabei liefert der Film fast schon mehr Humor als man eigentlich erwarten würde. Allerdings handelt es sich dabei nicht um den kindisch, peinlichen Humor den George Lucas in Episode 1 servierte, sondern um wirklich gut platzierte und sympathische Gags, die sich nicht fremd in diesem Universum anfühlen und die dramatischen Aspekte des Films auch absolut nicht stören. Ganz besonders Han Solo ist natürlich immer für einen markigen Oneliner gut und im Gegensatz zu seinem lieblosen Auftritt in Indiana Jones 4, hat Harrison Ford diesmal scheinbar auch wirklich Lust darauf wieder in seine alte Rolle zu schlüpfen.

Überhaupt ist der größte Pluspunkt des Films seine Charaktere. Um dem Motto des Films, und der bisherigen Trailerkampagne zu entsprechen, soll über Luke Skywalker nichts verraten werden. Was man aber sagen kann: Harrison Ford leistet als Han Solo hervorragende Arbeit. Seine Auftritte zählen zu den absoluten Highlights des Films und auch alle anderen bekannten Figuren werden wirklich gut eingearbeitet. Doch tatsächlich sind es die neuen Charaktere die für die größte Freude sorgen. Denn sie sind auch die frischesten und eigenständigsten Elemente des Films.

Das absolute Highlight bietet dabei Daisy Ridley, die mit ihrer fabelhaften Performance den Film auf ihren Schultern trägt. Sie harmoniert sowohl mit Harrison Ford, als auch mit John Boyega hervorragend und ist wohl der Star und der emotionale Anker des Films. John Boyega als desertierender Sturmtruppler liefert ebenfalls eine ausgezeichnete Leistung und sorgt für sehr hohen Unterhaltungswert. Ebenfalls sehr gelungen ist die Darbietung von Oscar Isaac, der als Top-Pilot Poe Dameron vielleicht die coolste Aufgabe der neuen Garde hat. Als kleiner Showstealer erweist sich außerdem der neue Droide BB-8. Irgendwo zwischen R2-D2 und Wall-E erobert er die Herzen des Publikums im Sturm und sorgt für großartige Momente.

Etwas weniger eindeutig erweist sich die Sachlage bei den Bösewichten. Denn Adam Drivers Kylo Ren sorgt wohl für den größten Unterschied zur Originaltrilogie. Viele Zuseher werden den Bösewicht als schlechte und zu schwache Kopie von Darth Vader abtun, aber der eigentliche Twist an der Sache ist, dass die Figur wohl ganz genau so geplant ist. Kylo Ran versucht Vader nachzueifern, hat allerdings seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen, kämpft damit dass er sich immer noch zur hellen Seite der Macht hingezogen fühlt und dass dies seinen Fortschritt behindert, was zu fast schon trotzigen Wutausbrüchen führt. Tatsächlich erweist sich diese Darstellung aber als überaus interessant, da wir es nicht wie bei Vader mit einem fertigen Bösewicht zu tun haben, sondern sich dieser eben noch in seiner Entwicklung befindet. Der vermeintliche neue “Imperator” Supreme Leaders Snoke hingegen ist noch sehr schwer zu durchschauen und hinterlässt vorerst noch keine sehr prägnanten Eindruck.

Zwar kann man in Summe festhalten, dass es J.J. Abrams wohl kaum gelingen wird den Hype rund um den Film zu übertreffen - aber: Er liefert genau ab was viele Menschen sehen wollen. Er bringt Star Wars wieder auf Spur, führt die neuen Charaktere perfekt ein und etabliert das neue Universum. Zwar geht er dabei keine Risiken ein, aber er erschafft genug Mysterien damit man am liebsten sofort weiterschauen will. Vor allem gelingt es dem Film von Anfang bis Ende den fast schon magischen Star Wars Sog aufzubauen, der uns mit rasendem Tempo durch dieses Abenteuer führt.

Strukturell könnte man den Film als Echo der alten Trilogie betrachten, das sehr viele Gemeinsamkeiten besitzt, aber doch genügend anders macht um uns auf etwas Neues einzustimmen. Rückblickend wird die historische Betrachtung des Films wohl sehr davon abhängen was die nächsten beiden Episoden der Reihe bringen. Eigentlich wäre der Weg nun für etwas mutigere Abenteuer geebnet. Denn auch wenn man immer etwas zum Rummäkeln finden kann: In Summe hat J.J. Abrams einen wunderbaren Job gemacht und einen höchst unterhaltsamen Blockbuster kreiert, der genau den Ton der alten Trilogie trifft während er technisch makellose und dynamische Action serviert, die aber im Gegensatz zu den Prequels nicht auf künstlischen Greenscreen Mischmasch, sondern auf Handgemachtes setzt.

Fazit:
J.J. Abrams gelingt es mit Das Erwachen der Macht fabelhaft den Mythos Star Wars wieder aufleben zu lassen. Zwar könnte man dem Film sicherlich vorwerfen dass er keinerlei Risiko eingeht und fast wie ein Echo von Episode 4 klingt, aber letztendlich läuft dieses Rummeckern ins Leere. Denn: Das Erwachen der Macht funktioniert ganz einfach. Man versinkt förmlich im Kinosessel und es gelingt fabelhaft eine Brücke zwischen den alten Abenteuern und allem was jetzt noch kommen mag zu bauen. Rückblickend wird man den Film wohl daran messen wie gut Episode 8 und 9 werden. Aber eines steht fest: Die Ausgangslage ist unglaublich vielversprechend und am liebsten würde man nach dem Abspann sofort den nächsten Teil ansehen und man hätte auch sofort Lust diesen Teil nocheinmal zu sehen. Alleine das zeigt schon, dass J.J. Abrams unglaublich viel richtig gemacht hat.

Wertung:
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