Die süße Gier (2013)

OT: Il capitale umano - 111 Minuten - Drama
Die süße Gier (2013)
Kinostart: 06.02.2015
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die süße Gier

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Capitale Umano oder Human Capital lautet der Originaltitel des italienischen Werkes von Regisseur Paolo Virzì. In den deutschsprachigen Kinos wird der Film allerdings unter den Titel „Die süße Gier“ erscheinen. Und Gier ist auch tatsächlich das Hauptmotiv des Filmes. Paolo Virzi erzählt die Geschichte über zwei Familien, die ihre Gier nach Geld miteinander verbindet. Doch so unberechenbar die Finanzwelt ist, so gleicht auch das Leben einer schwer kalkulierbaren Investition. Denn so rasant es bergauf gehen kann, so schnell kann auch alles wie ein Kartenhaus in einander zusammen fallen.

Virzì strukturiert seinen Plot um die drei Hauptfiguren, jede von ihnen bekommt ein eigenes Kapitel zugeteilt: Da ist Dino Ossola (Fabrizio Bentivoglio), ein Immobilienmakler, dessen Geschäft ziemlich am Boden liegt. Als seine Tochter Serena (Matilde Gioli) sich auf eine Romanze mit dem Sohn der wohlhabenden Familie Bernaschi einlässt, hofft Dino, als Investor ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen, den Giovanni Bernaschi (Fabrizio Gifuni) verwaltet. Dessen Frau Carla (Valeria Bruni Tedeschi) wird gleich doppelt enttäuscht, als ihr Gatte neben dem Eheleben auch noch das marode Theater vernachlässigt, von dem er versprochen hatte, es unter ihrer Leitung zu neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Aber es ist Serena, bei der alle Fäden zusammenlaufen, vor allem in einer Nacht, die mit einer enttäuschenden Preisverleihung begann, mit einer wilden Party unter Jugendlichen weiterging – und an deren Ende ein Radler tödlich verletzt im Straßengraben liegt und niemand weiß, wer diesen Unfall verursacht hat.

Paolo Virzi versteht sein Handwerk sehr gut, wenn es darum geht uns in die Welt der reichen Gesellschaft zu entführen. Das unerreichbare wird für den Zuseher tastbar und das sonst so fremde, nah. Wie es schon Woody Allen in Match Point erstklassig gelang, so bekommt man auch bei Human Capital einen tieferen Einblick in diese Welt. Doch im Gegensatz zu Woody Allen gelingt dies alles Virzi nicht ohne ein wenig den Zeigefinger zu erheben und zu urteilen. Dies ist etwas schade, da man von Anfang an schon das Gefühl bekommt, auf was das ganze letztendlich hinauslaufen wird.

Virzi nimmt zu Beginn zu deutlich Anlauf auf ein unvermeidliches, durch Geldgeilheit ausgelöstes Drama. Doch umso beeindruckender kann er diesen erhobenen Zeigefinger nach und nach verblassen lassen. Das Thema Gier und Geld spielt immer weniger offenkundig ein Thema und Virzi lässt es geschickt in den Hintergrund verschwinden, wo es allerdings stets präsent ist und ab und zu kleine Funken sprüht. Der Film ist in vier Kapitel unterteilt, wobei die ersten drei Kapitel, jeweils nach den Hauptprotagonisten benannt sind. So wiederholt sich das Geschehen dreimal aus verschiedenen Perspektiven. Allerdings wird dies zu keinen Moment langweilig, da die Figuren hervorragend gezeichnet und von den Darstellern allesamt toll umgesetzt wurden. Auch die narrative Umsetzung ist sehr gelungen und es entsteht ein ansteckender Sehfluss, der bis zum leider etwas zu plumpen Ende, anhält.

Fazit:
Virzis „Die süße Gier“ (OT: Human Capital) ist ein Film rund um Geld, Gier und Macht. Diese Elemente verstrickt Virzi geschickt in ein Familiendrama, dass zwar kein Meisterwerk, aber durchaus mitreißend ist. Durch einen rhythmische Erzählung, gelungene Figuren und starken Darsteller hält der Film den Zuseher bis zum Ende an der Stange. Anfang und Ende sind allerdings ausbaufähig, so dass man insgesamt von einen gelungenen und sehenswerten Film sprechen kann. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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